Vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger: ein wichtiger Bestandteil der Energiewende ist Biogas. Die aktuelle Gaskrise rückt die Branche ins Rampenlicht und lässt verschiedene Ansätze noch einmal überdenken. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler will mit Biogas aus österreichischer Erzeugung einen Teil der Erdgasimporte aus Russland ersetzen. Die ENERGIEALLIANZ Austria (EAA) forciert den Handel mit Biomethan und sieht steigendes Kundeninteresse. Eine Branche im Umbruch.

Biogas wird in Biogasanlagen erzeugt. Die Branche galt vor Kurzem noch als Auslaufmodell. Denn vor wenigen Jahren waren viele Biogasanlagen konkursreif und wurden geschlossen. Der Grund: Förderungen waren ausgelaufen und der Marktpreis für Biogas dreimal so hoch wie jener für russisches Erdgas. Österreichweit gibt es derzeit nur mehr 280 Anlagen. Dazu kommt, dass fast alle auf die Stromproduktion gesetzt haben. Aktuell werden in Österreich pro Jahr rund 150 Mio. Kubikmeter Biogas erzeugt, davon aber nur 13 Mio. Kubikmeter ins Gasnetz eingespeist. Das wird sich in Zukunft ändern: Das Klimaschutzministerium will mit Biogas aus österreichischer Erzeugung einen Teil der Erdgasimporte aus Russland ersetzen.

Biomethanerzeugung und -nutzung ist zukunftsträchtig

Das bedeutet, viele Biogasanlagen werden umrüsten und Gas in Gasnetz einspeisen. Neue Biogasanlagen werden entstehen, vor allem dann, wenn es eine langfristige, gesetzlich garantierte Abnahme durch ein Erneuerbares-Gas-Gesetz gibt, meinen Branchenvertreter. Sie schätzen das Potenzial bis 2030 auf zehn Prozent des derzeitigen Gasverbrauchs, bis 2040 sogar auf über 20 Prozent. Denn Biomethanerzeugung ist zukunftsträchtig und gerade jetzt wichtiger Bestandteil der zur Erreichung der Klimaziele. Biomethan wird aus organische Reststoffen, Abfällen und organischem Dünger regional erzeugt. Innerhalb von maximal 60 Tagen ist der Vergärprozess abgeschlossen, nach der Reinigung wird aus Biogas Biomethan. Biomethan hat die gleichen Eigenschaften wie Erdgas. Es daher kann ins Erdgasnetz eingespeist werden, ist speicherbar und so ein wertvoller erneuerbarer Energieträger. Bei der Strom- und Wärmeerzeugung ist es für Regelenergieerzeugung einsetzbar und dient damit der Versorgungssicherheit.

Kundeninteresse an Biogas steigt

Karl Borowy, Vertriebsleiter Österreich © ENERGIEALLIANZ Austria

Die ENERGIEALLIANZ Austria beobachtet seit Jahresbeginn, dass das Thema Biogas für Kunden vermehrt in den Fokus rückt. Biogas-Beimischungen werden wesentlich häufiger nachgefragt als noch vor einem Jahr, so Karl Borowy – Vertriebsleiter Österreich. „Zuletzt konnten wir im März einen Kunden von den Vorteilen unseres Produktes in der Qualität Biogas – mit einem Biogas-Anteil von 38% – überzeugen.“ Der Ausbau von Biogas ist eine langfristige, regionale Alternative zu Erdgas und eine von mehreren notwendigen Energiequellen auf dem Weg zur Energiewende.

Pionierprojekt am standardisierten europäischen Biomethanmarkt

Mit Jahreswechsel wurde der Handel mit Biomethanzertifikaten in Österreich standardisiert und der Zugang zum europäischen Biomethanmarkt erleichtert. Ein wichtiger Meilenstein für einen freien Marktzugang, da die bisherigen aufwändigen bilateralen Register-Kooperationsvereinbarungen jetzt wegfallen.

Das EAA-Biogas Siegel © ENERGIEALLIANZ Austria

Die EAA setzte sehr früh auf den Handel mit Biomethanzertifikaten und überprüfte die Möglichkeit zur Vermarktung der Nachweise. Der erste Vermarktungsvertrag mit einem Kunden wurde am 30. November geschlossen. Das war der Startschuss für ein Pionierprojekt im Handel, mit dem Ziel, 10,4 GWh qualitativ hochwertige Biomethan-Herkunftsnachweise international zu vermarkten. In enger Abstimmung mit dem AGCS Biomethan Register Austria war die EAA damit einer der Pioniere des europäischen Biomethanhandels. Ein wichtiges europäisches Pionierprojekt, um gerade jetzt den internationalen Handel zur Erreichung der Klimaziele zu forcieren.

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