Beim Zukunftsforum Gas 2022 brach Bundesminister Totschnig eine Lanze für Grünes Gas. Vertreter der Industrie forderten raschere Verfahren und entsprechende Rahmenbedingungen dafür.

„Heute handeln. Für ein klimaneutrales Morgen. Grünes Gas macht das.“ So lautet das Motto Zukunftsforums Gas 2022 im Palais Niederösterreich. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betonte seinen „ökosozialen Zugang bei der Lösung der energiepolitischen Aufgaben“. Die Energiewende sei „nur mit den Erneuerbaren“ möglich. Für Biogas gebe es jetzt ein besonders günstiges Zeitfenster. „Unser Ziel muss sein, Holz, Gülle und andere Stoffe energetisch bestmöglich zu verwerten und so die Abhängigkeit von fossilen Importen zu reduzieren. Viele unserer land- und forstwirtschaftlichen Betriebe sind hier innovativ unterwegs und leisten einen wichtigen Beitrag.“ Dabei sei die Forschung zentral, „damit wir die Systeme wirtschaftlicher und effizienter gestalten können“. Das errechnete Potenzial an Grünem Gas von 10 TWh sei bis 2030 „zu schaffen“.

Gesamtsystem gesamthaft verstehen

DI Peter Weinelt, Obmann des Fachverbands Gas Wärme (FGW) und Generaldirektor Stellvertreter der Wiener Stadtwerke sagte, dass wir „jetzt dafür sorgen müssen, dass die Versorgungssicherheit mit Gas – trotz drohender Embargos und Lieferstopps – für Industrie und Haushalte gewährleistet bleibt und wir gleichzeitig die Umstellung von fossilem Erdgas auf Grünes Gas sowie die Umrüstung der Gasinfrastruktur auf Wasserstoff vorantreiben, um die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen.“

Er rief auch zum gesamthaften Verstehen von Strom, Gas, Wärme und Mobilität – also der Sektorenkopplung auf. Und wir dürfen auf die Infrastruktur nicht vergessen. Das gesamte System sei wichtig: „Das muss bei der Regulierung beginnen und sich über die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren fortsetzen, damit wir vorankommen.“ Das könne die Gaswirtschaft nicht alleine, sondern nur gemeinsam mit der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft.

Konsens der Gesellschaft

Mag. Michael Strugl, Vorstandsvorsitzender der Verbund AG, sprach sich „für ein Bekenntnis zu schnellen Verfahren und für den Zugang zu Flächen aus, um unsere Projekte umsetzen zu können. Das Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ werde in der Energiewirtschaft nicht funktionieren. Auch wenn wir auf Hindernisse treffen – wenn es einen Konsens in der Gesellschaft gibt, dann werden wir die Energiewende schaffen. „Nur müssen wir das auch dürfen und brauchen auch die Rahmenbedingungen dazu“, sagte Strugl weiter.

Energie-Masterplan nötig

Ing. Mag. Peter Koren Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung hat in der Gaswirtschaft einen verlässlichen Partner – auch für die Beantwortung der Zukunftsfragen. ER sagte, „wir brauchen wieder eine Energiepolitik in unserem Land.“ Und er präzisiert: „Das Dreieck der Versorgungssicherheit, der wettbewerbsfähigen Preise und der Ökologie ist gerade in Schieflage. Es geht uns darum, aktuell das wieder gerade zu biegen.“ Dazu sei vor allem eine entsprechende Lenkung notwendig. Kurzfristig geht es um die mögliche Energielenkung, mittelfristig brauchen wir eine fossilen Übergangsstrategie und langfristig einen Energie-Masterplan.

Energiewende ohne Ideologie

Laut dem Energie-Analysten Johannes Benigni benötigt Österreich „eine Roadmap und eine Taskforce, die den Weg in die Energiezukunft festlegt“. Seiner Meinung nach „müssen wir Versorgungssicherheit wieder an erste Stelle reihen, aber ohne jeglichen ideologischen Zugang. Und Energie muss weiterhin leistbar sein und auch umweltfreundlich – also brauchen wir eine Energiewende hin zu Biogas und Wasserstoff.“ Und er prophezeit: „Wir werden Gas noch viele Jahre brauchen.“

Über Gas

Gas nimmt in der umweltbewuss­ten Energieversorgung eine Schlüssel­rolle ein: Die Energie der Zukunft lässt sich effizient und komfortabel fürs Heizen, die Warm­wasserbereitung, Kälte- und Strom­erzeugung und als Kraftstoff für Automobile einsetzen. Gas ver­brennt ohne Feinstaub und Partikel und ist damit der emissionsärmste fossile Energieträger. Mit Biomethan aus biogenen Reststoffen, synthetischem Methan (SNG) aus erneuerbaren Stromquellen und Wasserstoff bietet Gas auch grüne Alternativen.

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