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Neue Mobilitäts- und Raumkonzepte aus Klagenfurt

LHStv.in Schaunig, LR Holub und JOANNEUM RESEARCH präsentierten neues, innovatives Forschungsprojekt

LIFE – das Zentrum für Klima, Energie und Gesellschaft der JOANNEUM RESEARCH bringt mit Unterstützung des Landes Kärnten ein neues Forschungsthema in den Klagenfurter Lakeside Park. Die Kompetenzgruppe „Innovative Mobility Modelling“ soll sich ab Mitte 2018 mit aktuellen Fragestellungen zum Mobilitätsverhalten und der räumlichen Entwicklung befassen. Dieses neue, innovative Forschungsprojekt präsentierten heute, Mittwoch, Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig und Verkehrslandesrat Rolf Holub gemeinsam mit JOANNEUM RESEARCH-Geschäftsführer Wolfgang Pribyl, LIFE-Direktor Franz Prettenthaler und Hans Schönegger von der BABEG Kärntner Betriebsansiedlungs- und Beteiligungsgesellschaft.

Mit dem Mobilitätsmasterplan entwickeln wir laufend innovative Mobilitätslösungen in ganz Kärnten

„Ich bin sehr erfreut darüber, dass wir dieses neue, zukunftsweisende Projekt der JOANNEUM RESEARCH am Forschungsstandort Lakeside Park unterstützen können. Mit dem Mobilitätsmasterplan entwickeln wir laufend innovative Mobilitätslösungen in ganz Kärnten“, betonte Holub. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die neue verkehrswissenschaftliche Kompetenzgruppe mit der Anwendung innovativer Methoden von Verkehrsmodellierungen wesentliche Erkenntnisse über das Mobilitätsverhalten gewinnen werde. „Diese werden wir in unsere weiteren Raum und -Verkehrsplanungen einfließen lassen können. Damit gewinnt Kärnten nicht nur einen wesentlichen Forschungsschwerpunkt, sondern auch wichtiges Know-how, von dem nicht nur die Kärntnerinnen und Kärntner direkt profitieren, sondern auch andere Regionen, die aus unserem Best-Practice-Modell ihre Lehren ziehen können“, so der Verkehrslandesrat.

Schaunig zählt die Beteiligung an der JOANNEUM RESEARCH zu den nachhaltigsten Zukunftsprojekten der ablaufenden Legislaturperiode. Mit der Kompetenzgruppe „Innovative Mobility Modeling“ komme – nach Robotics – ein zweiter bedeutender Forschungsschwerpunkt nach Klagenfurt, der den Standort noch einmal aufwertet. „Die Kooperation mit der JOANNEUM RESEARCH ist integraler Bestandteil unserer Forschungsachse Süd, über die wir Kärnten an die Forschungs-Spitze Europas führen“, meinte die Technologiereferentin.

Dabei werden innovative Verfahren, wie die so genannte agenten-basierte Modellierung, weiterentwickelt und auf herkömmliche, aber auch auf neuartige Mobilitätslösungen angewendet.

Zum Forschungsprojekt erklärte LIFE-Direktor Prettenthaler: „Dabei werden innovative Verfahren, wie die so genannte agenten-basierte Modellierung, weiterentwickelt und auf herkömmliche, aber auch auf neuartige Mobilitätslösungen angewendet.“ Die agenten-basierte Modellierung berücksichtige die einzelnen, aktiven Komponenten eines Systems, also zum Beispiel einzelne Personen und ihr Verhalten. In traditionellen Modellierungsansätzen würden diese Individuen meist als homogene Gruppe behandelt. Durch den neuen Ansatz werde die komplexe Dynamik in einem System wesentlich besser erfasst, weil explizit berücksichtigt werde wer, wann und wohin mit welchem Verkehrsmittel unterwegs ist. Für zukünftige Mobilitätsformen wie geteilte Mobilität („Car Sharing“) oder autonomes Fahren sei dieser Ansatz, mit dem sich die Kompetenzgruppe befassen werde, essentiell. Damit erhalte das Land Kärnten die Garantie, im Bereich der Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität die besten Methoden, die international verfügbar seien, direkt vor Ort zu haben.

Das Zusammenspiel von Mobilität und Digitalisierung und die zukünftige Gestaltung dieses Bereiches sind wesentlich, um einen Standort zukunftsfähig zu machen.

BABEG-Geschäftsführer Schönegger sagte: „Das Zusammenspiel von Mobilität und Digitalisierung und die zukünftige Gestaltung dieses Bereiches sind wesentlich, um einen Standort zukunftsfähig zu machen. Mit dem neuen Kompetenzbereich ,Innovative Mobility Modelling‘ ist Kärnten nicht nur vielen Regionen einen Schritt voraus, sondern hat vor allem die Möglichkeit Forschungsergebnisse rasch nutzbar zu machen und das hier vorhandene Know-how auch in weitere Themenfelder, wie zum Beispiel 5G, einfließen zu lassen.“

„Mit diesem neuen und sehr aktuellen Forschungsthema setzt sich die höchst erfolgreiche Zusammenarbeit des Landes Kärnten und der JOANNEUM RESEARCH weiter fort“, so JOANNEUM RESEARCH-Geschäftsführer Pribyl. 2014 hat sich ja das Land Kärnten über die BABEG mit 15 Prozent an der heimischen Forschungsgesellschaft beteiligt, seit 2015 wurde höchst erfolgreich das Institut ROBOTICS der JOANNEUM RESEARCH am Standort Lakeside Science & Technology Park in Klagenfurt aufgebaut.

„Innovative Mobility Modelling“ ist die erste Forschungsgruppe in Österreich, die auf agenten-basierte Verkehrsmodellierung spezialisiert ist. Die Schwerpunkte der Forschungsaktivitäten liegen auf Agent-Based Mobility Modelling (diese Methode stellt das Verhalten der einzelnen Individuen und Entscheidungsträger dar, um eine realitätsgetreue Abbildung eines Verkehrssystems zu liefern), Shaping Spatial Solutions (dabei wird das Zusammenspiel der Nachhaltigkeitsaspekte und der räumlichen Organisation als computergestützte Modellbildung und Simulation dargestellt) und Smart Track (hier werden traditionelle und moderne Datenerhebungstechniken eingesetzt, aber auch innovative Ansätze wie Tracking-Apps entwickelt werden).

Daraus werden sich Handlungsempfehlungen und Strategien für urbane Transformations- und Regenerationsprozesse ableiten lassen

Die Ergebnisse sollen Dokumentationen, Analysen, Gutachten, Modellfälle sowie Indikatoren und Kriterien für die Bewertung und Steuerung der Verkehrsinfrastruktur und der Raumgestaltung sein. „Daraus werden sich Handlungsempfehlungen und Strategien für urbane Transformations- und Regenerationsprozesse ableiten lassen“, so Prettenthaler. Basis dafür sei übergreifendes Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von LIFE und deren jahrelange Erfahrung in nationalen und internationalen Projekten.

Geleitet wird die Kompetenzgruppe von Francesco Ciari, der sich davor an der ETH Zürich mit ähnlichen Forschungsfragen beschäftigt hat. Die ETH Zürich zählt gemeinsam mit der TU Berlin seit fast 15 Jahren zu den führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet. Darum ist mit den beiden Institutionen auch eine enge Kooperation geplant, ebenso wie mit der Technischen Universität Graz und der Technischen Universität Wien.

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www.ktn.gv.at

Foto:
Bernhard Bergmann