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Mit einem Investitionspaket von 100 Millionen Euro verbessern die ÖBB, das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie die Mobilfunkunternehmen A1, Drei und T-Mobile die Mobilfunknetzabdeckung entlang der wichtigsten Bahnstrecken Österreichs.

ÖBB bewegen Menschen und Wirtschaft

Bahn-Chef Andreas Matthä berichtet über die Pläne der ÖBB.

 

Wie wird sich die Bahn für die Menschen der Zukunft verändern?

Andreas Matthä Die Bahn wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch mehr an Bedeutung gewinnen – aus zwei Gründen: Zum einen wird Bahnfahren wirklich komfortabel und bringt Zeitgewinn! Wir können die Zeit im Zug für uns selbst nutzen: zum Arbeiten, zum Lesen oder einfach nur zum Entspannen. Zum anderen ist Bahnfahren umweltfreundlich, wie sonst kein anderer Verkehrsträger. Die Bahn ist angesichts des Klimawandels ein Teil der Lösung: Wir fahren mit umweltfreundlicher Energie, zu einem großen Teil sogar aus heimischer Wasserkraft. Jeder Kilometer mit der Bahn spart CO2. Und das wird in den nächsten Jahren immer wichtiger werden.

Natürlich wird sich die Bahn in den nächsten Jahren rasant weiterentwickeln. Ein wichtiger Treiber für Veränderung wird die Digitalisierung sein, die nicht nur bei der Reiseplanung, sondern auch bei der Steuerung von Zügen, bei der Instandhaltung von Schienen oder beim Management internationaler Logistikaufträge eine große Rolle spielen wird. Unsere Fahrgäste dürfen sich in Zukunft noch mehr Komfort bei der Reiseplanung und während der Reise selbst erwarten und natürlich neue Angebote für die erste und letzte Meile.

Und was „kann“ der Zug der Zukunft?

Viel! Er wird wahrscheinlich noch etwas schneller sein, wobei den Hochgeschwindigkeitszügen in Europa vielfach geografische Grenzen gesetzt sind. Der Zug wird aber vor allem noch mehr Bequemlichkeit bieten, angefangen bei den Sitzen über die Toiletten bis zu Ruhe- und Kommunikationszonen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Fahrgäste gerecht zu werden. Und der Zug wird natürlich noch mehr digitale Möglichkeiten bieten, sowohl was WLAN und onboard Unterhaltung als auch Zugsteuerung betrifft. Natürlich ist autonomes Fahren auch bei Zügen ein Thema, dabei geht es aber nicht darum, ohne Lokführer zu fahren. Vielmehr bietet die Technologie hier die Möglichkeit, das Schienennetz optimal zu nützen und möglichst viele Züge in perfektem Abstand mit idealem Tempo über das Schienennetz zu steuern.

Das klingt nach vielen Veränderungen. Wie geht es Ihnen persönlich damit?

Ich freue mich auf die Zukunft. Ich bin seit über 30 Jahren bei den ÖBB und habe in dieser langen Zeit niemals Stillstand erlebt. Die Bahn ist wirklich immer in Schwung und hält die Menschen und die Wirtschaft in Bewegung. In den letzten 180 Jahren war die Bahn – das System Bahn – immer Avantgarde, immer ein Vorreiter für Technologie und Mobilität, über alle Grenzen hinweg. Damit war die Bahn letztlich auch immer eine Triebkraft für gesellschaftliche Weiterentwicklung. Darauf können wir stolz sein und das wird auch in Zukunft so bleiben!

Immer wichtiger für die Bahnkunden wird „die letzte Meile“ – also der Anschluss vom Bahnhof an sein Zuhause. Welche Planungen hat die ÖBB hier?

Elektromobilität und Carsharing stehen für die ÖBB ganz oben auf der Agenda. Wir merken immer größeren Bedarf nach einer gesamten Mobilitätslösung. Menschen wollen von A nach B kommen – sicher, schnell und bequem. Mit welchem Verkehrsmittel, wird dabei zunehmend unwichtiger. Das Auto wird in den nächsten Jahren seine Rolle als Statussymbol immer mehr verlieren. Das bestätigen übrigens auch die Trendanalysen der großen Autobauer. Und hier können wir als Bahn perfekt ansetzen mit integrierten Mobilitätslösungen. Wir bieten dafür einerseits die digitalen Plattformen für die Reiseplanung, z.B. unsere neue App Wegfinder, und andererseits neben der Bahnfahrt auch gleich noch das Carsharing Elektro-Auto, mit dem Sie dann vom Bahnhof umweltfreundlich zu Ihrem Zielort kommen.

Wir werden unseren Fahrgästen in Zukunft Full-Service Mobilität bieten, also die volle Flexibilität eines Pkw, aber ohne die Verantwortung für Nachtanken, Autoputzen, Werkstattbesuche und ähnliche Mühsamkeiten.

Ich freue mich auf die Zukunft. Ich bin seit über 30 Jahren bei den ÖBB und habe in dieser langen Zeit niemals Stillstand erlebt.

Welche Rollen spielen Innovationen bei den Zukunftsvisionen der ÖBB? Was machen Sie heute schon für morgen?

Wie schon gesagt: Die Bahn war seit ihrer Gründung immer innovativ, und das gilt ganz besonders für die ÖBB. Nicht umsonst sind wir Patentkaiser in Österreich. Und nicht umsonst stellt Österreich viele Weltmarktführer im Bereich der Bahntechnologie. Nur ein Beispiel: Weichen aus Österreich liegen heute im Schienennetz im Iran genauso wie in China oder Australien.

Innovation ist für die ÖBB sehr wichtig, fast möchte ich sagen, lebenswichtig. Wir arbeiten daher seit Jahrzehnten eng mit Universitäten und Fachhochschulen, aber auch mit vielen Unternehmen im Bahnsektor zusammen, von der klassischen Bahnindustrie bis hin zu kleinen und mittelständischen Technologieentwicklern. Ziel ist, die Bahn noch effizienter und umweltfreundlicher zu machen und noch mehr Komfort für unsere Kundinnen und Kunden bieten zu können.

Neben der engen Kooperation mit Industrie und Wissenschaft beziehen wir aber auch unsere Kunden in die Innovationen ein. Seit einigen Jahren arbeiten wir mit dem „Service Design Ansatz“ und laden Fahrgäste ebenso wie Start-ups ein, mit uns gemeinsam Lösungen für aktuelle Fragen zu entwickeln. Ein erstes Ergebnis dieser so genannten Open Innovation Challenge ist ein neuer Sitzplatzfinder, mit dem es den Fahrgästen am Bahnsteig deutlich einfacher gemacht wird, ihren Sitzplatz im Zug zu finden.

Diesen Weg wollen wir kontinuierlich fortsetzen. Schließlich ist Innovation ein Teil der Bahn DNA.

Seit Dezember 2015 ist der Wiener Hauptbahnhof gemeinsam mit dem Bahnhof Wien Meidling nationale, internationale und regionale Verkehrsdrehscheibe.

 

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit den Österreichischen Bundesbahnen entstanden.

 

Foto: ÖBB / Hauswirth, Roman Bönsch