Die ÖBB wollen bis 2026 mehr als 25 Milliarden Euro für den Ausbau und die Modernisierung des gesamten Bahnsystems ausgeben. Die zweite Ausbaustufe am Terminal Wien Süd ist abgeschlossen.

Der Güterverkehr in Europa wird allein bis 2030 um bis zu 30 Prozent ansteigen. Ohne Gegensteuerung würde es zu einem enormen Anstieg des Lkw-Verkehrs von rund einer Million zusätzlicher Lkw auf Europas Straßen führen. Damit verbunden würde sich der CO2-Ausstoß drastisch erhöhen, denn jede Tonne Fracht auf der Straße anstatt auf der Schiene verursacht in Österreich rund 40-mal mehr CO2.

Zur Erreichung der Klimaziele der EU 2050 (Green Deal) und Österreichs Klimaneutralität bis 2040, ist eine verstärkte Verlagerung von Verkehren von der Straße auf die Schiene unumgänglich. Basis dafür sind ausreichende Kapazitäten im Schienennetz der Bahn. Mit der aktuellen Kapazitätserweiterung am ÖBB Terminal Wien Süd wurde ein wichtiger Meilenstein dafür erreicht. Zusätzlich ermöglicht Österreichs größter Mobilitäts- und Logistikdienstleister ÖBB durch seine geplanten Investitionen die Leistung im Güterverkehr auf der Schiene bis 2040 zu verdoppeln. Das hilft dem Klima und der Wirtschaft, den jeder investierte Euro der ÖBB schafft, laut einer aktuellen Studie des Economica-Instituts, zwei weitere Euro an heimischer Wertschöpfung.

Verdopplung der Leistung im Schienengüterverkehr bis 2040

Die ÖBB investieren in den kommenden Jahren in die Modernisierung des Bahnsystems. Eines der zentralen Ziele ist es, die nötigen Voraussetzungen für die Verlagerung von Straßentransporten auf die Schiene zu schaffen. „Wir ermöglichen durch unsere geplanten Investitionen, die Leistungen im Güterverkehr auf der Schiene bis 2040 zu verdoppeln“, betont ÖBB CEO Andreas Matthä bei der Präsentation der 2. Ausbaustufe des Terminal Wien Süd. „Ich bin davon überzeugt, dass es in den nächsten Jahren zu einer Renaissance des Schienengüterverkehrs kommen wird. Denn jede Tonne, die auf Schienen statt auf der Straße fährt, spart sofort Co2 ein. Das ist der wirksamste Weg, den Verkehrssektor raschest möglich zu dekarbonisieren“, ergänzt er. Zudem habe Österreichs Industrie in der Covid-Krise gelernt, wie krisensicher und zuverlässig die Bahn liefert, wenn LKW im Stau stehen.

2. Ausbaustufe am ÖBB Terminal Wien Süd abgeschlossen

Der Terminal Wien Süd ist der Hauptbahnhof des Güterverkehrs in der Ostregion und hat sich seit der Inbetriebnahme Ende 2016 wirtschaftlich hervorragend entwickelt. Er ist zentraler Knotenpunkt im europäischen Netz der Transport und Verladewirtschaft und hat sich als neutraler Hub für alle Kunden im Güterverkehr etabliert. Nach bereits drei Jahren lag die Auslastung bei über 80 Prozent – daher war der Ausbau des Terminals der nächste logische Schritt. „Wir haben in den Terminal Wien Süd rund 19 Millionen Euro investiert und so weitere 12 Arbeitsplätze am Terminal geschaffen. Damit stärken wir die Wirtschaft im doppelten Sinne – sowohl für die Verlader als auch für die Baukonjunktur“, betont Matthä. Zu den wesentlichen Aspekten der zweiten Ausbaustufe gehören ein Umschlagmodul für den Staplerbetrieb mit 2 x 700m Ladegleisen sowie zwei Hochleistungsstaplern für ITE. Dadurch schaffen die ÖBB mehr Lagerfläche und mehr Flexibilität. Die Umschlagkapazität wird um circa 50 Prozent erhöht, was einem Plus von 105.000 ITE pro Jahr entspricht. Damit können ab sofort 310.000 ITE – Container, Sattelaufleger, Wechselbehälter – pro Jahr umgeschlagen werden. Mit der geplanten 3. Ausbaustufe, innerhalb der nächsten Jahre, soll die Kapazität auf 400.000 ITE erhöht werden.

Faire Rahmenbedingungen notwendig

Gerade im Schienengüterverkehr sind für die Erreichung der Klimaziele und die verstärkte Transportverlagerung von der Straße auf die Schiene neben den Investitionen in das System Bahn, vor allem faire Rahmenbedingungen entscheidend. CEO Matthä: „Die Bahnen in Europa benötigen faire gesetzliche Wettbewerbsbedingungen, damit sie ihre Leistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten können: Es gibt derzeit etwa ein Ungleichgewicht bei der Einpreisung der externen Kosten: Die Schiene zahlt bis zur letzten Meile Maut, aber es gibt immer noch ein Dieselprivileg für die Straße und Flugtickets sind steuerbegünstigt, wohingegen für internationale Bahntickets die volle Mehrwertsteuer zu bezahlen ist. Europas Bahnen machen ihre Hausaufgaben und arbeiten gemeinsam täglich an der Verbesserung des Bahnsystems. Dafür brauchen wir die Unterstützung der EU und ihrer Mitgliedsstaaten.“

ÖBB als Motor für den Neustart der Wirtschaft

Die ÖBB sind seit Beginn der Corona-Pandemie ein Mobilitäts- und Logistikgarant. Jeder Fahrgast und jede Tonne Fracht wurde geliefert. Die Bahn hat damit einmal mehr bewiesen, dass sie nicht nur äußerst klimaschützend, sondern auch system- und versorgungsrelevant ist. Darüber hinaus stimulieren die Investitionen in die Bahn die Wirtschaft, wie das Economica-Institut im Rahmen einer aktuellen Studie berechnet hat. Jeder investierte Euro der ÖBB schafft zwei weitere Euro an heimischer Wertschöpfung. Allein von 2021 bis 2026 investieren die ÖBB mehr als 25 Milliarden Euro in Ausbau und Modernisierung des Bahnsystems.

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