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VCÖ-Mobilitätspreis sucht Projekte und Konzepte für nachhaltige Mobilität

 

Die Digitalisierung wird die Mobilität in den kommenden Jahren wesentlich verändern: Über neue Angebote und verstärktes Carsharing sowie auch indirekt über Home-Office und Online-Handel. Derzeit kommen drei Viertel der Wiener Beschäftigten mit Öffis, Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit. Auch ihre Einkäufe erledigen die Wienerinnen und Wiener überwiegend autofrei. Heute startet der diesjährige VCÖ-Mobilitätspreis Wien. Gesucht sind Projekte und innovative Konzepte, die schon heute zeigen, wie umweltverträgliche Mobilität und nachhaltiger Gütertransport der Zukunft aussehen können.

Derzeit kommen drei Viertel der Wiener Beschäftigten mit Öffis, Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit.

Knapp mehr als eine Million Wege legen die Wienerinnen und Wiener an einem Werktag zur Arbeit und wieder nach Hause zurück. Das wichtigste Verkehrsmittel am Arbeitsweg sind in Wien die Öffis, im Vorjahr wurden im Schnitt 52 Prozent der Arbeitswege mit Öffis gefahren. Jeder fünfte kommt mit eigener Muskelkraft zur Arbeit: Der Radverkehrsanteil am Arbeitsweg beträgt 12 Prozent, das Gehen kommt auf neun Prozent. In Summe ist der Anteil von Öffis, Radfahren und Gehen mit 73 Prozent zweieinhalb Mal so groß wie der Autoanteil mit 27 Prozent. „Mit ihrem umweltfreundlichen Mobilitätsverhalten leisten die Wienerinnen und Wiener einen großen Beitrag zum Umweltschutz und tragen wesentlich zur Vermeidung von Staus bei“, bedankt sich Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou.

Mit ihrem umweltfreundlichen Mobilitätsverhalten leisten die Wienerinnen und Wiener einen großen Beitrag zum Umweltschutz

Auch Einkaufen ist ein relevanter Mobilitätsfaktor. Pro Tag werden in Wien rund 820.000 Wege zurückgelegt, um Einkäufe zu erledigen, so die VCÖ-Analyse. Die Hälfte der Einkäufe wird zu Fuß erledigt. Fast ein Viertel der Einkäufe wird mit Öffis gemacht. Aber auch 170.000 Autofahrten pro Tag werden durch Einkäufe ausgelöst.

Der boomende Online-Handel hat auch Auswirkungen auf den Verkehr. Auch wenn der Online-Handel in der Theorie das Potenzial hat, Verkehr zu vermeiden, passiert in der Praxis derzeit leider das Gegenteil. Zu den privaten Einkaufsfahrten kommt zusätzlicher, häufig ineffizient abgewickelter Lieferverkehr durch Paketdienste.

Die zukünftige Mobilität braucht mehr Bits und weniger Beton

„Die Digitalisierung ist im Mobilitätsbereich ein Game-Changer. Das hat auch Auswirkungen auf die Infrastrukturpolitik. Die zukünftige Mobilität braucht mehr Bits und weniger Beton“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Schon heute erleichtern Apps Routenplanung und Fahrplanabfrage. „Diese Entwicklung wollen wir weiter vorantreiben, denn viele der neuen Tools helfen, Staus zu vermeiden, die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln einfacher und attraktiver zu machen“, betont Verkehrsstadträtin Vassilakou. Auch die Kombination von Verkehrsmitteln wird durch Apps wie „Wien mobil“ oder „Wegfinder“ massiv erleichtert. Beide Apps informieren zusätzlich zu den öffentlichen Verkehrsverbindungen auch über Carsharing und Bike-Sharing.

Eine Weiterentwicklung werden in absehbarer Zukunft Mobilitätsdienstleistungen („Mobility as a Service – MaaS“) sein

Eine Weiterentwicklung werden in absehbarer Zukunft Mobilitätsdienstleistungen („Mobility as a Service – MaaS“) sein. Diese Mobilitätspakete umfassen neben dem gesamten Öffentlichen Verkehr auch die Nutzung von Carsharing, Bike-Sharing und auch Taxifahrten.

Insgesamt stehen wir im Mobilitätsbereich am Beginn der größten Änderungen seit der Massenmotorisierung.

„Insgesamt stehen wir im Mobilitätsbereich am Beginn der größten Änderungen seit der Massenmotorisierung. Die Energiewende im Verkehr, also die Elektro-Mobilität ist nur ein Teil davon. Wichtig ist, dass wir uns frühzeitig auf die Veränderungen vorbereiten. Deshalb führen wir den VCÖ-Mobilitätspreis durch, bei dem vorbildliche Projekte und innovative Konzepte gesucht sind, die schon heute zeigen, wie die Mobilität und der Gütertransport von morgen aussehen können“, so VCÖ-Sprecher Gratzer. Der diesjährige VCÖ-Mobilitätspreis steht unter dem Motto „Gesellschaft.Wandel.Mobilität“ und wird vom VCÖ in Kooperation mit der Stadt Wien und den ÖBB durchgeführt sowie von den Wiener Linien und Gesiba unterstützt.

Ein wichtiger Treiber für Veränderung wird die Digitalisierung sein

Nikolaus Ott, Regionalmanager bei ÖBB-Postbus ruft zur Teilnahme am VCÖ-Mobilitätspreis auf: „Ein wichtiger Treiber für Veränderung wird die Digitalisierung sein, die nicht nur bei der Reiseplanung, sondern auch bei der Steuerung des gesamten Öffentlichen Verkehrs, bei der Instandhaltung der Infrastruktur oder beim Management internationaler Logistikaufträge eine große Rolle spielen wird.“

Zielgruppe

Am VCÖ-Mobilitätspreis Wien können Unternehmen, Start-Ups, Schulen, Fachhochschulen und Universitäten, Vereine sowie die Bezirke teilnehmen. Von Forschungseinrichtungen und Studierenden erwartet sich der VCÖ innovative Konzepte, Privatpersonen sind aufgerufen, Ideen für eine bessere Umweltbilanz der Mobilität einzureichen.

Einreichfrist

Einreichfrist ist der 10. Juni, Einreichunterlagen und nähere Informationen gibt es beim VCÖ unter (01) 8932697 und im Internet unter www.vcoe.at . Die Projekte werden von einer Fachjury bewertet, im September werden die Gewinnerinnen und Gewinner ausgezeichnet.

Rückfragen & Kontakt:

Christian Gratzer 
VCÖ-Kommunikation 
(01) 8932697 oder (0699)18932695 

Andreas Baur 
Mediensprecher Vzbgm. Maria Vassilakou 
andreas.baur@nullwien.gv.at 
0664 831 74 49