Die portugiesische Ratspräsidentschaft rief am Montag im Rahmen einer virtuellen Kick-off-Veranstaltung das Europäische Jahr der Bahn aus. ÖBB investiert eine Rekordsumme von 17,5 Mrd. Euro in den nächsten sechs Jahren in den Ausbau der Infrastruktur.

Die Initiative der EU soll die Erreichung des Green Deals und die Klimaneutralität bis 2050 maßgeblich unterstützen. Fokus des „European Year of Rail“ liegt auf der Verbesserung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler sieht darin die Chance für die Mobilitätswende. „Unsere Bahn ist das Herzstück des europäischen Verkehrssystems, sie verbindet den Kontinent. Ein stabiles, gut ausgebautes Schienensystem trägt maßgeblich zur Mobilitätswende bei und ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen den Klimawandel. Ich freue mich, dass die Europäische Kommission unter der Ratspräsidentschaft Portugals die Bahn mit dem „European Year of Rail“ 2021 in den Fokus stellt.“

Die Europäischen Klimaziele können laut ÖBB-CEO Andreas Matthä nur „durch eine konsequente Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und den Ausbau des internationalen Schienenpersonenfernverkehrs“ erreicht werden. Dafür investiert die ÖBB in die Zukunft. „Mit Investitionen in die Infrastruktur sichern wir die Kapazität für die Verkehrswende. Der aktuelle Rahmenplan mit über 17,5 Mrd. Euro für die nächsten sechs Jahren ist die höchste Summe, die es je für den Ausbau der Infrastruktur gegeben hat,“ unterstreicht der ÖBB-CEO.

Für Ministerin Gewessler ist die Erweiterung der Zugverbindungen quer durch Europa und das Angebot an Nachtzügen ein Anliegen. „Wien ist europaweit Vorreiter bei den Nachtzugsverbindungen. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen, darum investieren wir in den kommenden Jahren rund 500 Millionen Euro in die Zukunft der Nachtzüge. Das bedeutet mehr Züge und mehr Destinationen. Denn die Nachtzugverbindungen innerhalb Europas sind die Zukunft der Mobilität und sparen klimaschädliche Kurzstreckenflüge.“

ÖBB-CEO Andreas Matthä  © ÖBB, Marek Knopp

Im Fernverkehr spielt die Bahn heute schon auf einigen Kurzstrecken ihre Vorteile gegenüber dem Flugzeug klar aus. Zu den bestehenden 19 Nightjet-Linien nimmt die ÖBB 2021 auch Amsterdam und Paris in ihre Netze auf. ÖBB-CEO Matthä: „Mit zusätzlichen Nachtzugverbindungen sind die ÖBB schon heute Vorreiter für klimafreundlichen Reisens.“

So digital ist die Bahn

Eine weitere Schlüsselrolle spielt, laut Matthä die Automatisierung und Digitalisierung: „Im Schienengüterverkehr setzen wir auf digitale Schlüsseltechnologien und eine weitere Automatisierung im Eisenbahnbetrieb. Zusätzlich ermöglicht u.a. die Digitalisierungs- und Innovationsoffensive der ÖBB Rail Cargo Group einen zunehmend reibungslosen Einstieg in die Bahnlogistik und in multimodale Transporte. Die 2020er werden zu einer Renaissance des Schienengüterverkehrs führen, u.a. durch die Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung. Dadurch kommt es sowohl zu einer Effizienzverbesserung als auch zu einer Erhöhung der Sicherheit und einer Steigerung der Kapazität im gesamten europäischen Bahnsystem.“

Faire Rahmenbedingungen notwendig

Gerade im Schienengüterverkehr sind für die Erreichung der Klimaziele und die verstärkte Transportverlagerung von der Straße auf die Schiene neben den Investitionen in das System Bahn, vor allem auch die dafür notwendigen fairen Rahmenbedingungen entscheidend. Andreas Matthä betont dazu: „Die Bahnen in Europa benötigen faire gesetzliche Wettbewerbsbedingungen, damit sie bei einer guten und effizienten Produktion ihre Leistung zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten können: Es gibt derzeit beispielsweise ein Ungleichgewicht bei der Einpreisung der externen Kosten zugunsten der Straße, die Schiene zahlt bis zur letzten Meile Maut, es gibt immer noch ein Dieselprivileg für die Straße und steuerbegünstigte Flugtickets, wohingegen für internationale Bahntickets die volle Mehrwertsteuer zu bezahlen ist. Europas Bahnen machen ihre Hausaufgaben und arbeiten gemeinsam täglich an der Verbesserung des Bahnsystems. Dafür brauchen wir die Unterstützung der EU und ihrer Mitgliedsstaaten für faire Wettbewerbsbedingungen im Verkehrssektor.“

ÖBB-Klimaschutzstrategie 2030: CO2-Neutralität im Mobilitätssektor

Die ÖBB konnten bereits mit ihren Verkehrsleistungen (Bahn und Bus) rund 4,2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Ziel ist es, bereits 2030 klimaneutral zu sein. Dafür müssen allein im Verkehrssektor weitere rund 8 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. Umso dringender ist die Verkehrsverlagerung vom Straßen- und Flugverkehr auf die Schiene.

© ÖBB RCG, David-Payr

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