Bis 2050 rechnet man derzeit mit einem jährlichen Anstieg der Wasserstoffnutzuung von ca. 20%. Eine nachhaltige Alternative für die Energiestrategie der Zukunft? Wirtschaftsmodell mit Anreizen für den Klimaschutz? Worauf Unternehmen und die Industrie jetzt achten müssen.

Die größten Vorteile eine Wasserstoffstrategie frühzeitig zu implementieren liegen in den vielfältigen Einsatzgebieten und ihrer Langwierigkeit. So könne Wasserstoff als Energieträger in verschiedensten Branchen und Formen angewendet werden. In der Automobilindustrie etwa, wird die Implementierung von Wasserstoff als alternativer Energieträger schon vielfältig erprobt und als relativ unproblematische Alternative betrachtet. Als Antriebsform habe Wasserstoff viele Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Energieträgern: reduzierte Lärm- und Abgasemissionen, geringeres Gewicht sowie mögliche neue Konzepte für Fahrzeuge.

Bis 2021 soll im Rahmen des EU-Förderprojekts Revive (Refuse Vehicle Innovation and Validation in Europe) eine Flotte von 15 Müllsammelfahrzeugen erprobt werden. Auch in Kärnten startete die Landesregierung und die Grazer Wasserstoff-Forschungsgesellschaft unter dem Namen „H2Carinthia“ ein Projekt, bei dem künftig aus nachhaltiger Energie, durch Elektrolyse erzeugter, grüner Wasserstoff in der industriellen Mikrochip-Produktion bei Infineon in Villach und anschließend für die Betankung von Fahrzeugen genutzt werden soll.

Die Stahl- und Chemieindustrie könne ebenfalls die Chancen von Wasserstoff aufgreifen. Obwohl die Umsetzung mehr Herausforderungen mit sich bringe, schneidet Wasserstoff in den Studien als effizienteste Energiealternative ab. Die industrielle Bedeutung des Wasserstoffs basiert auf der dadurch möglichen Reduktion des CO2-Austoßes. Projekte wie Salzgitter Low CO2-Steelmaking (Salcos) zum Beispiel erproben direkte Vermeidungen von CO2-Emissionen bei der Stahlherstellung , durch den Einsatz von Wasserstoff.

Ein weiterer Vorteil von Wasserstoff entstehe dadurch, dass er bei Sektoren angewendet werden kann, die sich nicht für die Elektrifizierung eignen. Eine Studie des Umweltbundesamtes prognostiziert, dass sich auch die direkten Wasserstoffemissionen sehr gering halten werden und im Gegensatz zu den CO2-Emissionen herkömmlicher fossiler Energieträger keine nennenswerten Auswirkungen auf das Klima haben sollen.

Damit sich Wasserstoff als Energieträger der Zukunft durchsetzen kann ist ein Zusammenspiel der großen Akteure und interdisziplinäres Handeln notwendig. Die EU fördert diese Bestrebungen vor allem durch die im Juli bekannt gegebene Strategie zur Integration des Energiesystems und zu Wasserstoff. Hier geht es vor allem um eine Integration des Energiesystems und den Ausbau der Wasserstofftechnologien im Ausblick auf eine klimafreundlichere Zukunft. Die in diesem Bereich laufenden Projekte sollen gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft ankurbeln. Eine „Win-Win-Situation“, die auch von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler unterstützt wird. Jedoch betont die Ministerin hier, wie auch Theresia Vogel vom Klima- und Energiefonds, dass es entscheidend sei, wie der benötigte Wasserstoff hergestellt wird. Der durch Elektrolyse aus erneuerbaren Energien wie Sonnen- oder Windstrom hergestellte „grüne Wasserstoff“, stelle nicht nur in Österreich die beste Option dar. In den nächsten Wochen sollen die Details zur Wasserstoffstrategie in Österreich ausgearbeitet und veröffentlicht werden, damit auch hierzulande ein Fahrplan deutlich wird.

Die Weiterentwicklung dieser Energiealternative bleibt also spannend. Einig ist man sich heute jedoch in einem Punkt: Wer heute in nachhaltige Wasserstofftechnologien investiert, könnte in Zukunft von vielen wirtschaftlichen Vorteilen profitieren und allem der Umwelt Gutes tun.

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