Ein Großaufgebot an Vertretern aus Energiewirtschaft und Politik wird heute bei der offiziellen Eröffnung des Solarparks Friesach erwartet. Auch Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) kündigte ihr Kommen an.

Bei dem Solarpark handelt es sich laut KELAG um die größte solarthermische Anlage in ganz Österreich. Um den bestmöglichen Standort zu finden und die Versiegelung zusätzlichen Bodens zu vermeiden, sei lange gesucht worden, sagte die zuständige Landesrätin Sara Schaar (SPÖ). 1,3 Hektar groß ist das Kollektorfeld am Stadtrand von Friesach. 436 Sonnenkollektoren mit einer Gesamtfläche von 5.750 Quadratmetern werden 2,8 Millionen Kilowattstunden Wärme im Jahr erzeugen. Umgesetzt worden ist der Solarpark von den drei Unternehmen KELAG, GreenOnetech und Unser Kraftwerk. Unser Kraftwerk errichtete, finanziert über ein Bürgerbeteiligungsmodell, den Solarpark, die Fernwärmeleitung und den Pufferspeicher. In den Sommermonaten deckt der Solarpark den Warmwasserbedarf der Fernwärmekunden in Friesach ab. In der Übergangszeit kann die Energie für die Heizung genutzt werden. Insgesamt 15 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs der Kunden in Friesach werden erzeugt.

Warmwasser über Fernwärmeleitung zum Stadtkern

Rund zwei Millionen Euro wurden in das Klimaschutz-Projekt investiert. Unterstützung kam vom Bund und vom Land Kärnten. Die erzeugte Wärme des Solarparks wird in das zehn Kilometer lange Fernwärmenetz der KELAG eingespeist. 2,5 Millionen Kilowattstunden werden damit abgedeckt, das entspricht dem Jahresbedarf von 500 Wohnungen.

Solarthermie gehört bei Neubauten zum Standard

Im Sommer und in der Übergangszeit werde kein Brennstoff mehr eingesetzt werden müssen, außer es gebe einmal wirklich eine Woche durchgehend bedeckten Himmel, sagte Melcher: „Wir werden die Energie nur noch aus der Sonne liefern können.“ Durch die neue Anlage können pro Jahr 300.000 Liter Heizöl beziehungsweise 600 Tonnen Holz ersetzt werden. Ende Juli soll die zwei Millionen Euro teure Anlage in Betrieb gehen.

Referenzprojekt für Greenonetec

Für die Firma Greenonetec aus St. Veit an der Glan, die die Kollektoren liefert, ist Friesach eine Referenzanlage, sagte Geschäftsführer Robert Kanduth. Schon demnächst erwarte er Interessierte aus mehreren Ländern, die Solarthermieanlagen planen, darunter auch eine Delegation aus Mexiko. „Wir werden die ganze Welt hierher nach Frisach einladen und dann erwarten wir uns, dass wir auch neue Projekte bekommen“, sagte Kanduth.

Warmwasser landet im Pufferspeicher

Auf dem Kollektorfeld wird das Wasser in den einzelnen Kollektoren auf 90 Grad erwärmt und über die Fernwärmeleitung in den Pufferspeicher beim Heizwerk transportiert. Das Warmwasser kann darin – auch wenn die Sonne nicht scheint – bis zu drei Tage auf Temperatur gehalten werden. Von der Planung bis zum Baustart der zwei Millionen Euro teuren Solarthermieanlage vergingen fünf Jahre. „Viel zu lang“, sagte Projektbetreiber Gerhard Rabensteiner: „So etwas müsste man normalerweise innerhalb von einigen Monaten durchbringen, denn es gibt ja keine großartigen Beeinträchtigungen und wenn man gewerberechtlich verhandelt, bekommt man das relativ schnell auf die Reihe.“

Nun sind die Bauarbeiten abgeschlossen und die ersten Liter Warmwasser aus Sonnenenergie können durch die Fernwärmeleitung in Richtung Stadtkern fließen.

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