Während bei vielen Top Brands der Automobilbranche während des Höhepunkts der Corona Krise in Österreich und in der Zeit danach die Umsätze empfindlich einbrachen, konnte Ford seit dem Restart Anfang Mai ordentlich aufholen und dadurch die Verluste deutlich minimieren. In unserem Interview mit Ford Motor Company Generaldirektor Danijel Dzihic fragten wir nach dem Grund – und baten um eine Momentaufnahme zur eigenen Marke und zum augenblicklichen Status der Branche.

Wie schaut die Performance bei Ford seit dem Restart aus – und was heißt das in realen Zahlen? 

Das Jahr 2019 war für die Ford Motor Company Austria ein absolutes Rekordjahr: Zum 4. Mal in Folge konnte bei PKWs und Nutzfahrzeugen zusammen eine Steigerung des Volumens erreicht werden, ebenso wurde der höchste Marktanteil seit 2002 eingefahren. Im Bereich der Nutzfahrzeuge waren es sogar der höchste Marktanteil und das größte Volumen aller Zeiten und dieser Trend setzte sich auch Anfang 2020 fort.

Ende 2019 lagen wir in Österreich mit 19,8% Marktanteil mit dem damaligen Marktführer mit 20,2% gerundet quasi gleich auf. Kumuliert nach den ersten 4 Monaten 2020 hatten wir bereits einem Marktanteil von 21,33%, lagen damit um 155 Einheiten vor dem stärksten Mitbewerber und konnte somit den Trend zur Steigerung erfolgreich fortführen. In den Folgemonaten konnten wir die Performance situationsbedingt natürlich nicht halten, allerdings hat sich der Markt wieder gefangen und es geht aktuell steil bergauf: So konnten wir sowohl im Juni als auch im Juli mehr Nutzfahrzeuge auf die Straße setzen als in den Vergleichsmonaten des Vorjahres. Im Juli liegen wir mit dem NFZ-Marktanteil von 21,4% deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres.

Erwarten Sie im Sektor der Kleintransporter ein Wachstum über Jahre – und was müssen Nutzfahrzeuge „heute für morgen“ können ?

Wir sind zuversichtlich, dass uns das wachsende Online-Geschäft und die dadurch benötigte Infrastruktur, zusammen mit einer stabilen Bauwirtschaft, ein kontinuierliches Wachstum im NFZ Segment ermöglicht.

Die Bauwirtschaft zählt zu unseren stärksten Branchen und verspricht auch für die Zukunft Beständigkeit. Während der Corona Krise war der Rückgang bei den NFZ auch deutlich geringer als bei den PKW.

Die Nutzfahrzeuge von morgen sollen einerseits „klassischen“ Anforderungen genügen, das heißt robust und langlebig sein, darüber hinaus spielen immer effizientere Motoren sowie alternative Antriebssysteme eine wesentliche Rolle. Aber auch das Thema Komfort rückt immer mehr in den Vordergrund, Kunden wünschen sich in ihrem NFZ die gleiche Annehmlichkeit wie in einem PKW.

Konnektivität geht zukünftig Hand in Hand mit Komfort, weshalb Ford zum Vernetzen seiner NFZ die FordPass Pro App entwickelt hat. Bis zu fünf Fahrzeuge lassen sich damit vernetzen und mit der App können Sie jederzeit aktiv auf alle wichtigen Informationen Ihrer Fahrzeuge zugreifen. Zum Beispiel können der AdBlue-Füllstand oder der Reifendruck überprüft und mit diesen Infos wiederum die Abnützung der Reifen reduziert und Kraftstoff gespart werden. Auch etwaige Probleme mit Ihren Fahrzeugen werden Ihnen über die App gemeldet. So können Sie umgehend Schadensbegrenzung leisten, damit unerwartete Kosten zu einem späteren Zeitpunkt vermeiden und gleich über die App einen Wartungs- oder Reparaturtermin bei ihrem bevorzugten Ford Partner vereinbaren.

Danijel Dzihic

Ford gehört weltweit zu den stärksten Hybrid-Marken und steigt jetzt auch in Europa mit einer breiten Palette an Hybrid-Varianten ein. Ist das einer steigenden Nachfrage geschuldet oder einem gesteigerten nachhaltigen Denken bei Ford? Und welche Rolle spielt der vollelektrische Ford Mustang in der Markenpolitik – warum ist ausgerechnet die „Rennröhre“ der erste reine Elektrische?

Ford geht davon aus, dass elektrifizierte Fahrzeuge bis Ende 2022 mehr als die Hälfte des Pkw-Absatzes des Unternehmens ausmachen werden. Bis dahin rechnet man mit dem Verkauf von einer Million elektrifizierter PKW.

Die Ford Motor Company investiert weltweit über 11 Milliarden Dollar in die Elektrifizierung ihrer Baureihen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, von jeder PKW-Baureihe, die wir in Europa auf den Markt bringen, mindestens eine elektrifizierte Version anzubieten. Ford-Kunden in Europa werden bis Ende 2021 aus insgesamt 18 elektrifizierten Modellen wählen können – alleine bis Ende dieses Jahres werden wir 14 elektrifizierte Modelle auf den europäischen Märkten einführen. Dafür nutzen wir unterschiedliche Antriebstechnologien, passend für jeden Einsatzzweck und Lebensstil: 48-Volt-Mild-Hybrid, Voll-Hybrid, Plug-in-Hybrid und den vollelektrischen Antrieb. Mondeo, Puma und Kuga waren die ersten Ford-PKW mit elektrifizierten Antrieben, mittlerweile auch unsere Erfolgsmodelle Fiesta und Focus und nächstes Jahr unser Bestseller bei den Fuhrparkkunden Galaxy Hybrid.

