Dem Arbeitsmarkt fehlen zunehmend Fachkräfte in einigen Schlüsselbereichen. Zusätzlich wird die Gesellschaft immer älter. Eine gewinnbringende Lösung ist bislang noch nicht in Sicht. Genau in diesem Kontext kommt das Thema Robotik immer wieder auf und könnte ein Ausweg aus der Misere sein. Die Auswirkungen des Fachkräftemangels sind in einigen asiatischen Ländern schon jetzt deutlich spürbar und werden auch den deutschsprachigen Raum bald treffen. Zeit für eine offene Haltung gegenüber neuen Technologien.

 

(12. Januar 2023, Sandra Beck)

Österreich kann auf eine positive Bilanz im Bereich der Arbeitslosigkeit im letzten Jahr zurückblicken. Denn der heimische Arbeitsmarkt hat sich trotz Konjunkturschwäche zum Ende des Jahres gut entwickelt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahr in ganz Österreich zurückgegangen, im Schnitt liegt sie laut Arbeitsmarktservice (AMS) bei 7,4 Prozent. Einige Bundesländer, wie beispielsweise Tirol verzeichnen sogar Rekordwerte. Der durchschnittliche Prozentsatz der Arbeitslosen des letzten Jahres beträgt nur 4 Prozent. Der positive Trend lässt sich in nahezu allen Regionen, Branchen und Gesellschaftsschichten erkennen.

Trend der sinkenden Erwerbsbevölkerung wird sich fortsetzen 

Trotz der niedrigen Arbeitslosenquote fehlen immer noch viele Fachkräfte – und das in nahezu allen Bereichen, allen voran Industrie- und Finanzwesen, Technik, IT, Hotel und Gastronomie. Die Engpässe sind sogar noch höher als vor der Pandemie und der Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen, denn die Erwerbsbevölkerung in den größten Industrienationen sinkt. Prognosen zeigen, dass im Jahr 2050 rund 600.000 Menschen in Österreich über 65 Jahre alt sein werden, während es circa 300.000 weniger Erwerbstätige in der Altersklasse der 20 – 65-Jährigen geben wird. Vor allem die Babyboomer aus den geburtenstarken Jahrgängen aus den 60er-Jahren werden zwischen 2025 und 2035 in den Ruhestand gehen. Dem Arbeitsmarkt gehen so hunderttausende Arbeitskräfte in Österreich verloren. Neben der stärkeren Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren, bräuchte es auch eine stärkere Zuwanderung, um das Erwerbsdefizit ausgleichen zu können.

Notwendigkeit eines Umdenkens im Bereich des Fachkräftemangels 

Immer mehr Expert:innen raten zu einem Umdenken im Bereich des Fachkräftemangels und weisen auf neue innovative Technologien hin, wie zum Beispiel den Einsatz von Robotern in verschiedenen Bereichen. Seit den Neunzigerjahren übernehmen sie in Fabriken immer mehr Aufgaben, die vorher von Hand erledigt werden mussten. Heute arbeiten in beispielsweise deutschen Fertigungshallen so viele Industrieroboter im Akkord wie in keinem anderen europäischen Land. Höher ist die Roboterdichte, eine wichtige Kennzahl für den Automatisierungsgrad einer Volkswirtschaft, nur in einigen Ländern Ostasiens.

Roboter auf dem Vormarsch als Ergänzung statt Ersatz 

Die Probleme, die auf den deutschsprachigen Raum noch zukommen, sind dort schon akut: Japan, das im Ranking den dritten Platz vor Deutschland einnimmt, hat die älteste Bevölkerung der Welt, Spitzenreiter Südkorea kämpft seit Jahren mit der global niedrigsten Geburtenrate. Doch auch im Rest der Welt sind Roboter auf dem Vormarsch. Seit 2015 ist die Zahl der jährlich verkauften Indus­trieroboter nach Schätzung der International Federation of Robotics (IFR) um mehr als 70 Prozent gestiegen. Mehr als 3 Millionen Roboter sind heute in Fabriken auf der ganzen Welt im Einsatz – davon allein fast eine Million in China. Die Volksrepublik ist der global am kräftigsten wachsende Markt für Industrieroboter und überholte erst kürzlich die USA und belegt laut dem World Robotics Report (2022) heute den fünften Platz. Vorne dabei sind unter anderem Südkorea, Singapur, Japan und Deutschland, während Österreich Platz 16 belegt und die Schweiz Platz 11.

Ranking der verwendeten Roboter im Jahr 2022 pro 10.000 Angestellte laut World Robotics 2022 Report. © World Robotics 2022

Wo Jobs ersetzt werden, entstehen im Gegenzug neue Jobs

Die Indus­trieländervereinigung OECD erwartet, dass jeder siebte Job in ihren Mitgliedsländern in den nächsten zehn bis 15 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 70 Prozent diesem Wandel zum Opfer fällt. Einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit fürchtet die Organisation deshalb dennoch nicht. Nicht alle Tätigkeiten lassen sich komplett automatisieren, vielmehr sollen die Robotertätigkeiten als eine Ergänzung angesehen werden, als ein Ersatz. Dort wo Jobs dennoch ersetzt werden würden, entstehen im Gegenzug an anderer Stelle neue Jobs.

Schaffen von Akzeptanz in der Gesellschaft für diesen Wandel

Die notwendigen Qualifikationen für diese neuen Tätigkeiten würden allerdings immer höher. Dort liegt das Problem, denn darauf vorbereitet sind nur etwa die Hälfte der Arbeitnehmer:innen. Um sie für den Wandel zu wappnen, brauche es dringend Weiterbildungsprogramme, vor allem für Geringqualifizierte. Weiters muss Akzeptanz in der Gesellschaft für diesen Wandel geschaffen werden. Schon bei vielen Themen, welche gänzlich neu für die Menschen sind, herrscht auch viel Ablehnung, da dies zuerst mal als Bedrohung angesehen wird, siehe den digitalen Wandel im Bereich von Social Media und dem Smartphone. Auch dort sagt man anfangs, diese werden nur geringfügig in den Bereich des Menschen eindringen. Warum also nicht einmal eine offene Haltung für Veränderung einnehmen?

Denn nicht nur im Berufsleben sind Roboter stark im Kommen. Aus den Fabriken heraus sind sie schon in einigen Bereichen unseres Lebens Gang und Gebe, allen voran im Haushalt nehmen sie uns ein bisschen Arbeit ab, wie zum Beispiel beim Staubsaugen oder Rasen mähen.

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