Das Land Niederösterreich schlägt ein neues Kapitel in seiner Verkehrspolitik auf. Wo sich früher zumeist die Diskussionen ausschließlich um Zug, Bus und PKW drehten, sollen in Zukunft auch Radfahren und Zufußgehen einen noch größeren Stellenwert bekommen.

Aus diesem Grund hat das Land Niederösterreich vor kurzem die erste Strategie zur Förderung der aktiven Mobilität vorgelegt und will in fünf Handlungsfeldern neue Akzente setzen. Die angedachten Maßnahmen gliedern sich in die Bereiche Infrastruktur, Multimodalität, Digitalisierung & Elektromobilität, Information & Kooperation sowie neue Strukturen.

Trotz der Charakteristik Niederösterreichs als Flächenbundesland bestehe ein hohes Potential für die Attraktivierung der Rad- und Fußgängermobilität, wie Niederösterreichs Landesverkehrsplaner Werner Pracherstorfer betont: „47 Prozent der täglichen Wege betragen unter 5 km – sind also potentielle Wege für die aktive Mobilität. Bringt man nun auch noch das e-Bike ins Spiel, dann könnten damit in Summe sogar 63 Prozent der Wege aktiv zurückgelegt werden.“

© NLK/Filzwieser

Auch die Motivation für den Umstieg ist groß. Die Bereitschaft der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zukünftig das Rad zu nutzen, liegt laut Erhebungen bei 59 Prozent. Die Bereitschaft der NÖ häufiger zu Fuß zu gehen liegt bei 72 Prozent. Die wichtigsten Motive für den Umstieg sind die persönliche Gesundheit, Zeiteffizienz bzw. Flexibilität und der Umweltgedanke.

Alle Handlungsfelder sind mit konkreten Vorhaben unterlegt, wobei es auch immer Projekte gibt, die rasch umgesetzt werden können. Insgesamt will man im Land Niederösterreich in den kommenden 10 Jahren 100 Millionen Euro an Investitionen in die aktive Mobilität im Bundesland auslösen.

Konkrete Schritte hat das Land bereits mit der Gründung der neuen Service-Stelle „RADLand NÖ“ gesetzt. Die Initiative „RADLand NÖ“ war bislang Teil der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich (eNu) und hat, wie viele andere Gesellschaften und Abteilungen des Landes NÖ, am Thema Radfahren gearbeitet.

Ebenfalls in Umsetzung ist die neue Radwegförderung des Landes, bei der bis zu 80 Prozent der Errichtungskosten übernommen werden. Julia Krenn, Expertin aus dem NÖ Landesstraßendienst, hat die Einführung dieser Förderschiene begleitet und zeigte die ersten Erfolge auf: „In den zahlreichen Gesprächen, die wir seit Einführung der neuen Förderung im November 2020 bereits führen durften, wurde das große Interesse an gut ausgebauten Radwegen sehr deutlich. Es blieb in vielen Fällen jedoch nicht nur bei Gesprächen. Etwa 35 Gemeinden reichten insgesamt bereits über 50 Projekte zur Förderung ein, die derzeit in unterschiedlichen Phasen der Förderabwicklung sind. Die ersten Projekte gehen mit Beginn der Bausaison auch bereits in die Umsetzung. Es freut uns sehr, dass wir hier für die Radfahrerinnen und Radfahrer in Niederösterreich etwas bewegen und unser aller Zukunft gestalten können.“

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Weitere geplante Maßnahmen betreffen den Bau neuer Radwege einschließlich neuer Radschnellwege als höchstrangige Infrastruktur, den Ausbau von Bike&Ride-Angeboten, die Verbesserung der Anbindung von Öffi-Knotenpunkten an das Radwegenetz, verbessertes Routing für Karten-Apps und die Partnerschaft mit Betrieben, Schulen und Gemeinden im ganzen Land.

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