Der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis ist kein selbstverständlicher, jedoch ein wichtiger. Die „Österreichische Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft – ÖVG“ dient als Brückenbauer und vereint die verschiedensten Stakeholder. Wir haben mit ÖVG-Präsident DI Peter Klugar über den Wirtschaftsstandort Österreich gesprochen und darüber, welche Weichen für die Zukunft der Mobilität gestellt werden sollten bzw. könnten.

Die Mobilität ist im Umbruch – um nur die Themen Digitalisierung, Car Sharing, alternative Antriebsarten oder Autonomes Fahren zu nennen. Was ist der wichtigste Trend, den Österreich am Weg in die Mobilität der Zukunft nicht versäumen darf?

Der wichtigste Trend ist zweifelsohne die Digitalisierung, da sie unser Leben in fundamentaler Art und Weise verändert. Unabhängig davon wird es aber für Österreich darauf ankommen, durch eine geschickte Wirtschaftspolitik Initiativen zu stärken, die der Erreichung der Klimaziele dienen und zugleich den Standort Österreich stärken. Österreich soll der „Feinkostladen“ für ökologisch nützliche Produkte werden.

Österreich soll der „Feinkostladen“ für ökologisch nützliche Produkte werden.

Ist Österreich gut auf die Mobilität der Zukunft vorbereitet?

Österreich hat durch seine auf Export ausgerichtete Wirtschaft gute Voraussetzungen für eine optimale Mobilität der Zukunft. Verbesserungen in der Bildung und eine sinnvolle Einwanderungspolitik, die den Zuzug von Facharbeitern und Technikern fördert, sollen diese Position weiter ausbauen.

Österreich hat durch seine auf Export ausgerichtete Wirtschaft gute Voraussetzungen für eine optimale Mobilität der Zukunft.

Welchen Beitrag kann die Österreichische Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft leisten, um die Entscheidungsträger der Republik und der Unternehmen der Branche auf die Zukunftstrends vorzubereiten?

Die ÖVG dient der österreichischen Verkehrswirtschaft als Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. In Symposien, Seminaren und Arbeitskreisen werden die Entscheidungsgrundlagen erarbeitet und diskutiert.

Insbesondere die Auswirkungen technischer Entwicklungen auf die Gesellschaft werden in Zukunft im Mittelpunkt stehen.

Die ÖVG dient der österreichischen Verkehrswirtschaft als Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis.

Wird der öffentliche Verkehr in Zukunft eine wichtigere Rolle einnehmen?

Der öffentliche Verkehr wird im Nahverkehr in Ballungszentren seine Position weit über das bisher gewohnte Maß ausbauen können. Durch die enge Verknüpfung aller Verkehrsarten von Schienenverkehr über den Bus bis zu alternativen Verkehrsarten unter Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung wird ein optimales Angebot für den Kunden zur Verfügung stehen. Damit wird der öffentliche Verkehr in großen Städten den Individualverkehr an Bedeutung überholen.

Damit wird der öffentliche Verkehr in großen Städten den Individualverkehr an Bedeutung überholen.

Österreich möchte bei den großen Infrastrukturprojekten „Breitspurbahn“ und „One Belt. One Road“ eingebunden sein. Wie wichtig schätzen Sie diese Projekte ein?

Der Güterverkehr auf der Schiene in Europa ist heute leider nicht in der Lage, sein Potential auch nur annähernd auszuschöpfen. Sowohl die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen als auch immer noch nationale Egoismen der Bahnen behindern die mögliche Entwicklung. Initiativen zur Stärkung der Güterbahn für den Transport über große Entfernungen wie „One Belt. One Road“, insbesondere eine Stärkung der Strecken Richtung Mittelmeerhäfen werden hier nützlich sein.

Als Extremposition ist zu überlegen, ob die Ukraine langfristig Teil des westeuropäischen Wirtschaftsraumes oder Osteuropa ein Teil „Eurasiens“ wird bzw. welche Lösungen es dazwischen gibt.

Bezüglich der Breitspurbahn wird eine Strategie der EU zu definieren sein. Als Extremposition ist zu überlegen, ob die Ukraine langfristig Teil des westeuropäischen Wirtschaftsraumes oder Osteuropa ein Teil „Eurasiens“ wird bzw. welche Lösungen es dazwischen gibt. Daraus sind Konsequenzen für den Ausbau der Infrastruktur zu ziehen.

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