Der Flugverkehr wird kommenden Sommer durch die anstehenden Urlaube wieder zunehmen: Austro Control stellt mögliche CO2-Reduktionsmaßnahmen vor

Die Luftfahrt war eine jener Branchen, die durch die Corona-Pandemie wirtschaftlich am stärksten getroffen wurde. Mit den jüngsten Öffnungsschritten, der Etablierung des Grünen Passes und einer wiedergewonnen Reisefreiheit ist die Erwartungshaltung für den Sommer von vorsichtigem Optimismus geprägt. „Dieses Wachstum in der Luftfahrt wollen wir verantwortungsvoll im Hinblick auf den Klimaschutz schaffen. Daher stellt die Flugsicherung zehn konkrete Klimaschutzmaßnahmen vor“, so Staatssekretär Brunner und Austro Control Geschäftsführerin Valerie Hackl.

Seit 2012 kontinuierliche Verbesserungen im Luftraum

Austro Control setzt sich für besonders dafür ein, den Flugverkehr nachhaltiger zu gestalten und hat die Phase des Stillstands beim Flugverkehr genutzt, um einige Klimaschutzmaßnahmen zu erarbeiten. Diese Entwicklungen zum nachhaltigen Flugverkehr hat Austro Control früh erkannt und in diesem Bereich eine Vorreiterrolle übernommen. Seit 2012 werden kontinuierliche Verbesserungen im Luftraum vorgenommen und mit der Begradigung von Strecken und kürzeren Flugrouten Emissionen nachhaltig reduziert. Diesen Weg setzen wir konsequent fort“, sagt Valerie Hackl.

„Free Route“ als Maßnahme der Flugstreckenreduktion

„Free Route“ ist eine Maßnahme, bei welcher Flugzeuge die Lufträume auf direktem Weg auf der kürzesten Strecke durchfliegen können. Das spart Treibstoff und reduziert Emissionen. Austro Control hat hier in Europa Pionierarbeit geleistet und bereits 2012 als eine der ersten europäischen Flugsicherungen begonnen, einen „Free Route“ Luftraum erfolgreich zunächst für Österreich umzusetzen und damit einen der wesentlichen Pfeiler von „Single European Sky“ frühzeitig implementiert. Darüber hinaus wird nun auch grenzenübergreifend diese Maßnahme weiterverfolgt. Zunächst wurde ein gemeinsamer Flugraum mit Slowenien forciert und im nächsten Schritt die stark beflogene Süd-Ost Achse mit Kroatien, Serbien Montenegro und Bosnien-Herzegowina im Jahr 2018 ausgebaut. Die Free Route zwischen Österreich und Slowenien (Free Route
Airspace SAXFRA) spart bis zu 15.700 Tonnen CO2 -Emissionen pro Jahr. Bis Ende 2021 sind Free Routes der Lufträume von Albanien und Nord-Mazedonien geplant. In Richtung Deutschland sollen die Routen im Laufe des kommenden Jahres begradigt werden und ab 2026 ist eine Verbindung von SECSI FRA mit dem „Free Route“ Luftraum von Ungarn, der Slowakei, Bulgarien und Rumänien geplant.

Kürzere Flugwege im österreichischen Flugraum

Im Jahr 2012 hat Austro Control als einer der ersten europäischen Flugsicherungen einen Free Route Airspace implementiert – den Free Route Airspace Wien (FRAW). Dadurch können Flugstrecken so berechnet werden, dass sie auf ein Minimum verkürzt werden können. Durch eine Verkürzung der Flugstrecken können bis zu 32.500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Geradewegs nach oben

Auch im Nahbereich von Flughäfen werden die An- und Abflugverfahren kontinuierlich optimiert. Der Anflug selbst erfolgt über top-moderne, satellitengestützte Anflugverfahren. Bei der Implementierung innovativer auf Satellitentechnologie basierender An- und Abflugverfahren ist Austro Control in Europa seit vielen Jahren führend. Zunehmend bessere Technologien der Luftfahrzeuge ermöglichen es Austro Control, komplexere An- sowie Abflugrouten anbieten zu können. Daraus ergeben sich Treibstoffeinsparungen aufgrund kürzerer Routenführung und Emissionsverringerungen.

Arrival Manager berechnet optimale Anflugsequenz

Für Wien hat Austro Control einen Arrival Manager implementiert, ein Computer-Programm, das die optimale Anflugsequenz errechnet und damit unnötige Warteschleifen vermeidet. Im Anflug ermöglicht Austro Control den Airlines – wenn immer möglich und abhängig von der Verkehrslage – einen kontinuierlichen Sinkflug bis zur Landung als Continuous Descent. Das Flugzeug sinkt mit minimaler Triebwerksleistung kontinuierlich und vermeidet Horizontalflugphasen. Dadurch wird Treibstoff eingespart, der Ausstoß von CO2 verringert sich damit um 570 kg CO2 pro Flug. Vergleichbare Verfahren bietet Austro Control mit dem kontinuierlichen Steigflug auch für die Startphase an.

Pro Jahr bis zu 100.000 Tonnen an CO2 Einsparungen möglich

Mit Free Route wurden knapp 60.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart und im An- und Abflugbereich waren es rund 45.000 Tonnen CO2, die durch kontinuierliche Sink- und Steigflüge reduziert werden konnten. Somit hat Austro Control im Air Traffic Management bereits viele Maßnahmen auf den Weg gebracht, die insgesamt pro Jahr über 100.000 Tonnen an CO2 Einsparungen gebracht haben. Dieser Weg wird konsequent fortgesetzt.

(bes)

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