Die EU ist weit davon entfernt, ihr im „Green Deal“ gesetztes Ziel von einer Million Ladepunkten bis 2025 zu erreichen. Es gebe keinen Gesamtfahrplan, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, wie aus dem aktuellen Bericht des Europäischen Rechnungshofes (ERH) hervorgeht. Lob gibt es allerdings für Österreich.

Mit Stand September 2020 verfüge Österreich laut ERH-Bericht über 7.771 öffentliche Ladestationen. Gemessen an den Ladestationen pro 100 Quadratkilometern liege Österreich im ersten Drittel der EU-Staaten. Damit sind die Ziele um 190 Prozent deutlich übertroffen. „Die Elektromobilität nahm im vergangenen Jahr Fahrt auf, so ist jedes zehnte Auto, das 2020 in der EU zugelassen wurde, elektrisch betrieben“, teilt Staatssekretär Magnus Brunner in einer Aussendung des Klimaschutzministeriums mit. Beim Anteil der Elektrofahrzeuge im Pkw-Bereich liegt Österreich auf Rang neun, und ist damit im vorderen Drittel vertreten. Zum Vergleich: Bei Spitzenreiter Schweden ist jedes dritte Auto CO2-frei unterwegs. Nachzügler Osteuropa steht mit gerade mal einem von 1.000 Autos auf der E-Bremse.

Umstieg auf E-Mobilität funktioniert nur mit vorhandener Infrastruktur

Allgemein sind laut ERH-Bericht europaweit die Zahlen der Neuzulassungen im Jahr 2020 wegen der COVID-19-Pandemie zurückgegangen sei. Der Marktanteil der Elektro- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge habe sich aber deutlich erhöht. Mit dieser Entwicklung halte der Aufbau der Ladenetze jedoch nicht Schritt. Nur 12 der 27 EU-Staaten haben ihre Ziele beim Aufbau der Ladestationen erreicht. Für Staatssekretär Brunner liegt dies daran, „dass Menschen nur dann auf entsprechende Alternativen umsteigen, wenn auch das Angebot und die Infrastruktur vorhanden sind. Österreich ist dabei im europäischen Vergleich, mit einem Angebot von über 7.700 öffentlichen Ladestationen, auf einem sehr guten Weg.“

ERH fordert nichtdiskriminierenden Zugang zu Finanzmittel

Der ERH-Bericht kritisiert unter anderem, das lückenhafte Wachstum des Ladenetzwerks, und dass keine klaren und konsistenten Mindestanforderungen an die Infrastruktur vorhanden sind. „Letztes Jahr war jedes zehnte in der EU verkaufte Fahrzeug elektrisch aufladbar, doch Ladeinfrastruktur ist in der EU nicht überall gleich zugänglich. Wir sind der Auffassung, dass die Kommission mehr tun sollte, um die EU-weite Netzabdeckung zu unterstützen und sicherzustellen, dass Mittel dorthin fließen, wo sie am dringendsten benötigt werden“, sagt ERH-Prüfer Ladislav Balko. Die Prüfer der Europäischen Kommission empfehlen „Finanzmittel auf der Grundlage objektiver Kriterien und Lückenanalysen bereitzustellen, und dafür zu sorgen, dass kofinanzierte Projekte allen Nutzern einen nichtdiskriminierenden Zugang bieten.“

Staatssekretär Brunner: „Es liegt noch ein weiter Weg vor uns“

Sieben Prozent der EU-Gelder, die für die geprüften elf Projekte flossen, gingen nach Österreich. Staatssekretär Brunner: „EU-weit liegt noch ein weiter Weg vor uns, denn etwa ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in der EU entfällt derzeit auf den Verkehr. Insbesondere der Straßenverkehr stellt eine Herausforderung im Kampf gegen den Klimawandel dar.“ Neben E-Mobilität verweist Brunner auch auf alternative Antriebsarten: „Um unsere nationalen und europäischen Ziele im Klima- und Energiebereich zu erreichen und Emissionen nachhaltig zu reduzieren, müssen wir neben der E-Mobilität auch auf alternative Antriebsformen wie Wasserstoff setzen und Technologien dort anwenden, wo es am meisten Sinn macht. So hat die E-Mobilität im urbanen und Individualverkehr mehr Potenzial, während Wasserstoff auf der Langstrecke und im Schwerverkehr punkten kann.“

Hintergrundinformationen

Im europäischen „Green Deal“ von Dezember 2019 hat sich die EU – als Bestandteil umfassenderer Bemühungen für eine klimaneutrale Wirtschaft – das Ziel gesetzt, bis 2050 die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Etwa ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in der EU entfällt auf den Verkehr, insbesondere auf den Straßenverkehr (72 Prozent). Entscheidenden Anteil an der Verringerung der Emissionen aus dem Straßenverkehr hat die Umstellung auf alternative, kohlenstoffärmere Kraftstoffe. Der Sonderbericht Nr. 05/2021 „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge: mehr Ladestationen, aber deren ungleichmäßige Verteilung macht das Fahren innerhalb der EU schwierig“ ist in 23 EUSprachen unter eca.europa.eu abrufbar.

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