MaaS gilt als vielversprechender Ansatz, unser Mobilitätssystem serviceorentierter und inklusiver zu gestalten. ITS Austria hat dazu ein Konzeptpapier erarbeitet.

 

Am 1. Oktober 2019 fand die jährliche ITS Austria Konferenz statt. Rund 160 Experten tauschten sich einen Tag lang zu aktuellen Entwicklungen im Bereich intelligente, kooperativer Verkehrssysteme aus. Im Mittelpunkt stand das Thema Mobility as a Service (MaaS) und wie dieser Ansatz gemeinsam weiterentwickelt werden kann. Die ITS Austria hat dazu bereits Ende letzten Jahres eine Arbeitsgruppe gegründet, welche in einem Konzept die Ist-Situation sowie Handlungsempfehlungen für eine Umsetzung von „MaaS made in Austria“ (MaaS miA) erarbeitet hat. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Konferenz präsentiert. „Mit diesem Konzept wird das Thema erstmals österreichweit und gesamthaft betrachtet. Es ist uns wichtig, einen Gestaltungspfad vorzuschlagen, der sowohl die öffentliche Hand als auch Anbieter von Mobilitätsservices unterstützt und einen Rahmen zur Umsetzung bietet.“ erklärt Franz Schwammenhöfer, Leiter der Abteilung Gesamtverkehr im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und Leiter der Arbeitsgruppe MaaS miA.

Zugang zu Mobilitätsangeboten neu gestalten

Unter Mobilität als Service versteht man eine nutzerorientierte, intermodale Dienstleistung, die bestehende Angebote von verschiedenen Mobilitätsanbietern in nur einem Service vereint. Über diesen einen Service können im Idealfall intermodale Reiseinformationen angeboten sowie Buchung, Reservierung und Bezahlung abgewickelt werden. In Österreich wurden dazu schon verschiedene Vorarbeiten geleistet, etwa die Gründung der Verkehrsauskunft Österreich oder die Implementierung einer Graphenintegrationsplattform. Bisher besteht allerdings kein einheitlicher Ansatz zum Ausrollen von MaaS in Österreich und auch die Zielsetzungen der einzelnen Mobilitätsbetreiber unterscheiden sich oftmals. Die Arbeitsgruppe MaaS miA hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ein österreichisches Bild zur Umsetzung von Mobilität als Service zu erarbeiten. In der Arbeitsgruppe vertreten sind unter der Leitung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie neben der AustriaTech auch die österreichischen Mobilitätsanbieter wie ÖBB, ASFINAG, Verkehrsverbünde und Ländervertreter. „Wichtig war das gemeinsame Bekenntnis aller Beteiligten und eine technologieunabhängige Betrachtung, um einen allgemein gültigen Rahmen schaffen zu können.“, betont Martin Böhm, Businessunit-Leiter bei AustriaTech. Herzstück der Publikation war die Definition sogenannter MaaS miA-Readiness-Levels. Von Level 0 bis Level 3 werden die unterschiedlichen Integrationsstufen, die Rolle der öffentlichen Hand und die rechtlichen und technologischen Rahmenbedingungen definiert. Damit soll sichergestellt werden, dass die Entwicklung von MaaS-Systemen schrittweise und aufbauend erfolgen kann. Die MaaS miA-Readiness-Levels ermöglichen somit auch eine Selbsteinstufung für einzelne Mobilitätsanbieter, um ihre individuell entwickelten Services problemlos unter den definierten Bedingungen in ein MaaS-System zu integrieren. Der Vorteil ist, dass die Services damit besser mit anderen Angeboten verknüpfbar sind und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer optimal unterstützt werden können – und das nicht nur im urbanen Raum mit ohnehin gutem öffentlichen Verkehrsangebot, sondern auch in ländlichen Gegenden.

Mobilitätsgarantie und Qualitätssiegel für Endkundendienste

„Unser Ziel ist es, dafür ein „Mobilitätsgütesiegel“ zu schaffen. Die Verkehrsteilnehmer sollen ein umfangreiches, diskriminierungsfreies Mobilitätsangebot erhalten, auf das sie sich immer verlassen können. Dazu ist es nötig, Prozesse zu definieren, wie die Qualität der Daten und Dienste zu überprüfen und zu monitoren ist.“, sagt Schwammenhöfer. Das Konzept enthält daher 13 Handlungsempfehlungen für Zugangsregelungen für MaaS-Anbieter. Dabei werden sowohl rechtliche und organisatorische Aspekte aufgegriffen, als auch technische Aspekte für das Schaffen von einheitlichen Schnittstellen und welche Zugangsregeln zu Daten und Diensten zu definieren sind. Ziel ist es, ein MaaS-System zu etablieren, das ein sicheres, effizientes und leistbares Mobilitätsangebot auch in peripheren Gebieten garantiert und sich alle Angebote auf demselben Qualitätslevel befinden.

Broschüre „MaaS made in Austria“: https://www.austriatech.at/downloads

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