Wir konnten am europäischen Schienengipfel in Wien mit dem ÖBB Digital Innovation Manager Gerald Schinagl über Herausforderungen und Chancen in Bereichen der Digitalisierung sprechen.

Vor welchen großen Herausforderungen steht die ÖBB als Mobilitätsdienstleister?

Der rasante Wandel, vor allem im Bereich der Digitalisierung, mit dem wir konfrontiert sind ist sicherlich eine große Herausforderung.
In den nächsten Jahren müssen wir sozusagen 2 Welten miteinander verknüpfen: Einerseits eine digitale Welt und neue technische Entwicklungen und auf der anderen Seite eine Welt die noch eher klassisch denkt.
Diese beiden Welten in den nächsten 10 bis 15 Jahren in einem Konzern zu unterstützen ist sicherlich auch eine „kulturelle“ Herausforderung.

Welche Chancen sieht man in Zeiten von Digitalisierung, Big Data und Smart Data?

Daten sind das neue Öl, also die Grundlage eines jeden Geschäfts. Im Rahmen des Schienengipfels war es ja auch immer wieder Thema, vor allem was Kundenbeziehungen betrifft: Kennen wir den Kunden, wissen wir was er denkt und was er will?
Für uns als ÖBB gilt es aber auch in ähnlicher Form für unsere Fahrzeuge und unsere Infrastruktur um ständig auch zu wissen wie es denen geht.
Die Sensorik für die Rohdatenerfassung haben wir nun bereits, aber die Umgang mit Daten, die Verarbeitung wenn man so will, wird in den nächsten Jahren ein großes Thema.

Wie werden die Kunden bis 2030 die Digitalisierung spüren?

Wie die Zukunft aussieht werden wir erst sehen
Meine Vision wäre, dass so etwas wie eine „Fahrkarte kaufen“ etwas ist was man seinen Kindern erzählt und die nicht mehr glauben können, dass es so etwas gab – so wie es heute ist, wenn man von geteilten Festnetzanschlüssen oder Walkmans erzählt.

Welchen Platz wird die Bahn bis zum Jahr 2050 einnehmen?

Es wird ein sehr gemischtes System geben, aber vor allem autonomes Fahren wird ein spannendes Thema. Hier sprechen wir nicht nur davon, dass es keinen Lokführer mehr gibt, sondern auch das Thema kleinere Einheiten, die sich selbst organisieren und Schwarmintelligenz werden wesentliche Teile ausmachen.
Es wird ein gemischtes und in sich vernetztes System geben aus zum Beispiel Hyperloop, konventioneller Schiene und autonomen Individualverkehr – die Bahn oder ein „bahnähnliches System“ wird es aber immer geben, weil eben die Bahn große Kapazitäten bieten kann.

Warum glauben Sie ist der Verkehrsträger Schiene zukunftsfähig?

Ich glaube, dass die Bahn in den nächsten Jahren immer mehr Zukunft haben wird – wir sehen, dass die Luftfahrt an Kapazitätsgrenzen stößt und die Bahn in den letzten Jahren diesen mid-range Bereich mittlerweile sehr gut ausfüllt. Zudem können wir auf der Schiene höhere Kapazitäten an Personen und Güter transportieren als alle anderen Verkehrsträger.

Willkommen in der Zukunft. 
Hallo Austrian Roadmap 2050.

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