Gebrüder Weiss transportiert HP-Produkte mit Elektro-Lkw. Mit Ökostrom geladen, spart jeder MAN eTGM rund 50 Tonnen CO2 pro Jahr

Seit Anfang Juni 2021 transportiert der Logistikdienstleister Gebrüder Weiss technisches Equipment für den Computer- und Druckerhersteller HP mit einem Elektro-Lkw. Dies ist nach Angaben des Unternehmens bereits das zweite Null-Emissions-Fahrzeug im eigenen Fuhrpark.

50 Tonnen weniger CO2-Ausstoß

Im Jahresvergleich spare das Modell eTGM vom Hersteller MAN rund 50 Tonnen CO2 gegenüber einem herkömmlichen Dieselantrieb ein. Um emissionsfrei unterwegs sein zu können, kommt Ökostrom zum Einsatz. Der Lkw hat eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern pro Akkuladung und versorgt täglich den Elektronik-Großhandel im Großraum Wien.

Ziel ist eine klimaneutrale Logistik

Mit diesem zweiten Elektrofahrzeug unternimmt Gebrüder Weiss nach eigenen Angaben einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Integration nachhaltiger Antriebsformen innerhalb der Lieferketten. Neben den vollelektrisch angetriebenen Motorwagen, die beide mit Ökostrom geladen werden, hat der Logistiker auch ein Modell mit Wasserstoffantrieb sowie mehrere Erdgas-Lkw im Einsatz. Mit diesen und weitere Initiativen will Gebrüder Weiss bis zum Jahr 2030 klimaneutral agieren können.

Bringt Klimaschutz auch Profit?

Wer bei der Logistik auf Kooperation setzt, schont das Klima. Dass beim Überwinden von Firmen- und Ländergrenzen auch spannende neue Geschäftsfelder entstehen, ist allerdings in der Branche noch zu wenig bekannt. Doch der Gedanke zieht immer weitere Kreise. KMU bilden das Rückgrat der Wirtschaft. Auch für das Erreichen der Klimaziele ist ihr Engagement unerlässlich. Da kleine Betreiber 99 Prozent der Unternehmen im europäischen Straßengüterverkehr ausmachen, spielen sie eine Schlüsselrolle bei der Reduzierung von CO₂-Emissionen. Das zeigt eine Studie der Kühne Logistics University in Hamburg. In Zahlen ausgedrückt: In Europa gibt es mehr als 500.000 Transportunternehmen, 99 Prozent von ihnen sind KMU mit weniger als 50 Beschäftigten. Zwei Drittel dieser Spediteure betrachten die Dekarbonisierung des Güterverkehrs als prioritär, gleichzeitig sehen viele im Klimaschutz aber keinen Geschäftsvorteil. Der Handlungsbedarf aus Sicht des Klimaschutzes ist dennoch groß. Immerhin wird bis 2050 mit einer Zunahme des europäischen Straßengüterverkehrs um fast 50 Prozent gerechnet.

Auch Wasserstoff-LKWs bergen Potential

Auch Gebrüder Weiss hat zu Beginn des Jahres ein Pilotprojekt gestartet. Mit einem Wasserstoff-Lkw, der in der Schweiz zum Einsatz kommt, spart das Unternehmen rund 80 Tonnen an CO₂-Emissionen pro Jahr. „Wir wollen mit dieser Technologie Erfahrungen sammeln, um einen möglichen breiten Praxiseinsatz vorzubereiten“, sagt Wolfram Senger- Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Gebrüder Weiss. Der Wasserstoff- Lkw ist für den Transport von rund 25 Tonnen Ware ausgelegt, die Reichweite beträgt rund 600 Kilometer.

Ein Zehntel der Transporte wird für eine bessere Ökobilanz abgewickelt

Gebrüder Weiss arbeitet seit 1996 für HP und steuert als klassischer Spediteur sowie als sogenannter Lead Logistics Provider zahlreiche Lieferketten in Europa. Dies geschieht zum Teil unter eigener Flagge und beinhaltet auch das Management weiterer Dienstleister. Mehr als ein Zehntel der Transporte wird für eine bessere Ökobilanz verkehrsträgerübergreifend abgewickelt. Gebrüder Weiss gilt damit als Vorreiter in der Logistikbranche. Denn grüner Transport wirkt sich nicht nur positiv auf den Klimawandel aus, sondern auch auf den Profit des Unternehmens.

(bes)

 

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