Peter Edelmayer, Geschäftsführer von Dussmann Service Österreich, stellt uns im Gespräch eine Branche vor, die für die Öffentlichkeit oft unsichtbar ist. Als integraler Bestandteil der öffentlichen Infrastruktur, ist das Gebäudemanagement – also Sicherheit, Technik, Reinigung und Verpflegung – eine Dienstleistung ohne die wir unseren Alltag nur sehr schwer bestreiten könnten.

Dussmann Service Österreich ist seit 1968 ein in Österreich fest verankerter Akteur im Bereich des Gebäudemanagements. Aber was macht ein Unternehmen, dass auf Gebäudemanagement spezialisiert ist genau? Welche Leistungen rund um Gebäude bietet Dussmann an?

„Dussmann bietet vier Kernleistungsfelder an. Zum einen die Gebäudereinigung. Das umfasst neben der gängigen Office-Reinigung auch spezialisierte Hygiene-Bereiche wie sie beispielsweise in Spitälern notwendig sind. Das zweite Leistungssegment ist die Betriebsverpflegung. Wir beliefern Betriebe oder Kochen in Großküchen vor Ort, mit ausschließlich frischen Speisen, die komplett ohne Tiefkühlartikel auskommen. Sicherheit spielt natürlich auch eine große Rolle im Gebäudemanagement. Das geht von der Gebäudebewachung über Revierstreifen bis zur Besetzung von Alarmzentralen. Und der vierte Bereich – Heizung, Lüftung, Kühlung und Sanitär – ist die Gebäudetechnik. Mit all diesen Leistungen, die wir aus einer Hand anbieten, steht Dussmann für modernes integriertes Gebäudemanagement.“

Fotocredit: Martin Foddanu Photography

Die Anforderungen haben sich über die vergangenen Jahre sicherlich stark verändert. Welche Entwicklung hat das Gebäudemanagement genommen? Was ist heute anders als noch vor 30 Jahren?

„Die Anforderungen an einen Dienstleister sind heute viel genauer definiert. Das zeigt sich vor allem in Ausschreibungen, die man heute sehr detailliert bearbeiten muss. Das wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass die Quadratmeterleistungen in der Reinigung in einer Ö-Norm im Kollektivvertrag verankert sind. Dadurch hat sich die Branche, vor allem die Reinigung, in den vergangenen Jahren stark professionalisiert. Das ist eine Entwicklung, die ich als sehr positiv sehe, weil die Dienstleister eine vernünftige Leistung zu einem vernünftigen Preis anbieten können. Eine weitere Anforderung ist Nachhaltigkeit. Gebäude zu nutzen macht einen großen Teil des Ressourcenverbrauchs aus. Facility-Management-Unternehmen haben es in der Hand, ihre Service-Lösungen nachhaltig umzusetzen. Wir setzen quer über alle Dienstleistungen Maßnahmen. Im Produktmanagement zum Beispiel verwenden wir eine in enger Zusammenarbeit mit unserem Chemielieferanten entwickelte Unterhaltsreinigungs-Chemie, die mit dem EU-Eco-Label ausgezeichnet ist.“

Fast alle Branchen und Sektoren, angefangen vom Verkehr, über den Einzelhandel oder der Industrie befinden sich seit dem Beginn der Digitalisierung im Umbruch. Welcher Trend zeichnet sich für die kommenden Jahre ab?

„Wie viele Branchen ist auch das Gebäudemanagement sehr stark innovationsgetrieben. Neben der fachlichen und rechtlichen Professionalisierung entwickelt sich die Branche auch in technischer Hinsicht weiter. Im Bereich Sicherheit werden heute Drohnen eingesetzt, die bei verdächtigen Bewegungen, etwa auf Baustellen, automatisiert aufsteigen und im Zweifelsfall Alarm auslösen. Dussmann setzt als erster Dienstleister Geschirr mit RFID-Chips ein, das erkennt, welche Speisen auf dem Teller sind und an der Kasse alles automatisiert und reibungslos abrechnet. Wir setzen also auch ganz stark auf die Digitalisierung.“

Fotocredit: Martin Foddanu Photography

Heißt das im Umkehrschluss auch, dass der Personalaufwand immer geringer wird? Werden wir in Zukunft nur noch von Robotern betreut und bedient?

„Ganz klares Nein. Das liegt weder in unserem noch im Interesse unserer Kunden. Denn das Zwischenmenschliche ist integraler Bestandteil einer Dienstleistung. Wenn ich beispielsweise mittags in die Kantine gehe und mein Essen hole, ist es doch schön, wenn man von einer Person bedient wird, die einem lächelnd ein „Guten Appetit“ mit auf den Weg gibt. Das wird ein Roboter, niemals genauso leisten können. Deshalb wird trotz steigender Automatisierung, Robotisierung und Digitalisierung der Kern unseres Geschäfts immer lauten: „Wir sind ein People-Business.“ Was man aber sehr wohl sagen kann ist, dass die Technik es uns heute ermöglicht durch Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine die Qualität insgesamt zu steigern. Wenn man eine große Halle betrachtet, die gereinigt werden muss, sieht es beispielsweise so aus, dass ein Mitarbeiter mit dem Reinigungsroboter einmal die zu reinigende Fläche abfährt. Hat er das einmal getan, kann der Roboter diese Aufgabe in Zukunft autonom erledigen. Für den Mitarbeiter bleibt jetzt Zeit, die Qualität der Reinigung zu überprüfen oder kleinteilige und detailliertere Reinigungen vorzunehmen. Die Qualität und Effizienz werden durch diese Arbeitsteilung also gesteigert und davon profitieren wir Dienstleister, der Kunde und der Endverbraucher.“

Das Facility Management ist ein integraler Teil der öffentlichen Infrastruktur. Dieser Aspekt kommt in der öffentlichen Wahrnehmung allerdings oftmals zu kurz. Warum ist das so und wie würde unser Alltag ohne organisiertes Facility Management aussehen?

„Das ist richtig. Der Gründer unseres Unternehmens, Peter Dussmann, hat einmal gesagt: „Reinigung und Verpflegung wird es immer geben.“ Und da hat er den Kern getroffen. In der öffentlichen Wahrnehmung ist unsere Branche, speziell die Reinigung, nicht besonders angesehen. Zu Unrecht. Denn stellen Sie sich einmal vor, was passieren würde, wenn es die Reinigung nicht geben würde. Wir hätten sofort einen riesen Aufstand. Wenn Sie morgens ins Büro kommen, dann finden Sie eine saubere Küche, saubere Toiletten und einen sauberen Arbeitsplatz vor. Was im Office-Bereich eine Selbstverständlichkeit ist, wird beispielsweise im Pflege-Bereich zu einer absoluten Notwendigkeit. Was würden Sie in Spitälern, in Pflegeheimen oder in einem Operationssaal machen, wenn es keine Reinigung gäbe? Die Prozesse kämen komplett zum Erliegen. Was wir als Dienstleister tun, geschieht meistens im Hintergrund und das ist auch in Ordnung. Man sieht uns nicht, aber wir sorgen für den reibungslosen Ablauf rund um den Betrieb von Gebäuden, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen.“

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