Auf rund einer halben Milliarde Euro belaufen sich die Kosten für die Linzer Stadtbahn. Die Hälfte wird vom Bund beigesteuert, die andere Hälfte teilen sich Stadt und Land mit einem Schlüssel von 85:15. Oberösterreich ist viertes Bundesland nach Tirol, Vorarlberg und Salzburg, das beim 1-2-3-Ticket an Bord ist.

Mit einem Gesamtvolumen von rund 540 Mio. Euro startet das Linzer Nahverkehrsprojekt durch. Von diesen Mitteln werden von Seiten des Landes 230 Millionen Euro in die „OÖ Regional-Stadtbahn“ investiert. Mit dem Mammutprojekt werden Stausituationen reduziert, die Lebensqualität gesteigert und darüber hinaus Arbeitsplätze geschaffen. Nun wurden Absichtserklärungen zwischen Stadt, Land und Bund sowie eine zwischen Land und Stadt unterzeichnet. Die Absichtserklärungen zwischen Bund und Land beinhalten Vereinbarungen für den zukunftsweisenden Ausbau des „OÖ Regional-Stadtbahn“-Konzepts. Darüber hinaus haben sich Bund und Land auf die Einführung des 1-2-3- Klimatickets geeinigt. Noch in diesem Jahr wird die österreichweite Stufe eingeführt. Auch in Oberösterreich soll in diesem Jahr eine Flächenkarte für den Öffentlichen Verkehr an den Start gehen. Dazu wurden von Bund und Land konkrete Vereinbarungen beschlossen.

Weichen stellen für die Zukunft:

Für zahlreiche Berufstätige sind die morgen- und abendlichen Hauptverkehrszeiten verbunden mit Zeitverlusten am Arbeitsweg und nervenaufreibendem Stress. Inklusive dem Wirtschafts- und Freizeitverkehr wird die Stadtgrenze täglich mehr als 300.000 Mal überquert. Ein attraktiver Öffentlicher Verkehr bildet die wichtigste Säule für eine zukunftsfitte Entwicklung des Zentralraums. Aus diesem Grund haben Stadt und Land ein gemeinsames ÖV-Konzept, bestehend aus Stadtbahnen kombiniert mit OBuslinien entwickelt. Die „OÖ Regional-Stadtbahn“ fungiert dabei als überregionale Anbindungslinie, die Regionen und Landeshauptstadt verbindet, während die innerstädtische O-Buslinie optimale Umstiegs-Situationen zu weiteren Knotenpunkten gewährleistet. Darüber hinaus erhalten Studierende der JKU eine direkte Anbindung zum Linzer Hauptbahnhof.

Die Details zum Ausbau:

  • Künftig soll die S6 Mühlkreisbahn vom Mühlkreisbahnhof in Urfahr über den Nahverkehrsknoten Urfahr Ost beim Gasthof Lindbauer führen und auf der mittlerweile schon zusammengefügten Neuen Eisenbahnbrücke die Donau überqueren. Die Donaulände / Hafenstraße wird auf einer Überführung gekreuzt, bevor die Trasse unterirdisch weitergeführt wird. Die Haltestellen Kepler Uniklinikum und Europaplatz werden unterirdisch angefahren, bevor die neue „OÖ Regional-Stadtbahn“-Trasse wieder auftaucht und in das bestehende Schienennetz der ÖBB integriert.
  • Die S7 aus Richtung Gallneukirchen verläuft entlang des Donaudammes, bevor sie beim Knoten Urfahr Ost entlang derselben Trasse, auf der bereits die S6 geführt wird, einbindet. Der Nahverkehrsknoten Urfahr-Ost in ein zentraler Mobilitätsstützpunkt bei dem OÖ Regional-Stadtbahnen, Straßenbahnen und O-Busse aufeinandertreffen. Daraus erwachsen gleichzeitig zahlreiche Verbindungsmöglichkeiten für die zukünftigen Fahrgäste.
  • Ein weiterer Mobilitätsknoten wird an der neuen S-Bahnstation „Linz Franckviertel“ entstehen. Der leistungsfähige Umstiegsknoten zwischen den S-Bahnlinien S1 und S3 wird effizient mit dem innerstädtischen Nahverkehr der O-Busachse verknüpft. Mit der Errichtung der O-Busachse zwischen den Stadtteilen Urfahr und Neue Welt wird ein umweltfreundliches und optimales innerstädtisches ÖV-System geschaffen.

