Das auf Drohnentests spezialisierte und vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) geförderte Innovationslabor AIRlabs Austria führte erstmals Indoor-Witterungstests mit Drohnen durch und wird 2021 im Rahmen der neuen EU-Drohnenregularien auch bei Outdoor-Tests in dafür eingerichteten Lufträumen „abheben“.

Für eine Woche wurden von AIRlabs Austria erste Vereisungs-, Klima- und Witterungstests mit zivilen Drohnen im Klima-Wind-Kanal Wien durchgeführt, darunter der weltweit erste Test einer zivilen 25-Kilogramm-Drohne unter standardisierten Vereisungsbedingungen der bemannten Luftfahrt.

Die Versuche von AIRlabs Austria im Klima-Wind-Kanal Wien bei Rail Tec Arsenal sind ein klarer Beweis, dass das BMK-Innovationslabor für Drohnentests aktuelle und entwicklungsnahe Erkenntnisse für die Verbesserung der zivilen Drohnenentwicklung in Österreich liefern kann. Die im November bei Minusgraden, starkem Wind sowie teils mit Vereisung durchgeführten und nun endgültig ausgewerteten Tests mit Octocopter-Drohnen und Antrieben im Entwicklungsstadium, sollen zivile Drohnen zukünftig sicherer machen und auch Abstürze bei extremen Witterungen, wie es der Absturz einer Kameradrohne über Marcel Hirscher während eines Skirennens war, vermeiden helfen.

„Das ganze Team und die Partner von AIRlabs Austria freuen sich und sind stolz, dass durch unsere ersten großen Testmessungen bereits im Gründungsjahr unseres Innovationslabors Testkampagnen erfolgen konnten, und das mit so spannenden Wind-, Temperatur- und Vereisungstests, die unsere Realität für zivile Drohneneinsätze in Österreich im Winter sehr gut wiedergeben“, erklärt Dr. Holger Friehmelt, Institutsleiter Luftfahrt an der FH JOANNEUM und zugleich Technisch-Wissenschaftlicher Direktor (TWD) von AIRlabs Austria, welche von über 20 Partnern aus Industrie, Forschung und operativen Bedarfsträgern getragen und zu 50 Prozent vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) als Innovationslabor im Rahmen des FFG-Programmes TAKE OFF gefördert wird.

„Wir haben nicht nur den Startschuss für den operativen Testbetrieb bei AIRlabs Austria im Bereich der beiden Indoor-Betriebsstufen 1 und 2 noch im ersten Jahr gegeben, sondern auch den weltweit ersten Test einer zivilen 25kg-Drohne unter exakt definierten Vereisungs­bedingungen durchgeführt. Damit testen wir ganz nah an realen Fragestellungen, wie es der bekannte Absturz einer Kameradrohne über Marcel Hirscher mitten in einem wichtigen Skirennen gezeigt hat. Erst die entsprechende Witterungsbeständigkeit ermöglicht viele Drohnenanwendungen. Dies wird ein immer wichtiger Vorteil gegenüber dem internationalen Mitbewerb und wird es auch in Zukunft für zahlreiche weitere österreichische Drohnenentwicklungen bis hin zum Flugtaxi sein“, führt Holger Friehmelt aus und ergänzt: „Darum haben wir die ersten Tests von AIRlabs Austria auch genau zu solchen Witterungs-Themen gemeinsam mit dem TAKE-OFF-Leitprojekt JOICE geplant, um zumindest den Indoor-Testbetrieb von AIRlabs Austria schon im ersten Jahr mit spannenden Fragestellungen aufzunehmen. Denn ab 2021 soll uns dann das mit Jahreswechsel in Kraft tretende neue EU-Drohnenregularium samt intensiver Kooperation mit den Behörden Austro Control und BMK-Zivilluftfahrtbehörde auch erstmals standardisierte Outdoor-Tests von zivilen Drohnen in Österreich in klar abgegrenzten Lufträumen ermöglichen.“

