Die FEMtech-Initiative des Klimaschutzministeriums fördert Frauen in Forschung und Technologie und setzt sich für Chancengleichheit ein.

Laura Bettiol ist unsere FEMtech-Expertin des Monats November. Die promovierte Italienerin arbeitet seit 2019 als Forscherin, Projektleiterin und Abteilungsleiter-Stellvertreterin für Aerospace Engineering bei der FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH.

Weltraumtechnologie gehört zu den Schlüsseltechnologien, die einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs leisten. Und auch in der Nutzung von Weltraumtech für mehr Nachhaltigkeit, insbesondere im Klima- und Umweltschutz, soll Österreich im kommenden Jahrzehnt zum Vorreiter avancieren. Teil dieser Profilbildung Österreichs im Weltraumsektor sollen etwa Satelliten mit Technologie Made in Austria sein. Daten aus dem All sollen die grüne und digitale Transformation der Gesellschaft unterstützen.

Eine Akteurin dieser Entwicklung ist Laura Bettiol. Sie forscht im Electric Propulsion Team bei FOTEC, dem Forschungsunternehmen der Fachhochschule Wiener Neustadt, an der Entwicklung von FEEP-Triebwerken. FEEP steht dabei für Field Emission Electric Propulsion, also elektro-chemischen Antrieben für Satelliten. FOTEC ist die weltweit führende Firma, die diese Art von neuen Triebwerken entwickelt. Diese hochpräzisen elektrischen Triebwerke können je nach Anwendung die Ausrichtung eines schweren Satelliten oder den Orbit eines kleineren Satelliten ändern.

„Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt in der Unterstützung der technologischen Verbesserung und Anpassung des hochmodernen Antriebssystems von FOTEC an die Anforderungen der Next Generation Gravity Mission (NGGM), einer großen Erdbeobachtungsmission der ESA, die Ende der 2020er gestartet werden soll“, so Bettiol, die bei FOTEC stellvertretende Abteilungsleiterin für den Bereich Aerospace Engineering ist. In dieser Funktion unterstützt sie auch das Marketing der Entwicklungs-Produkte und ist zudem für mehrere ESA- und FFG-Projekte verantwortlich. „Die praktische Arbeit im Labor mit den Triebwerksprototypen, die Entwicklung und das Testen unserer FEEP-Technologie und innovativer Elektronenquellen finde ich jedoch besonders spannend.“

Bettiol studierte zunächst Aerospace Engineering in Padua, wo sie auch promoviert wurde. Ein kurzes Intermezzo führte sie an die International Space University nach Athens, Ohio. „Nach meinem Studium wollte ich mehr über die verschiedenen Bereiche der Raumfahrt erfahren. Das Space Studies Programm der ISU umfasst unter anderem Vorlesungen über Wissenschaft, Business, Management, Policy and Law, Weltraumanwendungen und Raumfahrt.” In diesem internationalen Umfeld konnte sie verschiedene Expert*innen, unter anderem Astronaut*innen und Vertreter*innen von Raumfahrtagenturen wie der ESA und NASA treffen. „Man hat dort die Möglichkeit sein Netzwerk zu erweitern – und ich konnte auch viele Freundschaften schließen.”

2018 erhielt Bettiol den Space Generation Leadership Award, der an Studierende und junge Berufstätige verliehen wird, die sich durch ihr außergewöhnliches Engagement in der NGO Space Generation Advisory Council ausgezeichnet haben. “Ich war als NPoC, also Nationaler Kontakt für Italien, über vier Jahre als Freiwillige in der Initiative aktiv und habe die Projektgruppe ‘Space Safety and Sustainability’ unterstützt.”

SERVICE: Ein Video-Interview mit der FEMtech-Expertin finden Sie unter https://bit.ly/3kH51xI

Über die Initiative FEMtech

Mit der Initiative FEMtech fördert das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) Frauen in Forschung und Technologie und setzt sich für Chancengleichheit in der industriellen und außeruniversitären Forschung ein.

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