Für die Energiewende und die Unabhängigkeit von Gas zählt jeder einzelne Schritt, jedes einzelne Gebäude. Die Stadt Wien fördert künftig gebäudeübergreifende Wärmelösungen.

Am Mittwoch wurde im Wiener Gemeinderat ein weiterer Schritt in Richtung Energiewende gesetzt: Auf der Tagesordnung steht eine neue Förderrichtlinie für erneuerbare Wärmenetze. Dabei werden klimafreundliche Wärmelösungen für bis zu drei Gebäude, die sich zu einem Wärmenetz zusammenschließen, gefördert. „Für die Energiewende und die Unabhängigkeit von Gas zählt jeder einzelne Schritt, jedes einzelne Gebäude. Daher schaffen wir mit einer neuen Förderung eine Möglichkeit für benachbarte Gebäude, auf klimafreundliche Wärmeversorgung umzusteigen“, sagt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Mit der Förderung sollen Anreize für innovative Projekte gesetzt werden, die den Ausstieg aus Gas insbesondere in Bestandsgebäuden vorzeigen. In den letzten Jahren wurden bereits mehrere Pionierprojekte auf den Weg gebracht. Eines davon – der SMART Block Geblergasse – wurde auch mit dem Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Czernohorszky: „Das Projekt in der Geblergasse zeigt, dass es möglich ist, mehrere Gebäude mit erneuerbarer Wärme zu versorgen. Genau darauf zielt die heute beschlossene Förderung ab.“

© Wien Energie

Wiener Klimafahrplan: Bis 2040 raus aus fossiler Wärmeversorgung

Die Stadt hat im Wiener Klimafahrplan klare Zielsetzungen festgelegt. Bis zum Jahr 2040 steigt Wien komplett aus der fossilen Wärmeversorgung aus. Bis zum Jahr 2030 sinkt der Endenergieverbrauch von Gebäuden durch Heizen, Kühlen und Warmwasser um 20 Prozent. „In Wien verursachen rund eine halbe Million Gasthermen fast 90 Prozent der CO2-Emissionen im Gebäudesektor. Und sie verursachen derzeit hohe Kosten für die Mieterinnen und Mieter. Raus aus Gas heißt raus aus der Abhängigkeit von russischem Gas. Raus aus der Spirale, durch die das Heizen immer teurer wird. Die nachhaltigste Maßnahme gegen hohe Heizkosten ist der Umstieg auf erneuerbare Wärme“, so Czernohorszky.

Für den Klimastadtrat ist die soziale Komponente besonders wichtig: „Der Einsatz von erneuerbarer Energie bringt neben den Vorteilen für den Klimaschutz auch ökonomische Vorteile. Durch Nutzung von Erdwärme, Wärme aus dem Grundwasser oder Abwärme in Kombination mit Strom aus Photovoltaik-Anlagen können die Kosten weiter gesenkt werden“, so Czernohorszky.

Kombinationsmöglichkeit mit neuen Gebäuden

Die Förderrichtlinie wurde von der städtischen Energieplanungsabteilung ausgearbeitet. Abteilungsleiter Bernd Vogl sagt dazu: „Die große Herausforderung bei der Umstellung auf klimafreundliche Wärme ist die Verfügbarkeit der Wärmequellen. Mit den Wärmepumpen in Kombination mit Wärmenetzen können wir gemeinsam Wärme nutzen, die im Gegensatz zu Erdgas in Wien verfügbar ist. Im Winter wird dem Boden Wärme entzogen, die im Sommer wieder eingespeichert wird, indem zum Beispiel die Gebäude temperiert werden. Die Wärmepumpen können mit Strom aus erneuerbarer Energie aus der Region betrieben werden.“ Während der Anschluss an die Fernwärme aufgrund der Komplexität des Netzausbaus nie überall möglich sein wird, steht Erdwärme nahezu in ganz Wien zur Verfügung. Als wichtigen Aspekt führt Vogl auch die Kombinationsmöglichkeit mit neuen Gebäuden an: „Damit wir die Synergien bestmöglich nutzen, kann die Wärmeversorgung von neu errichteten Gebäuden mit Bestandsbauten im Rahmen der Förderung kombiniert werden.“

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