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Die Filmwelt ist – wie hier in „Zurück in die Zukunft“ – der Realität weit voraus.

Das fliegende Auto als Zukunftsvision

Aus SciFi-Filmen sind sie nicht wegzudenken: fliegende Autos. Doch werden wir die Straße verlassen und uns im Alltag in der Luft bewegen? Viele Firmen glauben trotz Hürden an diese Vision.

Als Marty McFly im Film „Zurück in die Zukunft“ bei seiner Zeitreise im Jahr 2015 landet, besteht der städtische Verkehr aus fliegenden Autos. Diese Vision der Filmindustrie der 1980er Jahre hat sich nicht erfüllt. Zwar gibt es etliche Unternehmen, die in den kommenden Jahren fliegende Autos auf den Markt bringen wollen, doch aus mehreren Gründen scheint es noch ein langer Weg zu sein bis alle Autos die Infrastruktur Straße verlassen und die Lüfte erobern. Eine große Herausforderung ist die Regulierung in der Luft. Neben Flugzeugen und Drohnen wären tausende weitere Fluggeräte unterwegs. Das Management verschiedener Flugkorridore ist weit komplexer als die Regelung von Autobahnen und innerstädtischem Verkehr. Ebenso eine Herausforderung ist die Ausbildung der Benützer der fliegenden Autos – also Fahrer und Pilot zugleich. Es bedarf weit mehr zu beachten, um ein Flugzeug zu starten, zu landen und zu fliegen als ein Auto auf einer Straße zu steuern. Und eine Fehlfunktion in der Luft hat deutlich fatalere Folgen als auf der Erde. Und schließlich gilt es noch, ein Platzproblem zu lösen. Die derzeit am Markt befindlichen Modelle fliegender Autos brauchen zum Abheben eine rund 500 Meter lange gerade Strecke – Autobahnen sind aus Sicherheitsgründen als Start- und Landebahnen nicht geeignet.

Trotz dieser Herausforderungen gibt es einige Unternehmen, die in den kommenden Jahren fliegende Autos auf den Markt bringen werden. Google-Gründer Larry Page investierte bereits mehr als 100 Millionen Dollar in zwei Flugautofirmen in den USA. Das niederländische Unternehmen PAL-V bringt 2018 ein fliegendes Auto auf den Markt, das gerade alle Genehmigungsverfahren bei der European Aviation Safety Agency (EASA) durchläuft und damit sowohl Auto als auch Flugzeug ist.

Fliegende Autos sind derzeit aber auch aus finanziellen Gründen kein Massenprodukt: Zwischen 300.000 und 1 Million Euro muss man berappen, wenn man mit seinem Auto auch „abheben“ will. Viel spricht also dafür, dass unsere Straßen auch im Jahr 2050 nicht verwaist, sondern stark befahren sein werden.

 

Beim slowakischen Unternehmen Aero­mobile kann man ab 2020 bereits ein Auto kaufen, mit dem man auch fliegen kann. Kostenpunkt für den sechs Meter langen Zweisitzer: € 1 Million.

 

Fotos: RTLII, Aeromobile