Im Jahr 2019 wurden im Rahmen der Stromkennzeichnung 81,83 Prozent der Nachweise aus erneuerbaren Energieträgern eingesetzt. „Der Wert der Stromkennzeichnung ist damit im Vergleich zum Vorjahr klar gestiegen, als 76,75 Prozent der Nachweise aus Erneuerbaren stammten.“, zitiert der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch, aus dem soeben veröffentlichten Stromkennzeichnungsbericht.

Die Anteile der eingesetzten Nachweise liegen somit bereits zum zweiten Mal in Folge dicht an der Zusammensetzung der physikalischen Erzeugung in Österreich.

Nachweise aus fossilen Energieträgern sind im vergangenen Jahr weniger häufig eingesetzt worden. Der Anteil sank von 23 Prozent auf 18,6 Prozent, jener der bekannten sonstigen Energieträger ist von 0,42 Prozent leicht auf 0,47 Prozent gestiegen.

Der Anteil erneuerbarer Energie in der Stromkennzeichnung lag im Jahr 2019 bei
81,38 Prozent

„Der Einsatz von ausländischen Nachweisen ist annähernd gleich geblieben und lag bei rund 30 Prozent, 70 Prozent stammen demnach aus Österreich. Norwegen bleibt mit 13,26 Prozent der Hauptlieferant für ausländische Nachweise in Österreich, gefolgt von den Niederlanden mit knapp acht Prozent.“, so Urbantschitsch.

Abbildung: Der Anteil erneuerbarer Energie in der Stromkennzeichnung lag im Jahr 2019 bei 81,38 Prozent

Mehr Grünstromanbieter in Österreich

Insgesamt haben im Jahr 2019 131 Lieferanten Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern ausgewiesen. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, als diese Zahl noch bei 119 Lieferanten lag.

Das System wird modernisiert

Die derzeit geltende Stromkennzeichnung gibt es bereits seit 2001 und hat sich seither grundsätzlich sehr bewährt. „Trotzdem gab es in der Vergangenheit immer wieder Kritik an der getrennten Handelbarkeit der Nachweise und dem Strom. Im Entwurf zum Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz werden nun Weiterentwicklungen des Systems vorgeschlagen, die nun auch zur öffentlichen Diskussion stehen. Ein idealer Zeitpunkt also, um der Stromkennzeichnung eine neue Struktur zu verpassen, die diese einerseits noch transparenter machen und andererseits auf neue Marktentwicklungen eingehen soll.“, erläutert der Vorstand der E-Control, Andreas Eigenbauer, die Pläne der Regulierungsbehörde.

Und weiter: „Wir haben bereits heuer im Sommer einige Vorschläge für eine neue Stromkennzeichnung der Branche vorgestellt und mit dieser diskutiert. Grundlage ist auf jeden Fall, dass die Darstellung der Stromkennzeichnung vereinfacht und reduziert werden soll. Könnte es künftig ein zweistufiges Kennzeichnungsverfahren geben, auch wenn der Lieferantenmix grundsätzlich beibehalten werden soll. Derzeit werden weitere Überlegungen dazu angestellt, die in Kürze konsultiert werden sollen.“

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