S-Bahn und Obus-Linien statt „Neuer Schienenachse“

Zur infrastrukturellen Stärkung des Wirtschaftsstandortes, zur notwendigen Reduktion von CO2 und zur Erhöhung der Lebensqualität der Bevölkerung werden in Linz zahlreiche Maßnahmen für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs gesetzt. „Diese Offensive garantiert eine umweltverträgliche Verkehrslösung für den Raum Linz. An Stelle der ursprünglich geplanten ,Neuen Schienenachse‘ wird der Osten der Stadt nun durch moderne, zeitsparende und emissionsfreie Obusse erschlossen“, betonen Bürgermeister Klaus Luger sowie Vizebürgermeister Markus Hein. Land Oberösterreich und die Stadt Linz setzen gemeinsam auf ein SBahnkonzept und auf den Ausbau von neuen O-Buslinien. Im Besonderen werden dafür aktuell ungenutzte öffentliche Verkehrsachsen genützt, wie etwa die ehemalige ÖBB- Hafenbahntrasse.

Rasch und sauber unterwegs

Obus und Stadtbahnen bringen den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber den bestehenden ÖV-Netzen sowie dem PKW-Verkehr deutliche Reisezeitvorteile mit sauberer CO2-freier Mobilität. Mit der Realisierung der Obus-Linien werden zwei wesentliche Verbesserungen für die Linzer Bevölkerung erreicht:

  • Erstens: Im Osten von Linz wird ein leistungsfähiger und schneller Linienverkehr zwischen dem Mühlkreisbahnhof in Urfahr und der Neuen Welt ermöglicht. In Anlehnung an die ursprünglich konzipierte „Neue Schienenachse“ können wichtige Ziele entlang der Achse Donaulände / Hafen – Universitätsklinikum (KUK) – Neue Welt bis 2025 erschlossen werden. Dort angesiedelte Betriebe und die Wohnbevölkerung erhalten ein gutes Angebot mit raschen Verbindungen.
  • Zweitens: zusätzlich mit der Einrichtung der neuen 0bus-Achse wird der Linienverkehr mit der bereits bestehenden Straßenbahnachse verknüpft. Der geplante Nahverkehrsknoten „Franckviertel“ sorgt für eine bessere Verteilung der Fahrgäste im Netz der Linz Linien. Durch die neuen Linien wird im Gesamtnetz ein Fahrgastzuwachs von 6.400 Personen pro Werktag erwartet.

1-2-3-Klimaticket kommt – im Bund und in Oberösterreich

Auch hinsichtlich günstiger und einfacher Ticketangebote kann heute ein echter Meilenstein erzielt werden. Die Vereinbarung zwischen Bund und Land beinhaltet neben der Einführung des österreichweiten 1-2-3-Klimatickets auch die Umsetzung der regionalen Stufe im Jahr 2021. Bis 30. April 2021 werden dafür die konkreten Umsetzungsverträge finalisiert. Ziel ist, dass die Menschen die Öffis in Zukunft noch einfacher, bequemer und günstiger nutzen können. Dafür braucht es eine gut ausgebaute Infrastruktur, das passende Angebot und ein günstiges und bequemes Ticket. Mit dem Öffi-Paket für Oberösterreich wird dabei heute ein sehr großer Schritt in diese Richtung gemacht. Mit einem günstigen Ticket für die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher. Mit dem 1-2-3-Klimaticket geht es also schon in diesem Jahr für alle Menschen in Österreich um umgerechnet 3 Euro am Tag durch ganz Österreich. Und das bequem mit jedem Bus, jedem Zug und jeder Straßenbahn.

