Energiewende kann nur gelingen, wenn Potenziale auch genutzt werden

Die Energiewende in Österreich kann nur gelingen, wenn alle vorhanden Potenziale der erneuerbaren Energien genutzt werden. Eines davon betrifft die Herstellung von erneuerbaren bzw. grünen Gasen. Dies zeigt auch die neue Studie der Österreichischen Energieagentur auf. „Der wertvolle und energetisch hochwertige Energieträger muss aber dort eingesetzt werden, wo fossiles Erdgas schwer ersetzbar ist. Dazu zählen vordergründig Industrie und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die künftig für die Abdeckung von Spitzenlasten benötigt werden. Für die Bereitstellung von Raumwärme sind hingegen genügend Alternativen vorhanden, wie beispielsweise Biomasseheizungen und Fernwärme aus erneuerbaren Energieträgern, wodurch der Einsatz von grünem Gas nur in beschränktem Ausmaß sinnvoll erscheint“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. „Mit der Nutzung von Holzgas ergibt sich eine weitere effiziente Option der Energie-Bereitstellung.“

Grünes Gas für knapp 50% des aktuellen Erdgas-Bedarfs

„Es führt aber kein Weg an einer Reduktion des aktuellen Erdgasverbrauches von 8,5 Mrd. Nm3 vorbei, um Österreich zur Gänze mit heimischen erneuerbaren Gasen versorgen zu können“, führt Titschenbacher fort. Eine Potenzialabschätzung der Forschungseinrichtung BEST hat ergeben, dass etwa die Hälfte des Erdgasverbrauchs durch erneuerbares Gas (Biogas und Holzgas) gedeckt werden kann, ohne an die Nachhaltigkeitsgrenzen zu gelangen oder anderen Anwendungen den Rohstoff zu entziehen. Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 5 TWh (rund 500 Mio. m3) erneuerbares Gas ins Erdgasnetz einzuspeisen. Die aktuelle Studie der Energieagentur bestätigt hohe Potenziale für die Gasproduktion aus Biomasse. Die Potenziale liegen in etwa beim Vierfachen des Regierungsziels 2030.

Biogas schließt Winterstromlücke

Besonders im Winterhalbjahr ist Österreich zur Deckung des Inlandsstromverbrauchs auf fossile Stromproduktion und Stromimporte angewiesen. 2019 lag die Differenz zwischen der erneuerbaren Stromproduktion und dem Strombedarf im Winterhalbjahr (Winterstromlücke) bei 15 TWh. Diese Lücke wurde durch Importe und fossile Stromproduktion gedeckt, davon fast 8 TWh durch Strom aus fossilem Erdgas. Biomethan kann einen wesentlichen Beitrag zur Schließung der Winterstromlücke leisten. Eingespeistes Holzgas (SNG) sollte daher primär im bestehenden Kraftwerkspark zur kombinierten Strom- und Wärmeproduktion oder in Spitzenlastkraftwerken eingesetzt werden. Dadurch würde sich sowohl der CO2-Fußabdruck der Fernwärme (Abwärme aus Gas-KWK wäre zum Teil erneuerbar), als auch jener der Elektro-Mobilität und der Wärmepumpen verbessern.

Erdgas: Verwendung in Österreich

Erdgas ist in Österreich der mengenmäßig zweitbedeutendste Energieträger. Österreich verfügt über ein weit verzweigtes Erdgasnetz von 44.000 km Länge und Gasspeicher, die den Jahresbedarf an Erdgas zwischenlagern können. 37% des Erdgases wird in der Industrie, 26% für die Stromerzeugung und 18% in der Raumwärme eingesetzt. Der Rest verteilt sich zu etwa gleichen Teilen auf Gewerbe, Verkehr, stoffliche Nutzung, Heizwerke und den Energiebereich. Über die Stromerzeugung und die anfallende Abwärme ist der Erdgassektor eng mit der Bereitstellung von Strom und Fernwärme verknüpft. Erdgaskraftwerke bilden das Backup der Stromproduktion und stellen flexible Leistung zur Verfügung. Damit sind sie essenziell für eine sichere Stromversorgung.

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