Nutzfahrzeug-seitig sind Transit bzw. Tourneo Custom – als erste in ihrem Segment seit Anfang des Jahres auch als Plug-In-Hybride zu haben, ein vollelektrischer Ford Transit für einen emissionsfreien Fahrbetrieb wird nächstes Jahr nachgereicht.

Zu dem von Ihnen angesprochenen Mustang Mach-E: Der ikonische Ford Mustang verkörpert bis heute – und das seit immerhin schon fast 60 Jahren – Freiheit und Innovation. Das meistverkaufte Sportcoupé der Welt inspirierte auch den neuen, vollelektrischen Mustang Mach-E. Mit dem Mustang Mach-E wird das Thema Elektrifizierung in jeder Hinsicht attraktiv: Wir stehen ja für leistbaren Fahrspaß und davon hat der Mustang Mach-E mehr als genug zu bieten. Was die Reichweite betrifft, so sind wir mit 450-600km – je nach Konfiguration – ganz vorne dabei. Preislich starten wir bei deutlich unter 50.000 Euro. Dies ist der Mustang für eine neue Generation

Welche Schritte machte und plant Ford in der Zukunft bei den „ewig neuen Alternativantrieben“ wie Wasserstoff oder CNG und wie lange bleibt Ford dem Dieselantrieb noch treu?

Langfristig wird das der Markt entscheiden. Wir sehen im Diesel nach wie vor großes Potenzial und im Nutzfahrzeugbereich ist dieser Antrieb – vor allem für den Transit-Verkehr – hinsichtlich Verbrauch und Reichweite (noch) alternativlos. Für den Nahverkehr, also den innerstädtischen Bereich sehen wir die Zukunft in Plug-In-Hybriden bzw. reinen BEVs, also batterieelektrischen Antrieben.

Heute bezeichnen sich die großen Volumenmarken Europas auch gerne als „Daten-Companies“, weil jetzt das Thema „Fahrer & Konnektivität“ und später das Thema „autonomes Fahren“ Hauptrollen spielen werden. Technisch ist schon heute mehr möglich, als die konventionelle Straße und das Verkehrsmanagement zulässt. Wann können wir in Europa da wirklich große Digitalisierungsschritte erwarten?

Die Digitalisierungswelle ist bereits in vollem Gange. Ford hat mehr als 100.000 vernetzte Nutzfahrzeuge für Europa produziert und wir rechnen damit, die Millionengrenze in den nächsten drei Jahren zu überschreiten.

Ford stattet die meisten seiner Nutzfahrzeug-Modelle serienmäßig mit dem fest im Fahrzeug installierten FordPass Connect-Modem für eine digitale Vernetzung aus.

Über das Modem und die kostenlos verfügbare FordPass App können die Nutzer via Smartphone eine Vielzahl von Fernbedienungsfunktionen ausführen, wie etwa die Fahrzeugortung in großen Parkhäusern, das Ver- und Entriegeln des Fahrzeugs, das Abfragen von Tankfüllstand, des Reifendrucks oder den Kilometerstand überwachen. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe ist sogar ein Starten des Motors möglich.

Sogenannte „Over-the-Air“-Updates stellen zudem sicher, dass die Software der Fahrzeuge stets auf dem aktuellsten Stand ist, indem Qualitätsverbesserungen und sogar neue Funktionen zum Zeitpunkt der Verfügbarkeit mobil übermittelt und installiert werden – ohne dass der Kunde einen Händler oder ein Servicecenter aufsuchen muss.

Viele Aktualisierungen können dabei in weniger als zwei Minuten durchgeführt werden. Wir setzen dabei auf eine Verbindung zu einer über die Cloud erreichbaren Plattform. OTA-Servicing ist bereits beim vollelektrischen Mustang Mach-E serienmäßig, welcher Corona-bedingt leider erst Mitte 2021 nach Österreich kommen wird.

Außerdem ist Ford führend bei der Forschung und Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, durch unsere Allianz mit VW und die beachtlichen Investition von Volkswagen in Argo AI sind Ford und Volkswagen Partner beim autonomen Fahren.

Das Self-Driving System (SDS) von Argo wird unabhängig voneinander in Modelle beider Unternehmen integriert werden. Dadurch werden wir unseren Kunden schneller neue Technologien und eine breitere Modellauswahl bieten.

Welche Bausteine Ihres Handelns führen Sie zu der Aussage: „Ford ist Motor der österreichischen Wirtschaft“? Warum sollen sich private und gewerbliche Nutzer für Ihre Marke entscheiden?

Gut jedes 5. Nutzfahrzeug auf Österreichs Straßen ist ein Ford. Unsere Kraft als Nummer 1 hat gerade jetzt beim Wiederaufbau der Wirtschaft besondere Bedeutung und diese wird unserem Erfolgslauf zusätzlichen Schub geben. Ford trägt wesentlich dazu bei, die Aufrechterhaltung der österreichischen Wirtschaftsleistung zu gewährleisten und wir sind stolz darauf, auch in diesen herausfordernden Zeiten – im Schulterschluss mit unseren Mitarbeitern, Händlern und Partnern – einen bedeutenden Beitrag zu leisten.

Wir sind Motor der österreichischen Wirtschaft und stehen gerade jetzt als zuverlässiger Mobilitätspartner mit unserer vielseitigen Nutzfahrzeugpalette den Wirtschaftstreibenden zur Seite. Damit halten wir mobil, unterstützen mit unseren Produkten sowohl Privatpersonen als auch insbesondere Unternehmen in ihrem Alltag, bieten maßgeschneiderte Finanzierungsmöglichkeiten und sorgen so für ein Gefühl der Sicherheit und Verlässlichkeit.

 

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