Konkret getestet wurden im November 2020 im Klima-Wind-Kanal Wien von Rail Tec Arsenal (RTA) – ein Konsortialpartner von AIRlabs Austria – eine Woche lang komplett betriebsbereite mittelschwere, zivile Octocopter-Drohnen bis 25 Kilogramm und mit maximal 10 Kilogramm Nutzlast unter verschiedenen Betriebssituationen, auch im Echtbetrieb mit laufenden Motoren, bei einer vielfältigen Auswahl von verschiedensten Temperatur-, Wind- und Witterungs-Bedingungen inklusive standardisierter Vereisung nach international definierten Vorgaben. So erfolgten Tests u.a. bei Minusgraden, Windstärken knapp unter 80km/h sowie typischen Vereisungssituationen, wie sie bereits aus der bemannten Luftfahrt bekannt sind. Dabei zeigte sich, welche Komponenten der Drohnen bzw. des Antriebes besonders anfällig für witterungsbedingte Ausfälle sind und daher für den realen Einsatz unter solchen Bedingungen verbessert werden müssen, etwa beim sofort wahrnehmbaren drastischen Leistungsabfall der Rotoren bereits kurz nach Beginn der Vereisung. Zugleich fand damit auch der weltweit erste bekannte Test einer zivilen 25kg-Drohne unter solch standardisierten Vereisungsbedingungen statt, wie sie der Klima-Wind-Kanal Wien (RTA) sonst im Hubschrauber-Bereich für die bemannte Luftfahrt durchführt.

Die Tests erfolgten im Rahmen einer Kooperation des BMK-Innovationslabors AIRlabs Austria mit dem BMK-FFG-Leitprojekt JOICE, sodass JOICE im Nachgang auch den Scan, die Digitalisierung und Analyse des Eises durchführte. Ziel der Tests ist die Verbesserung von zivilen Drohnen und Drohnenantrieben unter herausfordernden Witterungsbedingungen (Wind, Eis, Minusgrade usw.) um deren Einsatz unter solchen Bedingungen seitens der Behörden zukünftig überhaupt erst möglich bzw. auch sicherer zu machen. Die Ergebnisse fließen daher einerseits in die Entwicklungen der Forschungspartner von JOICE (u.a. die FH JOANNEUM als Konsortialführer) ein und helfen zugleich AIRlabs Austria ihre Kompetenzen im Bereich Planung und Durchführung von zivilen Drohnentests weiter auszubauen.

„Diese Versuche sind ein klarer Beweis, dass AIRlabs Austria als Kooperation von Industrie, Forschung und operativen Bedarfsträgern zusammen mit dem Fördergeber BMK sowie den zuständigen Behörden bestens funktioniert, wenn alle in Österreich gemeinsam an einem Strang ziehen – so wie es die öffentliche Studie UAST unseres nationalen Luftfahrtclusters AAI für das damalige BMVIT (nun BMK) bereits 2017 mit internationalen Beispielen skizziert hat“, stellt Holger Friehmelt abschließend fest und betont: „Ohne AIRlabs Austria und die großzügige Anschubfinanzierung des BMK und einiger Industriepartner, könnten wir solche komplexen Versuche wie etwa im Klima-Wind-Kanal Wien ebenso wenig realisieren, wie die ab 2021 geplanten Outdoor-Tests in realen Lufträumen. Umgekehrt profitieren alle Partner sowie die gesamte Innovationslandschaft in Österreich von den gemeinsam gewonnenen Erkenntnissen, ebenso externe Projektpartner wie JOICE. Wir möchten und werden zivile Drohnen und zugehörige Anwendungen ‚Made in Austria‘ damit noch innovativer, umweltfreundlicher und sicherer machen, und danken daher ganz besonders unseren über 20 Konsortialpartnern, dem maßgeblich mitfinanzierenden BMK und der FFG sowie auch wichtigen Kooperationspartnern wie der Austro Control und der Zivilluftfahrtbehörde des BMK.“

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