Die kalte Jahreszeit bedingt, dass im Winter traditionell mehr Strom verbraucht wird. Die Schließung des Einzelhandels ist jedoch deutlich im Stromverbrauch abzulesen. Nach den ersten Wochen Teil- bzw. einer Woche (KW 47) hartem Lockdown im November hinkt der Stromverbrauch gegenüber dem Vergleichszeitraum um sieben Prozent hinterher.

„Angesichts des Höhepunkts der Corona-Krise im Mai, in dem der Stromverbrauch bis zu 15 Prozent ins Minus rutschte, kann man aber aktuell von einer Stabilisierung auf niedrigerem Niveau verglichen zum Vorjahr sprechen. Ein weiterer Grund, warum aktuell weniger Strom als im Vorjahr verbraucht wurde, ist der wesentlich mildere November verglichen zur Vorjahrsperiode“, sagt Gerhard Christiner, technischer Vorstand der APG. Die geringere Stromnachfrage spiegelt sich auch im Strompreis wider. „Mit rund 32 Euro pro MWh liegt der wöchentliche Strompreis in der Kalenderwoche 44 um fast zehn Euro unter dem Wert von 2019“, ergänzt der kaufmännische Vorstand Thomas Karall. Beide Vorstände betonen, dass „die aktuellen Rahmenbedingungen keine Auswirkungen auf die sichere Stromversorgung haben.“

BILD: APG – Stromverbrauch AUT im Vergleich zum Vorjahr

Ein Blick auf den europäischen Stromverbrauch zeigt, dass vor allem Frankreich mit aktuell minus 14 Prozent und Spanien mit minus elf Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich unter der Corona-Krise leiden. In diesen beiden Ländern spiegeln sich die Maßnahmen eines harten umfassenden Lockdowns im Stromverbrauch wieder. In Deutschland (minus zwei Prozent) und Tschechien (null Prozent) ist die Pandemie jedoch kaum im Stromverbrauch abzulesen (siehe Grafik Stromverbrauch europavergleich).

Erzeugung aus Erneuerbaren weiterhin stark

„Obwohl die Erzeugung grünen Stroms im Winter traditionell abnimmt, ist der Anteil an Strom aus grüner Energie immer noch hoch. Das liegt vor allem an der guten Wasserführung. Die Wasserlaufkraft der Donau lag heuer tagesweise bei bis zu 40 Prozent über dem langjährigen Schnitt“, erklärt Christiner. Eine 100-prozentige Deckung des Stromverbrauchs durch Erneuerbare ist zur kalten Jahreszeit kaum möglich. Österreich zählt zurzeit zu den Stromimporteuren in Europa. „Im Jahresvergleich beträgt der Import für den Monat Oktober 2020 mit 241 GWh aber nicht mal ein Viertel des Importwertes aus 2019 mit 1069 GWh. Das liegt an der guten Wasserführung und dem geringeren Heizbedarf wegen dem milden Herbstwetter im Oktober“, sagt Christiner. Gleichzeitig kann der grüne Strom aus erneuerbaren aufgrund fehlender Stromnetzkapazitäten nicht umfassend nutzbar gemacht werden. Die fast täglich notwendigen Redispatch-Maßnahmen verursachten heuer schon Kosten in Höhe von 115 Millionen Euro (siehe Grafik Redispatch). „Die geplanten Netzaus- und Umabuprojekte der APG, wie u.a. die Errichtung der Salzburgleitung, die Erneuerung der Weinviertelleitung oder auch die Stromversorgung im Zentralraum Oberösterreich sind deshalb unabdingbar, um in Österreich für eine sichere Stromversorgung, die einfachere Integration von Erneuerbaren, preisgünstigen Strom und dadurch für einen nachhaltig starken Wirtschaftsstandort Österreich zu sorgen“, konstatiert Karall.

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