Newsletter

Jährlich investiert der Bund mehr als zwei Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung von Streckennetz und Bahnhöfen – so viel wie nie zuvor. Damit sind die Investi­tionen in die Bahn doppelt so hoch wie jene in die Straße.

Bahnfahrer kommen schneller ans Ziel

Die Bahn beförderte als Massenverkehrsmittel viele Menschen und Güter. Und die Nachfrage im Güter- und Personenverkehr nach den Schienen wird steigen. Die Antwort darauf ist für die ÖBB und das BMVIT das „Zielnetz 2025+“.

Die Bahnfahrt von Wien nach Klagenfurt dauert derzeit 3 Stunden und 55 Minuten. Das soll sich ändern. Bahnkunden der Zukunft können künftig schneller von der Bundeshauptstadt in die Kärntner Landeshauptstadt gelangen. Im Jahr 2026 soll die Fahrtzeit auf nur 2 Stunden 40 Minuten verkürzt werden. Gelingen wird die Zeit­ersparnis von mehr als einer Stunde dank der neuen Südstrecke, die bis dahin realisiert wird.

Für die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB ist der Streckenausbau im Süden „eines der größten und spektakulärsten Infrastrukturprojekte der nächsten Jahrzehnte“, wie es auf der Projekt-Homepage heißt. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 neu gebaut. Über 5.000 Menschen arbeiten daran, weitere 15.000 sollen hier in Zukunft beschäftigt sein. Auf der neuen Strecke zwischen der nördlichen und der südlichen Staatsgrenze sollen Millionen Tonnen Güter schneller und günstiger ans Ziel rollen. Auch die Modernisierung der Strecke zwischen Wien und Bratislava ist ein Teil des Projekts.

Die neue Südstrecke ist ein Teil des Strategiekonzepts „Zielnetz 2025+“, dem milliardenschweren Ausbauprogramm der Bahn. Jährlich investiert der Bund rund zwei Milliarden Euro in die Eisenbahninfrastruktur, in modernere Strecken und neue Schienensysteme. Mit diesem Plan liegt erstmals ein langfristiges Strategiekonzept vor, das Grundlage für umweltfreundliche Mobilität in den nächsten 100 Jahren sein soll.

Es sind Investitionen in die Infrastruktur, die notwendig sind. Im Jahr 2025 wird es in Österreich um 42 Prozent mehr Güterverkehr und um 17 Prozent mehr Personenverkehr geben. Das geht aus einer von wissenschaftlichen Instituten und Universitäten erarbeiteten Verkehrsprognose des Bundesministeriums für Verkehr (BMVIT) hervor. Um den prognostizierten Verkehrszuwachs auch bewältigen und vor allem von der Straße auf die Schiene verlagern zu können – was in erster Linie dem Klimaschutz dient –,
wird bereits seit 2011 an der Umsetzung des „Zielnetzes 2025+“ gearbeitet.

Für die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB ist der Streckenausbau im Süden nichts weniger als
„eines der größten und spektakulärsten Infrastrukturprojekte der nächsten Jahrzehnte“.

Viel Aufmerksamkeit bekommen vor allem die spektakulären Neubauprojekte Koralmbahn, Semmering- und Brennerbasistunnel, die großteils noch riesige Baustellen sind. Die Koralmbahn wird Graz und Klagenfurt verbinden, deren Herzstück, der Koralmtunnel, ist mit 33 Kilometern der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Der Semmering-Basistunnel wird die rasche Verbindung von Wien nach Graz möglich machen. 27 Kilometer lang wird der Bahntunnel sein. Und der Brennerbasistunnel zwischen Innsbruck und Franzensfeste (Italien) wird gar die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt. Die Vorteile, die die unterschiedlichen Projekte gemeinsam haben, sind: Die Verbindungen für die Bahnkunden werden schneller sein, im Güterverkehr kann umweltschonend mehr transportiert werden und die Anbindung an den grenzüberschreitenden Bahnverkehr gelingt. Die ÖBB weiß auch um die Faszination der Bauprojekte: Wer Einblicke in die Bauarbeiten bekommen will, kann sich für Baustellenführungen anmelden. Diese werden sowohl bei der Koralmbahn als auch beim Semmering-Basistunnel angeboten.

In einigen Jahren sollen die Züge aber nicht nur rascher ihr Ziel erreichen, wer mit der Bahn reist, soll auch bequemer ankommen. Bis 2022 will die ÖBB weitere 900 Millionen Euro in die Modernisierung der Bahnhöfe investieren.

Seit 2012 wird am Semmering-Basistunnel zwischen Nieder­österreich und der Steiermark gebaut.

Der Semmering- Basistunnel wird die Semmeringbahn entlasten und die Fahrzeit zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag für Schnellzüge um 30 Minuten verkürzen.

 

Fotos: ÖBB/Grafebner, ÖBB/Wolfgang Werner