MdZ – Mobilität der Zukunft: Das Bundeministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) unterstützt innovative F&E-Projekte für eine nachhaltige und automatisierte Zukunft

Die steirische Testregion ALP.Lab (Austrian Light Vehicle Proving Region for Automated Driving) für autonomes Fahren hat sich seit der Gründung Ende 2017 zu einem international gefragten Partner für die Auto- und Mobilitätsindustrie entwickelt. Zu den Netzwerkpartnern zählen die ASFINAG, der ÖAMTC, das Land Kärnten und Bosch. ALP.Lab wird vom BMK unterstützt und hat sich als Kompetenzzentrum für fokussierte Forschung im Bereich des autonomen Fahrens etabliert. Inzwischen stehen für die Forschungseinrichtung mehrere hundert Kilometer Teststrecke in Österreich, Deutschland, Ungarn und Kroatien zur Verfügung.

Eine einzigartige Teststrecke in Europa

Herzstück ist die 23 Kilometer lange Fahrbahn der Südautobahn zwischen Graz West und Laßnitzhöhe, die dicht mit Sensorik der ASFINAG bestückt ist. „Eine in Europa bislang einzigartige Teststrecke“, betonte Jost Bernasch, Geschäftsführer von ALP.Lab (Austrian Light Vehicle Proving Region for Automated Driving), das in vielen unterschiedlichen EU-Projekten zum Thema involviert ist. Große Teile der  Teststrecke stehen zudem als digitaler Zwilling für virtuelle Tests auf Simulations- und Prüfständen zur Verfügung. „Damit die Vision autonomen Fahrens Realität werden kann, ist vor allem eines wichtig: Testen, testen und testen – in allen Dimensionen“, so Bernasch. Für das Projekt Autobahn als Sensor zusammen mit der ASFINAG wurde ALP.Lab mit dem österreichischen Staatspreis Mobilität 2019 ausgezeichnet. Sehr wichtig für die autonome Mobilitätszukunft ist hochgenaues und aktuelles Kartenmaterial, das auf den ALP.Lab Teststrecken bei Fahrten mittels präzisen GPS-Systemen sowie dem hochgenauen Pegasus Kamerasystem von Joanneum Research erfasst wird. Die ganze Teststrecke wird damit sozusagen zu einem „digitalen Zwilling“, der laufend aktualisiert wird. Mit diesem können anhand real aufgezeichneter Fahrten zahlreiche virtuelle Simulationen in verschiedensten Situationen sehr schnell und kostensparend durchlaufen werden.

Robuste und zuverlässige Systeme nötig

Das wichtigste bei automatisierten Fahrzeugen ist, dass alle Systeme robust und zuverlässig funktionieren und sie untereinander und mit der Infrastruktur perfekt kommunizieren. Von ALP.Lab werden Funktionen und Services für eine durchgehende digitale Testkette angeboten. Dabei werden zunächst Fahrmanöver und Szenarien virtuell auf Prüfständen und Simulationen geprüft, um anschließend mit den Fahrzeugen auf Testgelände und öffentlichen Straßen zu gehen. Die Ergebnisse dieser Realtests gelangen dann gleich wieder über die ALP.Lab Data Cloud zu den virtuellen Testsystemen am Simulator, um die autonomen Fahrfunktionen weiter zu optimieren. „Bei den Tests geht es nicht darum, 200 Millionen Kilometer mit automatisierten Fahrzeugen zurückzulegen“, sagte Bernasch. „Besser ist, wichtige Schlüsselszenarien von wirklich relevanten und kritischen Ereignissen beispielsweise auf 10.000 Kilometern durchzuspielen.“ Für den Aufbau der Testregion, die alle Aspekte an Testmöglichkeiten – real, virtuell und kombiniert – zur Entwicklung automatisierter Fahrzeuge abdeckt, wurden Straßenabschnitte auf der A2, A9, die S35 Graz-Bruck/Mur und die S6 Bruck-St. Michael mit modernsten Mess- und Kommunikationssystemen ausgestattet sowie eine hochgenaue Karte erstellt. Diese HD-Karte enthält alle Straßenobjekte wie Bodenmarkierung, Fahrspuren, Verkehrszeichen, Streckenbegrenzungen oder Kanaldeckel auf zwei Zentimeter genau.

