Eine zukunftsweisende Diskussion für den Wirtschaftsstandort Österreich: Kann es zu einer Co-Nutzung der 5G-Frequenzen durch Mobilfunk und Rundfunk kommen? Wenn ja – wie? Mehr als hundert Besucher aus Politik und Wirtschaft folgten dem gemeinsamen Symposium von Austrian Roadmap 2050, ORS und RTR, bei dem die vielfältigen möglichen Strategien skizziert wurden. Welche Reibungsflächen könnten entstehen? Welche Rahmenbedingungen gilt es zu schaffen? So lauteten die zentralen Fragen.

„Wir diskutieren ein Thema von eminenter politischer Bedeutung.“ Richtungsweisend eröffnete Alexander Schallenberg das Austrian Roadmap 2050 Symposium zum Thema „5G-Broadcast – Die Zukunft des Rundfunks im 5G Zeitalter.“ Der Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien forderte alle Beteiligten in Österreich wie in Europa dazu auf, in Sachen 5G an einem Strang zu ziehen.

Denn 5G ist eine Übertragungstechnologie, die durch ihre Kapazitäten und Potenziale neue Geschäftsfelder eröffnen wird und bisherige Erlösmodelle verändern kann. Datenraten von mehr als einem Gigabyte pro Sekunde und die Möglichkeit unzählige Endgeräte gleichzeitig miteinander zu vernetzen machen Anwendungen wie die automatisierte Mobilität oder Industrie 4.0 möglich. Und auch die Broadcaster diskutieren und erproben neue Verbreitungswege für Medieninhalte über das 5G-Netz. „5G hat großes Potenzial für die effiziente Verbreitung von Radiobeiträgen. Ich glaube deshalb, dass diese Technologie auch den Rundfunk tragen wird“, meint deshalb Dr. Gernot Grimm, Sektionschef für Innovation und Telekommunikation im BMVIT.

Symposium zum Thema 5G Broadcast. Außenminister Alexander Schallenberg

Die KonsumentInnen entscheiden über das Wann, Wo und Wie

Im Gespräch mit Gerhard Zeiler (Warner Media, Chief Revenue Officer) und Marcus Grausam (A1, CEO) wurde deutlich, dass der Konsument letztendlich entscheidet, wie eine Technologie genutzt und angenommen wird. Zeiler skizzierte: „Die Technologien sind mittlerweile so weit fortgeschritten, dass der Konsument wirklich entscheidet – und der will sein Wunschprogramm ansehen, egal um welche Zeit und egal auf welchem Device. Wir befinden uns im Übergang von einem Broadcast- zu einem Unicast-Modell. Beide werden nebeneinander bestehen, nicht nur bei Content, sondern auch im Bereich Werbung – darin liegt die Zukunft.“ Und auch aus Sicht der Mobilfunker ist man der Überzeugung, „dass der Konsument schaut, was wann, wo und wie er will“, so Grausam. Mit 5G bzw. 5G Broadcast werde sich dieser Trend noch verstärken. Dazu werde ein starker Personalisierungsaspekt kommen, nicht nur beim Content, sondern auch bei der Werbung.

Symposium zum Thema 5G Broadcast.

Wie verändert sich das lineare Fernsehen?

Mit 5G werden auch Netflix und Co. ideale Voraussetzungen für die Verbreitung ihrer Inhalte vorfinden. Die On-demand Dienste stellen klassische Fernsehprogramme heute vor große Herausforderungen. Grund genug die Nutzungszahlen linearen Fernsehens auch im Hinblick auf 5G-Broadcast genauer zu untersuchen. In der Studie „lineares Fersnehen 2030 in Österreich“ untersuchte Univ.-Prof. Dr. Josef Trappel die Nutzungsdauer. Generell weisen die Nutzungszahlen linearen Fernsehens einen stetig rückläufigen Trend auf – von einem Verschwinden des klassischen Fernsehens kann aber keine Rede sein. Allein zwischen 2016 und 2019 hat die Nutzung von allen Formen von Bewegtbild (also klassisches lineares Fernsehen, vorprogrammierte Sendungsstruktur, Abruf-Fernsehen und Onlinedienste wie YouTube) pro Person und Tag von 213 auf 242 Minuten zugenommen – das stellt einen Anstieg um 29 Minuten dar. Die Nutzungsdauer ist jedoch je nach Altersgruppe unterschiedlich. Trappel führte zur Prognose bis 2030 aus, dass sich eine Scherenbewegung zeige. Während die Nutzungszeit pro Person für Bewegtbild insgesamt weiter ansteigt (auf 262 Minuten), nimmt die Nutzungszeit für lineares Fernsehen nur um rund 18 Minuten pro Tag ab. Jedoch bei den unter 29-Jährigen wird die Nutzung von linearem Fernsehen zukünftig weniger als eine Stunde betragen. Der internationale Vergleich zeige außerdem, dass sich der Wandel der Fernsehnutzung von linearem Angebot zu On-Demand Diensten in Österreich langsamer vollzieht als in anderen Ländern.

5G-Broadcast: Erste Testläufe in Österreich

Zur Erprobung der vielleicht nächsten Generation des digitalen Antennenfernsehens, genehmigt die Medienbehörde KommAustria der Österreichischen Rundfunksender GmbH & Co KG nun einen Pilotversuch für digitalen Rundfunk auf Basis des Mobilfunk-Übertragungsstandards 5G. Neben Fernsehen sollen auch Radioprogramme als echtes Rundfunkangebot, also als „one-to-many“-Signal, aber unter Verwendung von 5G ausgestrahlt werden. Dafür stellt die Behörde befristet bis zum 30.06.2020 einen Kanal im 700-MHz-Band zur Verfügung, das bis dahin noch als Rundfunk-Frequenzbereich in der Zuständigkeit der KommAustria liegt.

Symposium zum Thema 5G Broadcast.

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