Letzte Woche gewann das vom BMK und FFG geförderte Projekt SUPERBE, welches sich mit dem Potential des Superblocks Planungskonzeptes in Österreich beschäftigt, den VCÖ-Mobilitätspreis 2020 in der Kategorie „Forschung und wissenschaftliche Studien“. Was genau ist der Superblock-Ansatz und wie wird er umgesetzt?

Anita Graser, Scientist am AIT Center for Mobility Systems, über die Arbeit im Projekt: „Mithilfe automatisierter räumlicher Analyseverfahren konnten wir potentielle Kandidaten für Superblöcke identifizieren und anschließend die verkehrlichen Auswirkungen eines Superblocks quantifizieren. Dabei haben wir besonderes Augenmerk auf die Verlagerung von Wegen, Akzeptanz von Verkehrsmitteln und resultierenden Modal Split, sowie CO2- und Energieeinsparungen gelegt.“

Florian Lorenz, Landschaftsarchitekt und Prozessgestalter (lorenz consult) zu den stadtgestalterischen Potenzialen: „Superblocks sind eine Betrachtungsebene für die Stadtplanung, die es erlaubt, längerfristige Entwicklungsperspektiven umzusetzen und datengetrieben zu evaluieren. Diese fußläufig erschlossenen „Dörfer in der Stadt“ können sich auch als neue Sozialräume entwickeln und bieten Chancen für eine verstärkte Teilhabe von BürgerInnen an der Neugestaltung von Städten im Kontext globaler Herausforderungen.“

Superblocks sollen den Verkehr revolutionieren. Im Großen und Ganzen handelt es sich um ein Umdenken der aktuellen Verkehrsrouten im städtischen Raum, wie die folgenden Grafiken veranschaulichen:

In einer Zusammenarbeit der TU Wien, des AIT und lorenz consult werden im Rahmen dieses Projektes fußläufig erschließbare Häuserblocks zu einem Superblock zusammengefasst, man hofft dadurch umfassende Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung treffen zu können.

Innen wird zu Fuß gegangen und am Rand der Superblocks fährt der motorisierte Verkehr. Das bedeutet, dass im Superblock eine Prioritätszone für FußgängerInnen und RadfahrerInnen entsteht, eine zusammenhängende Begegnungszone ohne Durchzugsverkehr. Das Ziel des SUPERBE-Konsortiums geleitet von Anita Graser (AIT) und Florian Lorenz (lorenz consult) ist es durch dieses Pilotprojekt den öffentlichen Raum attraktiver, lebenswerter und klimafreundlicher zu gestalten.

Die Idee der Superblocks stammt eigentlich aus dem spanischen Raum und wird zum Beispiel in Barcelona seit Jahren angewendet. Es scheint zu funktionieren, denn auch in Berlin gab es die ersten Versuche. Nun wurde dieser Ansatz auch am Beispiel der Stadt Wien theoretisch ausgearbeitet mit drei möglichen Umsetzungsgebieten: die Gemeindebezirke Neubau, Hernals und Favoriten.

Der Grundstein für diesen innovativen und klimagerechten Ansatz wurde gelegt und wir dürfen gespannt sein, wie sich das Superblock Projekt weiter entwickeln wird. Bleiben Sie dran, wir tun es auch!

Mehr dazu finden Sie unter: https://www.ait.ac.at/themen/integrated-mobility-systems/projects/superbe

 

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