Steyr als Zentrum für moderne und multimodale Gütermobilität

Ein weiteres erfolgreiches Projekt im Bereich automatisiertes Fahren ist DigiTrans. Die Testregion Österreich-Nord für automatisiertes Fahren erhielt die Förderzusage der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG und setzt den Fokus auf Gütermobilität und Logistikaspekte. Es handelt sich neben ALP.lab in der Steiermark bereits um die zweite vom Bund geförderte Testregion für diese neuen Technologien und wird die österreichische Zentralregion Linz – Wels – Steyr als Zentrum einer modernen und multimodalen Gütermobilität um eine Innovation erweitern.

Testumgebung zur Erforschung neuer Technologien

DigiTrans widmet sich dem Aufbau und Betrieb der Testregion nach den Anforderungen der Industrie, Gütermobilitätsdienstleistern und Infrastrukturbetreibern (Straße, Bahn, Binnen-Schiffshafen, Flughafen) und soll allen Fahrzeugherstellern und Service-Betrieben offenstehen, die sich einer neuen Gütermobilität mit assistierten und selbstfahrenden Fahrzeugen verschrieben haben. Sie können dort im Bedarfsfall Systemabstimmung und -integration ihrer Produkte mit neuen, automatisierten Lösungen testen. „Unser Hauptziel im Projekt DigiTrans ist es, eine Vielzahl von F&E-Projekten für automatisiertes Fahren umzusetzen und den Autozulieferern und Herstellern eine gut ausgestattete Testumgebung zur Erforschung neuer Technologien zu bieten“, erklärte Wolfgang Komatz, Manager des Automobil-Clusters, die Ambitionen von DigiTrans. Erste Projekte starteten im Ennshafen zu den Umsetzungsfeldern „Automatisiertes Fahren zur Unterstützung der In- und Outbound Logistik“, „Automatisierung von multimodalem Transport und Umschlag“, „Automatisches Rangieren von Sonderfahrzeugen am Betriebsgelände, Hafen, Flughafen“ und „Bedarfsorientierter Einsatz automatisierter Lösungen in der Citylogistik.“ Das Projektvolumen umfasst für fünf Jahre 7,5 Mio. Euro, von denen das BMK und das Land Oberösterreich gemeinsam 3,75 Mio. Euro als Fördergeber beisteuern. Gründungspartner von DigiTrans sind neben dem AIT der Automobil-Cluster Oberösterreich, LOGISTIKUM Steyr, IESTA und das LCM.

Österreichs Engagement im Bereich des automatisierten Fahrens

Automatisiertes Fahren kann für mehr Verkehrssicherheit sorgen, indem Unfälle aufgrund von Unachtsamkeit, Müdigkeit und überhöhter Geschwindigkeit vermieden werden, und ist gleichzeitig ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Schon jetzt sind die österreichischen Autozulieferbetriebe in vielen Bereichen des automatisierten Fahrens international gefragt. Damit dies so bleibt, hat das BMK das Aktionspaket „Automatisierte Mobilität“ entwickelt. 

Automatisierte Mobilität birgt große Potenziale: mehr Verkehrssicherheit, höhere Verkehrseffizienz und damit einen Beitrag zur CO2-Reduktion sowie enorme Möglichkeiten für die Wirtschaft. Weltweit wird deshalb an der Entwicklung und Einführung innovativer Technologien – wie selbstfahrenden Fahrzeugen sowie Zügen oder Drohnen – gearbeitet. Beschleunigt wird diese Entwicklung durch den vermehrten Einzug von Informations- und Kommunikationstechnologien in den traditionellen Fahrzeugsektor. Neue Akteure rücken zunehmend in den Vordergrund – mit teils beachtlichen Fortschritten.

In enger Kooperation mit der Automobilindustrie und der Forschung will das BMK Österreich zu einem Vorreiterland und damit auch zu einem Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort für automatisiertes Fahren machen. In allererster Linie geht es dabei um lebenswerte öffentliche Räume und die Sicherstellung eines zukunftsfähigen und klimafreundlichen Mobilitätssystems.

Um der Vision des autonomen Fahrens realistisch näherzukommen und Sicherheit zu gewährleisten, benötigt es Testumgebungen und Raum für Unternehmen, in denen die neuen Technologien getestet und gemessen werden können. Das BMK unterstützt Projekte wie ALP.Lab und DigiTrans, um Unternehmen eine Plattform zu bieten, mit der sie ihre Forschungen praxisnah testen können. Ein gezielter Maßnahmen-Mix aus gesetzlichen Neuerungen und bewusstseinsbildenden Maßnahmen soll Österreich zugleich an die europäische Spitze in Sachen Verkehrssicherheit führen.

Link zum Aktionspaket „Automatisierte Mobilität.“

(bes)

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