Die Perspektiven für ein intelligentes Mobilitätssystem von morgen sind äußerst facettenreich. Neben dem reinen Vorhandensein von physischer Infrastruktur wie Straßen oder Bahnhöfen ist auch die Optimierung ihrer Nutzung wichtig. Deshalb erforschen die ExpertInnen am Center for Mobility Systems des AIT die Bereiche Effizienz und Resilienz im Mobilitätssystem.

Die voranschreitende Digitalisierung und die damit einhergehende Verfügbarkeit immer größerer Datenmengen eröffnet neue Möglichkeiten für die Steigerung der Effizienz im gesamten Mobilitätssystem. Durch den Einsatz von Big-Data-Technologien können heute digitale Modelle unseres Mobilitätssystems erstellt werden, die zum Beispiel alle zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel und die Transportinfrastruktur beinhalten. Derartige Modelle erlauben es den ForscherInnen vom AIT Austrian Institute of Technology etwa, die Wirkung von geplanten Maßnahmen zu simulieren, noch bevor diese tatsächlich zum Einsatz kommen.

Effizienz – Wie man ein System optimiert, um Zeit, Kosten und Ressourcen zu sparen

Einen wesentlichen Faktor nimmt dabei der Mensch ein, denn seine Nachfrage nach den unterschiedlichen Mobilitätsangeboten entscheidet letztendlich, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen müssen, damit das System effizient arbeitet. „Wir beschäftigen uns mit der technologiegestützten Erhebung und Modellierung von Mobilitätsnachfrage und untersuchen jene Aspekte, die unsere Verkehrsmittel- und Routenwahl beeinflussen“, erklärt Dr. Stefan Seer, Senior Scientist und Leiter der Gruppe „Integrated Mobility Systems“ am AIT Center for Mobility Systems. „Neben Zeit und Kosten spielen dabei auch die persönliche Einstellung und Lebensumstände eine wichtige Rolle. Mit unseren Methoden können neue Mobilitätsangebote besser auf individuelle Bedürfnisse der NutzerInnen abgestimmt und effizientere Maßnahmen für ein nachhaltigeres Mobilitätsverhalten entwickelt werden.“ Die Forschung entwickelt als verlässlicher Partner aller Akteure und NutzerInnen Lösungen, die Kosten senken, Zeit sparen und gleichzeitig die Umweltverträglichkeit erhöhen.

© AIT / Stefan Seer

Resilienz – Wie gut ein System trotz Störungen funktioniert

Die Resilienz eines Mobilitätssystems zeigt sich hingegen bei ungeplant auftretenden Ereignissen, etwa im Fall von Straßensperren als Folge von Unfällen oder Terroranschlägen, sowie bei Schäden durch Naturereignisse. Ein entsprechend ausgelegtes Mobilitätssystem bleibt auch unter solchen erschwerten Bedingungen funktionsfähig, indem eine Sicherstellung der Personenmobilität und die Versorgung mit Gütern gewährleistet wird.

Auch hier spielen die Modellierungen und Simulationen des Center for Mobility Systems eine wichtige Rolle: „Mittels Simulation kann das Verhalten eines komplexen Mobilitätsystems auch unter Einfluss massiver Störungen, ausgelöst etwa durch Naturkatastrophen oder die COVID-19 Pandemie, untersucht werden. Damit kann ein Mobilitätssystem in unterschiedlichen Szenarien einem virtuellen Stresstest unterzogen werden, um die Leistungsfähigkeit anhand einzelner Parameter vorab zu bewerten. Dies ermöglicht uns, lokale oder großräumige Maßnahmen auf deren Wirksamkeit hin effizient zu evaluieren“, erläutert Dr. Stefan Seer.

Die Forschung hat also nicht nur die Aufgabe, das Mobilitätssystem zu verbessern und zu optimieren, sondern auch, vorherzusagen, was beispielsweise passiert, wenn eine Straße oder Brücke nicht mehr zur Verfügung steht, oder wie man Verkehrsströme der medizinischen Versorgung in Katastrophenfällen sicherstellt. Dies sind nur einige der wichtigen Fragen, denen sich die ExpertInnen des AIT täglich stellen.

© AIT

AIT – Center for Mobility Systems

Am Center for Mobility Systems forschen rund 100 MitarbeiterInnen an Lösungen für die Mobilität der Zukunft. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes werden Personenmobilität, Güterlogistik und Transportinfrastruktur behandelt, wobei Effizienz, Sicherheit und ökologische Nachhaltigkeit im Fokus der Forschungsarbeit stehen.

In der kürzlich erschienenen Publikation „Nachhaltig, Sicher & Digital: Perspektiven für ein menschenzentriertes Mobilitätssystem“werden Perspektiven für ein ganzheitliches Mobilitäts-Ökosystem dargestellt. Anhand der Themenfelder Digitalisierung, klimaverträgliche Mobilität, Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen, Effizienz & Resilienz sowie zuverlässige Transportinfrastruktur geben die ExpertInnen Einblick in die verschiedenen Faktoren, die die Mobilität der Zukunft bedingen.

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