Die Infrastruktur hält zusammen, wenngleich die Bedingungen für den Schwerverkehr gerade höchst herausfordernd sind. Wir haben mit einem Sales Director von LKW WALTER, Martin Kvych, gesprochen, der uns einen Einblick in den Alltag der Transportorganisation in Zeiten der Corona Krise gab.

Wie stellt sich Ihr Unternehmen im Mobile-Office-Modus auf und wie sind die Erfahrungen?

Wir haben bereits sehr früh mit Sicherheitsmaßnahmen an unseren beiden Standorten begonnen, um unsere Mitarbeiter/-innen vor Ansteckungen zu schützen und um die technische Infrastruktur für Mobile Office vorzubereiten. Bis heute liegt kein Verdachtsfall in der WALTER GROUP vor und wir arbeiten daran, dass das auch so bleibt. Wesentliche Maßnahmen waren die räumliche Trennung von Gebäudeteilen, die Splittung von systemrelevanten Services, um im Erkrankungsfall weiterarbeiten zu können und die Umstellung unserer operativen Services auf Mobile Office Modus. Nur um eine Größenordnung zu geben: In der WALTER GROUP (inkl. CONTAINEX und den anderen Tochterunternehmen) wurden von über 2.000 Arbeitsplätzen innerhalb weniger Tage bereits rund 1.600 Arbeitsplätze auf Mobile Office umgestellt. Das war für unsere IT keine alltägliche Situation. Dank unserer IT-Infrastruktur und mit bravourösem Einsatz unserer IT-Fachleute konnte diese Umstellung umgesetzt werden.

Bei LKW WALTER – im Transportbereich – arbeiten aktuell ca. 75% unserer Mitarbeiter-/innen von daheim. Diese sind uneingeschränkt via Telefon und E-Mail erreichbar und haben direkten Zugriff auf alle relevante Planungstools, und sie sorgen dafür, dass sich die Räder gerade jetzt, zur Versorgung der Bevölkerung in Europa mit Lebensmitteln, pharmazeutischen Produkten und Gütern des täglichen Bedarfes, weiterdrehen. Wer erlebt hat, wie Supermärkte gestürmt wurden, kann sich vorstellen, dass es an Transporten nicht mangelt. Als Familienunternehmen wissen wir den Einsatz unserer Mitarbeiter/-innen unserer Lieferanten und Transportpartner besonders zu schätzen. Und das tun auch unsere Kunden. Wir haben in den letzten Tagen viele Dankschreiben für die Aufrechterhaltung unserer europaweiten Services erhalten.

Wie stark stockt im Augenblick der Cross-Border LKW-Verkehr – und was hat das für einen Impact auf die Versorgung?

Die Lage ändert sich stündlich und es stimmt bei weitem nicht alles, was im Internet kursiert. Aber die Lage an den Grenzen ist natürlich die Herausforderung der Stunde.  Obwohl die Informationstechnologie auch fortgeschritten ist und z.B. auch das Arbeiten von daheim in großem Umfang ermöglicht, es gilt:  „It’s peoples business“. Virtuelle LKWs gibt es noch keine. Einmal mehr bewährt sich auch unser intermodales Netzwerk, das mit über 200 Bahn- und Short-Sea-Verbindungen und mehr als 300 Abfahrten pro Woche Europas wichtigste Wirtschaftszentren miteinander verbindet.

Wie geht es den Fahrern/-innen draußen auf den Straßen – sie sind ja genauso Helden der Krise, wie auch LEH Angestellte?

Wie es den Fahrern geht? Ein Blick an die Grenzen genügt. Mitte dieser Woche betrug der LKW-Rückstau bei Nickelsdorf knapp 50 km. Stellen Sie sich vor, dass Sie vielleicht am Vortag von Deutschland nach Österreich mussten – bei Blockabfertigung und über 20 km LKW-Rückstau. In ganz Europa wurden Grenzkontrollen eingeführt. Überall kommt es zu teils extremen Verzögerungen, wie derzeit insbesondere auch zwischen Deutschland und Polen oder auch Slowenien, Rumänien etc. Dazu kommen jetzt auch umfassende und zum Teil sehr individuelle Procederes bei praktisch allen Be- und Entladestellen.

Erschwerend für die Fahrer sind die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen an allen Be- und Entladestellen. Neben der Standard-Sicherheitsausrüstung werden zusätzlich Einweg-Handschuhe, Schutzmasken etc. verlangt. Temperaturchecks wurden vielerorts durchgeführt. An vielen Be- und Entladestellen verlängern sich die Wartezeiten, da Verladepersonal fehlt. Ja, Sie haben recht: Fahrer/-innen vor den Vorhang! Sie holen die „Kohlen“ aus dem Feuer, sorgen dafür, dass die Versorgung gesichert ist und verdienen größte Wertschätzung. Das nicht nur in Zeiten der Krise! Und diese Wertschätzung erfahren Sie von uns und unseren Mitarbeiter/-innen, die mit den Fahrern täglich in direktem Kontakt stehen. Es herrscht ein enormer Druck und natürlich kann derzeit nicht immer alles vollkommen reibungslos laufen. Aber was zählt ist, dass am Ende immer Menschen hinter diesen Leistungen stehen, die durch ihren besonderen Einsatz das schier Unmögliche ermöglichen.

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