Klimaschutz trifft Kreislaufwirtschaft: Pilotprojekt der Stadt Wien zeigt, wie CO₂, das bei Verbrennungsprozessen entsteht, sinnvoll umgewandelt wird.

Wien soll bis 2040 klimaneutral werden! Das bedeutet auch die Umstellung auf eine dekarbonisierte, klimaneutrale Wirtschaftsweise, also auf Systeme, die den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO₂) nachhaltig reduzieren.

Spannend: Unter dem Motto „Wir recyclen CO₂!“ wird jetzt bei einem einzigartigen Pilotprojekt CO₂ in Streumittel umgewandelt. Das Projekt wird von der Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien (MA 39) gemeinsam mit der Firma Allfüll Consulting Handels GmbH umgesetzt.

Dabei wird CO₂, das natürlicherweise bei Verbrennungsprozessen entsteht, dauerhaft gebunden und zugleich einer ökologischen Nutzung zugeführt.

„Als Stadt Wien setzen wir auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Da spielt Kreislaufwirtschaft eine große Rolle. Unter dem Motto ,Wir recyclen CO₂‘ zeigt dieses spannende Pilotprojekt, wie CO₂ in Streumittel umgewandelt werden kann“, so Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál. Und: „Als soziale Klimamusterstadt wollen wir CO₂ reduzieren und auf erneuerbare Energien setzen.“

„Wir haben uns im Klimafahrplan als Stadt vorgenommen, Wien nahezu zu einer abfallfreien Stadt – zur Zero-Waste-City- zu machen“, betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. „Dabei spielt die Wiederverwertung und Wiederverwendung von Materialien eine wichtige Rolle. Dieses Projekt zeigt, wie Kreislaufwirtschaft im Bereich der Bauwirtschaft funktionieren kann!“

„Wir recyclen CO₂!“: So wird aus Abgasen Streumittel

Patentinhaber Hubert Lengheim der Allfüll Consulting Handels GmbH hat gemeinsam mit der Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien (MA 39) eine innovative CO₂-Recycling-Technologie entwickelt: „RemiCO₂

Die Abteilung betreibt in Wien-Simmering eine moderne Brandversuchshalle, in der Prüfungen zum Feuerwiderstand zum Beispiel von Wänden, Decken und Türen durchgeführt werden. Zusätzlich ist ein großer Prüfstand für Fassaden im Einsatz. Bei diesen Verbrennungsprozessen entsteht natürlicherweise CO₂.

Beim neu eingesetzten Verfahren werden die CO₂-haltigen Abgase mit einem Gaswäscher gebunden. Dabei wird die Eigenschaft von CO₂ genutzt, in wässrigen Medien sauer zu reagieren. Diese in Wasser eingelösten CO₂-Mengen reagieren mit einer starken Lauge zu einem stabilen Salz. Als alkalisches Medium wird hierfür eine Kaliumhydroxidlösung verwendet. Bei diesem Vorgang der Neutralisation wird CO₂ zu einem Kaliumcarbonat – also in Streumittel – umgewandelt.

„Das ist der Mehrwert daran: Dieser Sekundärrohstoff ist als Auftau- und Streumittel eine umweltfreundliche Alternative zu Streusalz und stellt zudem eine wichtige Komponente bei der Erzeugung von Düngemitteln dar“, so Hubert Lengheim, Gründer und Geschäftsführer der Firma Allfüll und Patentinhaber des neuen Recycling-Verfahrens.

Klimaschutz und Kreislaufnutzung

„Unser Anspruch war es, eine kreislauffähige Nutzungstechnologie zu entwickeln und umzusetzen“, erklärt Dieter Werner, Leiter des Bauphysiklabors der MA 39, der für dieses Projekt auch eng mit dem Programm Umweltmanagement im Magistrat (PUMA) zusammengearbeitet hat. „Mit dieser neuen Technologie können wir CO₂ nicht nur abscheiden, sondern dauerhaft binden und einer Kreislaufnutzung zuführen!“

Nun ist die Pilotphase erfolgreich abgeschlossen: Nach einem Monat Betriebsdauer wurden rund 330 kg CO₂ gebunden, das entspricht in etwa dem CO₂-Ausstoß, den ein PKW auf der Strecke Wien – Oslo – Wien verursacht.

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