Die Stimmen:

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Gemeinsam ist uns heute ein wirklich gutes Paket für Oberösterreich gelungen. Wir bringen die Regionalstadtbahn auf Schiene und investieren gemeinsam in eine gute und moderne Infrastruktur. Und die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher profitieren noch in diesem Jahr von einem günstigen Ticket für alle Öffis. Mit dem 1- 2-3-Klimaticket um 1095 Euro ein Jahr lang bequem mit jedem Zug, mit jedem Bus und mit jeder Straßenbahn durch ganz Österreich – und das schon 2021“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer: „Die Corona-Krise drängt derzeit Vieles in den Hintergrund. Aber in Oberösterreich wird weiter konsequent für die Menschen im Land gearbeitet. Mit diesem zukunftsweisenden Mobilität-Paket zeigen wir, dass sich Oberösterreich vom Corona-Virus nicht ausbremsen lässt“, betont Landeshauptmann Mag Thomas Stelzer. „Um Oberösterreich wieder stark zu machen, braucht es leistungsfähige, schnelle und klimafreundliche Verkehrsverbindungen. Das klimafreundliche Paket entlastet Pendlerinnen und Pendler, stärkt den Wirtschafts- und Arbeitsmarktstandort und steigert die Lebensqualität der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher“.

Statement Bürgermeister Klaus Luger: „Die nun zustande gekommene Einigung über die Finanzierung derart wichtiger Nahverkehrsprojekte ist ein Meilenstein auf dem Weg in die Verkehrszukunft des Linzer Zentralraums. Dies ist wichtig für die wirtschaftliche Infrastruktur unserer Stadt, für die Lebensqualität unserer BürgerInnen und für einen aktiven Umweltschutz zur CO2-Reduktion. Und vor allem zeigt diese Lösung eines: wenn alle Beteiligten kompromissbereit an einem Ziel arbeiten, werden Herausforderungen der Zukunft bewältigt“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

Statement Verkehrslandesrat Steinkellner: „Die Willensbekundungen den Öffentlichen Verkehr im Zentralraum ausbauen zu wollen, begleitet unser Heimatland nun schon mehrere Jahrzehnte. In unterschiedlichen Programmen wurde immer wieder die Wichtigkeit verdeutlicht. Mit dem heutigen Tag gestalten wir die Zukunft, indem wir die Weichen für das größte Schienen-Infrastrukturprojekt seit dem zweiten Weltkrieg, gemeinsam stellen. Viel Herzblut ist in dieses Mammut-Projekt geflossen und die zahlreichen Gespräche und Verhandlungsrunden beweisen das es ein langer und steiniger Weg war. Aber das Ergebnis das wir damit für die Menschen erzielen, ist von generationenübergreifender Bedeutung. Wir ermöglichen damit für zahlreiche Fahrgäste den einfachen Zugang zu einem attraktiven, pünktlichen, verlässlichen und klimafreundlichen Mobilitätsangebot. Ich möchte mich dafür bei allen Partnern für das erfolgreiche Miteinander bedanken.“

Statement Klimalandesrat Stefan Kaineder: „Dies ist ein sensationeller Tag für die Verkehrszukunft in Oberösterreich. Erstens durch den Vertragsabschluss für die Linzer Stadtbahn, der den Weg frei macht für das wichtigste Schienenprojekt Oberösterreichs. Zweitens, dass es nun auch aus Oberösterreich Unterstützung für das 1-2-3-Ticket gibt. In Summe ergibt dies einen historischen Schub für den Öffentlichen Verkehr in Oberösterreich, eine Frohbotschaft für abertausende Pendlerinnen und Pendler und einen Meilenstein für den Klimaschutz. Damit setzen wir jetzt einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Verkehrswende in Oberösterreich. Durch Klimaschutzministerin Gewessler hat der Schienenausbau jetzt oberste Priorität und die Bagger fahren in Oberösterreich dort auf, wo wir sie brauchen: beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs!“

Vizebürgermeister Markus Hein, Klubobmann Ing. Herwig Mahr, Bürgermeister Klaus Luger, Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Klimalandesrat Stefan Kaineder (v.l.n.r.).    © Stadt Linz

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