Die Linzer Voestalpine bestreitet neue Wege in Richtung Klimaschutz. Künftig soll gänzlich auf Kohle und Koks verzichtet werden. Eine wesentliche Rolle spielen dabei grüner Wasserstoff und Strom als Energielieferanten für die Eisen- und Stahlerzeugung.

Kosten für dieses Verfahren laut ooe.orf.at: rund eine Milliarde Euro. Unterstützung kommt vom Bund. Im Rahmen des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes sind insgesamt in den nächsten zehn Jahren 500 Millionen Euro für Wasserstoff-Forschung und Entwicklung vorgesehen. Der Gesetzes-Entwurf wurde von der Regierung ins Parlament eingebracht und muss nun im Nationalrat bestehen – notwendig ist eine Zweidrittel-Mehrheit.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler traf Vorstandsvorsitzenden der voestalpine AG, Herbert Eibensteiner. „Wir brauchen in Österreich eine zukunftsfitte und klimafreundliche Industrie. Denn der Wettbewerb der Zukunft wird ein Wettbewerb um die klimafreundlichsten Produkte sein. Wir haben uns ambitionierte Klimaziele gesetzt und das verlangt Veränderung von der heimischen Industrie. Dafür brauchen die Unternehmen gute Rahmenbedingung und Unterstützung. Mit dem Linz-Donawitz-Verfahren hat sich die voestalpine vor gut 70 Jahren an die Weltspitze katapultiert. Mit der klimafreundlichen Stahlproduktion kann sie sich diesen Platz auch für die kommenden Jahrzehnte sichern“, so die Ministerin.

Ziel: CO2-Emmission bis 2030 um ein Drittel zu reduzieren

Der Konzern hat sich hohe Ziele gesteckt. Laut eigenen Angaben wurden rund 2,3 Mrd. Euro in den vergangenen zehn Jahren in den Umwelt- und Klimaschutz investiert.

Die Voestalpine arbeitet bereits mit Hochdruck an technischen Szenarien, um die Dekarbonisierung der Stahlproduktion an den Standorten Linz und Donawitz weiter voranzutreiben. In einem nächsten signifikanten Zwischenschritt können durch einen teilweisen Ersatz der bestehenden Hochofenroute durch eine Hybrid-Elektrostahlroute bis 2030 die CO2-Emissionen um ein Drittel reduziert werden. Das ist im Vergleich zur heute im Einsatz befindlichen Technologie ein massiver Schritt und wird helfen rund drei bis vier Millionen Tonnen CO2-Emissionen in Österreich zu vermeiden. Vorstandsvorsitzender Herbert Eibensteiner: „Die voestalpine bekennt sich ganz klar zu den globalen Klimazielen und zu einer weitgehenden Dekarbonisierung.“

Die voestalpine bekennt sich ganz klar zu den globalen Klimazielen

Parallel forscht der voestalpine-Konzern intensiv an sogenannten „Breakthrough-Technologien“ für die Stahlproduktion, um langfristig Kohle als Energieträger durch CO2-neutralen Wasserstoff zu ersetzen. Forschungsprojekte beinhalten einerseits das EU-Leuchtturmprojekt H2FUTURE am Standort Linz zur Herstellung und Nutzung von „grünem“ Wasserstoff im großindustriellen Maßstab und andererseits am Standort Donawitz Versuchsanlagen zur CO2–neutralen Stahlerzeugung durch Direktreduktion von Erzen mittels Wasserstoff. Darüber hinaus wird auch an Möglichkeiten geforscht, CO2 mittels Wasserstoff in verwertbare Rohstoffe umzuwandeln.

Langfristige Dekarbonisierungsstrategie

Grundvoraussetzung für die Dekarbonisierung der Stahlproduktion – sowohl für die Umsetzung einer Hybridtechnologie unter Einsatz von Elektrolichtbogenöfen als auch für eine langfristige Technologietransformation auf Basis von grünem Wasserstoff – ist jedoch, dass Strom aus erneuerbarer Energie in ausreichender Menge und zu wirtschaftlich darstellbaren Preisen zur Verfügung steht. Nur so werden die zukünftigen Technologien auch tatsächlich wettbewerbsfähig betrieben werden können.

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