Durch innovative Photovoltaik-Lösungen hätte Österreich die Chance, bis 2030 zumindest 60.000 Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür wären aber einige finanzielle Fördermittel für die technologiebezogene Photovoltaik-Forschung notwendig

In den kommenden Jahren wird sich laut Expert*innen keine andere Technologie so rasant weiterentwickeln, wie die Photovoltaik-Forschung. Für den von der europäischen Union geplanten Ausbau Erneuerbarer Energien zählt die Photovoltaik-Forschung zu den Schlüsselfaktoren, um die Klimakatastrophe abzuwenden.
Der European Green Deal und die gesetzlich festgelegten Maßnahmen in Form des einheitlich beschlossenen Klimagesetzes, erfordern eine Umstellung in der Klimapolitik in Österreich, um die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Bis 2050 ist mit einer Steigerung des Strombedarfs von bis zu 25 Prozent zu rechnen, der vor allem auf den Ausbau der Elektromobilität und das Bevölkerungswachstum zurückzuführen ist. Demzufolge ist in der Energiepolitik ein Wandel erforderlich, wofür in der Photovoltaiktechnologie ein hohes Potential prognostiziert wird. Für ein klimaneutrales Europa soll die Photovoltaiktechnologie auf bis zu 60 Prozent der Stromerzeugung ausgebaut werden, was umgerechnet einer Steigerung von mindestens 7.700 GW der momentanen Photovoltaikenergie entspricht.

100 Prozent erneuerbare Energien kann schon vor 2050 erreicht werden

Laut dem europäischen Photovoltaik-Verband „SolarPower Europe“ kann die Klimaneutralität Europas mit einem Energiesystem aus 100 Prozent Erneuerbarer Energien, schon vor 2050 kostensparend erreicht werden. Eine Veränderung sollte in dem Bereich nicht auf sich warten lassen, denn die Kosten und negativen Auswirkungen auf die Umwelt sind bei der Weiterführung des aktuellen Energiesystems weitaus höher als ein nachhaltiges Investment in ein erneuerbares Energiesystem.

Ausbau der Photovoltaik prognostiziert weltweit 22 Millionen Jobs in der Branche

Die Energiebranche wird künftig boomen, denn weltweit sollen durch den Ausbau der Photovoltaik 22 Millionen Jobs in der Photovoltaik-Branche entstehen. Dies umfasst zwei Drittel aller Arbeitsplätze im Bereich des Energiesektors. Im speziellen Bereich der Integration und Doppelnutzung im Gebäude-, Verkehrs- und Agrarbereich besteht die Chance allein in Österreich bis zu 60.000 Arbeitsplätze bis 2030 zu schaffen. Und zwar nur durch die Investition und Forschung in Photovoltaik-Lösungen. Dazu kommen noch tausende weitere Arbeitsplätze im Bereich der Stromspeicherung.

Für internationalen Wettbewerb sind weitere Innovationen dringend notwendig

Österreich besitzt einige Forschungs- und Produktionsunternehmen, die eine hohe Relevanz für die Forschung im Bereich der Photovoltaik und der Elektro-, Elektronik- und der glasverarbeitenden Industrie aufweisen. Auch die Gebäudetechnik und der Bausektor verfügen über Innovationspotential und weltweit führende „Hidden Champions“ im Bereich der Wechselrichter und Verdrahtungen für Solarzellen. Peter Berghofer, Geschäftsführer von Ulbrich of Austria GmbH: „Mit unserer Produktion von Zellverdrahtungen im Burgenland sind wir in einer Nische, in der wir es schaffen, am Weltmarkt unter den Führenden zu sein. Um diese Position halten zu können ist laufende Weiterentwicklung unbedingt erforderlich.“

Fördermittel in der Photovoltaik-Forschung in Österreich aktuell rücklaufig

Spezielle Forschungsprogramme für laufende Innovationen müssen von Bund und Ländern unterstützt werden, um international wettbewerbsfähig zu bleiben und um laufende Innovationen zu unterstützen. In den letzten Jahren sind die Fördermittel für technologiebezogene Photovoltaik-Forschung deutlich rückläufig, so dass für 2021 nur 4 Mio. Euro erwartet werden sollen, als wie 2016 noch über 11 Mio. zur Verfügung standen. Diese Rückläufigkeit an Forschungsförderung kann im schlimmsten Fall zu einer Abwanderung von international hoch anerkannten Forscher*innen und die dazu benötigte Infrastruktur führen.

In der Startphase 40 bis 60 Mio. Euro an Forschungsförderung erforderlich

Die Österreichische Technologieplattform Photovoltaik und Photovoltaic Austria fordern daher von der Bundesregierung eine spezielle Photovoltaik-Forschungsinitiative, in der einerseits Forschungsförderungen, aws-Basisprogramme sowie Instrumente des Klima-und Energiefonds vereint werden. Für den Forschungsbedarf sind jährlich 40 bis 60 Mio. Euro an Forschungsgeldern erforderlich, um in den wichtigsten Marktsegmenten der Bauwerkintegration, der Integration in das Energiesystem, sowie der Mobilität und der Landwirtschaft eine entscheidende Entwicklung voranzutreiben.

Dadurch sollen zehntausende österreichische Green-Jobs im Bereich der Photovoltaik geschaffen werden und Österreich als Innovationsstandort und als relevanter Wirtschaftsstandort gefördert werden.

(bes)

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