Im Rahmen des ÖAMTC-Symposiums diskutierten Experten, wie die Klimaziele mittels E-Fuels (synthetische Kraftstoffe aus Wasser und Kohlenstoffdioxid) erreicht werden können. Unter anderem lieferten sich Staatssekretär Magnus Brunner, EU-Kommissions-Direktor Herald Rujters und weitere politische Vertreter einen Schlagabtausch über die Zukunft des Verbrenners.

Der Green Deal der EU gibt vor, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu reduzieren. Experte Helmut Eichlseder (TU Graz) sieht diesbezüglich im Schwerverkehr ohne Einsatz von Wasserstoff so gut wie keine Möglichkeit diese Ziele zu erfüllen. Auch Jürgen Rechberger (AVL List GmbH) und Karl Dums (Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG) schlossen sich an: Ausschließlich durch Elektromobilität kann dieses Klimaziel im Verkehrssektor unmöglich bis 2030 erreicht werden.

Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, bringt es auf den Punkt: „Die E-Mobilität ist zwar ein zentraler Faktor für die Erreichung der Ziele – allerdings kann es sich allein mit dieser Technologie nicht ausgehen.“ Er weist darauf hin, dass gerade der Umstieg auf E-Mobilität für viele Benutzer*innen aufgrund der Besteuerung nicht leistbar wäre. „Es wäre deutlich zielführender, die bestehende Flotte klimafreundlicher zu machen. Das kann mit E-Fuels gelingen. Denn diese nachhaltigen Kraftstoffe ermöglichen den deutlich CO2-ärmeren oder sogar CO2-neutralen Betrieb eines Verbrennungsmotors.“

Ein allgemeines Verbrennerverbot wird vom Großteil des Podiums kritisch betrachtet. Die Lösung liege darin, diese Motoren CO2-frei zu gestalten und damit die Verbrennung fossiler Kraftstoffe zu vermeiden. Dies wäre das höhere Ziel, hieß es einstimmig. Staatssekretär Magnus Brunner, selbst Lenker eines Wasserstoffautos, betonte: „Es geht weniger um die Technologie, sondern viel mehr um die CO2-Neutralität.“

Die Kosten der Produktion der E-Fuels würden, laut Experten, nicht über das Maß der jetzigen Kraftstoffherstellung hinaus gehen. Finanziell problematisch könnte jedoch die Besteuerung der synthetischen Kraftstoffe an der Zapfsäule werden, wie Wiesinger bereits anmerkte.

© ÖAMTC

Die größte Herausforderung zurzeit liege eben genau in der mangelnden Infrastruktur des Lade- und Tanknetzes für alternative Energieträger. Hier werden von allen Seiten dringend politische und technische Schritte gefordert.

Alois Stöger (SPÖ) erinnerte nochmal an die steigende Mobilitätsfreiheit. „Wir müssen diese Veränderungen aufnehmen und den Verkehr anpassen, sodass er CO2 frei wird.“ Stöger bestätigte nochmal, dass der öffentliche Verkehr weitaus klimafreundlicher ist, als der Individualverkehr und forderte auch für den Gütertransport klare Regelungen mit Zustimmung der anderen Diskussionsteilnehmer.

„Klimaneutralität ist ein Jahrhundertprojekt, für das wir keine hundert Jahre mehr Zeit haben“, drängte Hermann Weratschnig (Die Grünen). Und passend der Grundtenor: Die Elektromobilität ist dringend und wichtig, allerdings nur CO2-neutral und aus erneuerbaren Energiequellen. Auch E-Fuels wie Wasserstoff brauchen neben der passenden Infrastruktur eine saubere Herstellung.

Mehr hierzu und einen Teil der Vorträge findet man demnächst unter www.oeamtc.at.

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