Digitalisierung, Mobilitätsmix, U-Bahn Ausbau: Die Wiener Linien GeschäftsführerInnen Günter Steinbauer und Alexandra Reinagl im Zuge der Roadmap 2050 Veranstaltung „Urban Mobility“ über den Stadtverkehr der Zukunft.

Wie glauben Sie, sieht in Wien die Urban Mobility der Zukunft aus?

Günter Steinbauer: „Generell gilt, dass sich das Mobilitätsverhalten der Menschen ändert. Schon seit einigen Jahren gibt es in Wien mehr JahreskartenbesitzerInnen als PKW-Zulassungen. Das wird sich im Idealfall auch weiter so entwickeln. Menschen werden in Zukunft noch mehr als heute unterschiedliche Mobilitäts- und Sharing-Angebote kombinieren und nutzen. Und hier sind auch die Wiener Linien als Mobilitätsdrehscheibe mit ihrem Angebot mehr denn je gefordert. Der öffentliche Verkehr selbst wird sich unter anderem immer weiter in Richtung Automatisierung entwickeln. Was im U-Bahn-Bereich in anderen Städten schon Realität ist, nimmt nun auch in Wien konkrete Formen an: Nämlich mit dem Bau der ersten automatischen U-Bahn-Linie, der U5.“

Mag. Alexandra Reinagl und D.I. Günter Steinbauer

Vor welchen Herausforderungen stehen die Wiener Linien als Mobilitätsdienstleister derzeit?

Alexandra Reinagl: „Wien wächst. Immer mehr Menschen müssen durch die Stadt befördert werden. Wachstum im öffentlichen Verkehr ist aber kein Selbstläufer. Unsere Herausforderung ist es, den Fahrgästen den Umstieg auf die Öffis noch leichter zu machen und einen gesamtheitlichen Mobilitätsmix anzubieten. Einerseits erreichen wir das durch den Aus- und Neubau von Bus, Bim und U-Bahn sowohl innerstädtisch als auch am Stadtrand. Mobilität muss andererseits aber auch weiter gedacht werden. Deshalb verknüpfen wir öffentlichen Verkehr mit anderen, umweltfreundlichen Mobilitätsformen wie Car- und Bikesharing. Mit den WienMobil-Stationen und der umfassenden WienMobil-App verknüpfen die Wiener Linien die Mobilitätsformen in der analogen und der digitalen Welt. Wir sind mit Trends wie Individualisierung und Agilität konfrontiert. Darauf gilt es mit maßgeschneiderten und individuellen Mobilitätsangeboten in Echtzeit zu reagieren.“

 

Welche Rolle spielt Digitalisierung bei den Wiener Linien?

Alexandra Reinagl: „Digitale Lösungen begleiten uns auf allen Ebenen! Das beginnt beim Online-Ticketkauf, führt über den direkten Kundendialog auf unseren Social-Media-Kanälen und geht bis zur digitalen Fahrgast-Info in den Haltestellen sowie via Website, Twitter und App. Wir holen unsere Fahrgäste aber schon vor Fahrtantritt digital ab. In der WienMobil-App ist das Anzeigen und der Kauf von Tickets, Routenplanung und individuelle Push-Nachrichten zu ausgewählten Linien möglich. Natürlich beschäftigen wir uns auch in anderen Unternehmensbereichen wie etwa der Fahrzeugtechnik oder der Infrastruktur mit Digitalisierung.“

Wie wichtig ist die U-Bahn im Wiener Verkehrsnetz?

Günter Steinbauer: „Die U-Bahnen sind quasi die Lebensadern der Stadt Wien. Ohne sie wäre innerstädtische Mobilität praktisch unmöglich. Sie sind schnell, zuverlässig, sauber und sicher. 463 Millionen Fahrgäste waren 2018 auf dem 83 Kilometer langen U-Bahnnetz der Wiener Linien unterwegs. Unsere Garnituren haben im vergangenen Jahr 15,6 Millionen Kilometer hinter sich gebracht. Mit dem Bau des Linienkreuzes U2xU5 tragen wir dem Einwohnerzuwachs Rechnung und entlasten gleichzeitig Linien, die bereits an der Belastungsgrenze sind.“

Wenn wir schon beim Thema sind: Warum hat man sich dazu entschieden innerstädtisch die U-Bahn auszubauen?

Günter Steinbauer: „In den vergangenen Jahren haben wir Verlängerungen an den Stadtrand – wie etwa die U2 in die Seestadt Aspern oder die U1 nach Oberlaa – durchgeführt. Wieder im Zentrum zu bauen ist eine mutige, vorrausschauende Entscheidung für die Zukunft von Wien. Das Linienkreuz U2xU5 hebt das innerstädtische U-Bahn-Netz auf eine neue Ebene: Stark frequentierte Linien werden entlastet und die Fahrgastströme werden innerhalb des Netzes gleichmäßiger verteilt. Neue Verbindungen und zusätzliche Knotenstationen optimieren die Reisezeiten für unsere Fahrgäste. Bis 2025 sollen 80 Prozent der Wege in der Stadt umweltfreundlich zurückgelegt werden. Ein attraktives Öffi-Netz ist der Schlüssel, um dieses Ziel auch zu erreichen.“

3D-Visualisierung der zukünftigen Knotenstation Rathaus von U2 und U5.

Wien ist zum 10. Mal in Folge die lebenswerteste Stadt der Welt, welchen Beitrag leisten die Wiener Linien für diesen Erfolg?

Alexandra Reinagl: „Jeder Öffi-Fahrgast trägt seinen Teil dazu bei, Wien zu einer noch lebenswerteren Stadt zu machen. Dank Öffis gibt es mehr Platz, bessere Luft und weniger Lärm in der Stadt. Aber nicht nur das: Mit jeder Öffi-Fahrt schützen wir alle das Klima und sparen bis zu 80 Prozent CO2-Emissionen. Mit Straßenbahn und U-Bahn sind bereits rund 80 Prozent der Fahrgäste elektrisch unterwegs.“

Die Wiener Linien bauen und betreiben das mehr als 1.000 Kilometer lange Netz von U-Bahn, Autobus und Straßenbahn in der Stadt und sorgen dafür, dass jeden Tag 2,6 Millionen Fahrgäste rasch, sicher und bequem an ihr Ziel kommen. Mit mehr als 8.600 MitarbeiterInnen sind die Wiener Linien einer der größten Arbeitgeber der Stadt.

Fotos: Wiener Linien

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