Die größten Bedrohungen für die heimische Wirtschaft 2022: Cyber- und Gesundheitsrisiken sowie geopolitische Konflikte

Trotz anhaltender COVID-19-Pandemie sind Entscheidungsträger:innen weltweit so optimistisch wie seit 10 Jahren nicht mehr: So gehen mehr als drei Viertel der globalen CEOs (77 %) von einer Verbesserung der Weltwirtschaft im Jahr 2022 aus. Auch in Österreich erwarten sich 74 Prozent des Top-Managements einen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Optimismus der heimischen CEOs für das heurige Jahr ist dabei um ganze 62 Prozentpunkte höher als am Anfang der Corona-Pandemie 2020, als noch 68 Prozent der Führungskräfte einen Wirtschaftsabschwung prognostizierten. Das sind die Kernergebnisse der 25. Global CEO Survey von PwC, bei der 4.446 CEOs in 89 Ländern – darunter 42 Entscheidungsträger:innen aus Österreich – zwischen Oktober und November 2021 befragt wurden.

„Obwohl Omikron einen Schatten auf das Jahresende warf, spricht das hohe Maß an Optimismus der CEOs für die Stärke und Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft. Zudem zeugt es von der Fähigkeit der CEOs, Unsicherheiten und Herausforderungen erfolgreich zu überwinden. Wenn Entscheider:innen ihren Fokus jetzt auf die daraus resultierenden Chancen richten, können sie weiterhin sicher durch die Krise navigieren“, erklärt Peter Perktold, CEO von PwC Österreich.

Vertrauen heimischer CEOs in eigenes Umsatzwachstum ist weiterhin hoch

Während weltweit 56 Prozent der CEOs zuversichtlich hinsichtlich ihres eigenen Unternehmenswachstums sind, zeigen sich Führungskräfte in Österreich weitaus optimistischer: 71 Prozent erwarten, dass ihr Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten wachsen wird. Mit Blick auf die Vorjahreszahlen wird aber deutlich, dass dieser Optimismus auch hierzulande aufgrund der aktuellen Umstände etwas gedämpft wurde. Im Vorjahr gaben noch ganze 92 Prozent der Befragten an, sehr zuversichtlich bzw. zuversichtlich zu sein, dass ihr Unternehmen 2021 ein Wachstum verzeichnen wird.

Cyber- und Gesundheitsrisiken sind die Hauptsorgen der CEOs

Auch wenn der Optimismus der CEOs hoch ist, sind sie sich trotzdem der potenziellen Bedrohungen bewusst, die ihre Unternehmen in den kommenden 12 Monaten treffen könnten. Weltweit und in Österreich werden dabei Cyber- und Gesundheitsrisiken als die größten Bedrohungen für Unternehmen genannt.

Infografik: Sorgen der CEOs. © PwC Österreich

Während heimische CEOs das Risiko durch Cyberbedrohungen letztes Jahr mit 26 Prozent noch als relativ gering einstuften, hat die Sorge vor Angriffen durch Hacker und Cyberkriminelle in diesem Jahr deutlich zugenommen: 64 Prozent gaben an, dass sie diesbezüglich sehr besorgt sind. 81 Prozent antizipieren negative Auswirkungen durch Cyberrisken auf den Verkauf ihrer Produkte und Dienstleistungen. Auch das Bewusstsein für Gesundheitsrisiken hat sich deutlich verändert. Während sich in Österreich im letzten Jahr nur 14 Prozent besorgt über Themen wie beispielsweise Pandemien, chronische Krankheiten oder Beeinträchtigungen der mentalen Gesundheit zeigten, stufen heuer bereits 38 Prozent dieses Risiko als hoch ein.

Nur 21 Prozent der österreichischen CEOs (33 % weltweit) nannte hingegen den Klimawandel als eine der Hauptsorgen für das kommende Jahr, was die Überzeugung widerspiegelt, dass sich dieser in naher Zukunft nicht auf das Umsatzwachstum auswirken wird.

Österreich holt bei Klimaverpflichtungen auf

„Wenn CEOs einen Blick auf die nächsten 12 Monate werfen, machen sie sich vor allem Gedanken über Bedrohungen, die sich direkt auf die Einnahmen auswirken könnten. In diesem Zusammenhang erkennen sie vor allem Cyber- und Gesundheitsrisiken, aber auch geopolitische Konflikte. Bedrohungen wie der Klimawandel und soziale Ungleichheit werden dagegen in Österreich aktuell als weniger riskant eingestuft“, so Peter Perktold. „Längerfristig wird es aber von entscheidender Bedeutung sein, dass CO2-Neutralität und Netto-Null-Verpflichtungen im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie stehen. Nicht nur um die Risiken des Klimawandels zu mindern, sondern auch um den Anforderungen aller Stakeholder gerecht zu werden. Wie unsere Studie erfreulicherweise zeigt, ist dieses Thema aber bereits auf der heimischen Vorstandsagenda angekommen.“

Infografik: CO2-Neutralität. © PwC Österreich

Obwohl noch große Fortschritte nötig sind, um die globalen Klimaziele zu erreichen, gaben in Österreich 79 Prozent der CEOs an, dass sie bereits eine Verpflichtung zur CO2-Neutralität eingegangen sind bzw. diese in Arbeit ist. Dabei steht Österreich über dem weltweiten Durchschnitt (56 %) und sogar vor Deutschland (67 %). Besonders hoch ist das Bekenntnis zur Klimaneutralität in China, wo sich 92 Prozent der CEOs bereits dazu verpflichtet haben bzw. daran gearbeitet wird. Darüber hinaus gaben 22 Prozent weltweit bzw. 17 Prozent der Befragten in Österreich an, dass ihre Unternehmen Netto-Null-Verpflichtungen eingegangen sind; weitere 29 Prozent weltweit bzw. 43 Prozent in Österreich sind aktuell in Verhandlungen zu dieser Verpflichtung.

Die Studie zeigt auch: Der Hauptgrund für österreichische Unternehmen, CO2-neutral zu werden bzw. sich zu Netto-Null zu verpflichten, ist der Wunsch, Kundenerwartungen zu erfüllen. Außerdem treiben die Produktinnovation als auch die Erwartungen der Arbeitnehmer:innen die grünen Verpflichtungen an. „Nachhaltigkeit ist der Erfolgsfaktor der nächsten Jahrzehnte – resultierend aus den immer lauter werdenden Anforderungen der Kund:innen und Stakeholder. Jedes Unternehmen sollte jetzt einen starken Fokus auf ESG legen und die gesamte Unternehmensstrategie darauf auslegen,“ schließt Experte Peter Perktold.

Alle Infos zur 25. Global CEO Survey von PwC finden Sie hier.

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