Multifunktionaler Prüfstand und Versuchsgebäude; Forschungsziel: mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei Gebäuden; 2,2 Mio Euro Invest für neues Forschungsgebäude

Im Beisein von LH Wilfried Haslauer, AR-Vorsitzenden LAbg. Hans Scharfetter, den Spitzen der beiden Eigentümer – AK-Direktorin Cornelia Schmidjell und WK-Direktor Manfred Pammer – sowie Bürgermeister Thomas Freylinger fand heute (27.04.2021) der Spatenstich für das neue multifunktionale „Twin²Sim“ Forschungsgebäude der FH Salzburg am Campus Kuchl statt.

 

©LP architektur ZT GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Campus Kuchl der FH Salzburg entsteht derzeit das Forschungsgebäude „Twin²Sim“. Dieses besteht aus einem Prüfstand, einem multifunktionalen Versuchsgebäude mit 20 hochwertigen Arbeitsplätzen für das Forschungspersonal, Prüfräumen, einem Multifunktionslabor sowie einer Manipulationshalle. Der Prüfstand dient der ganzheitlichen Untersuchung komplexer Gebäudehüllen inklusive der Beurteilung der Schallschutzperformance. In den Versuchsräumen werden Bauteile der Gebäudehülle eingebaut, einem langfristigen Monitoring unterzogen und gebäude­technische Systeme messtechnisch und funktional analysiert. Alle Bauteile und Systeme werden in Simulationen abgebildet. In Folge werden weitere Entwicklungsschritte an diesen digitalen Zwillingen durchgeführt – daher auch der Name Twin²Sim.

Investition in Forschung

Twin²Sim ist eines der größten Forschungsvorhaben, das die FH Salzburg in ihrem 25-jährigen Bestehen umsetzen wird. Geplante Fertigstellung: Dezember 2021.

Mit diesem vom Land Salzburg in der Höhe von 1,1 Mio. Euro kofinanzierten Projekt, wird erstmalig in Österreich ein Versuchsgebäude mit den wissenschaftlichen Möglichkeiten als passivhaustauglicher, konstruktiver Holzbau errichtet. Damit leistet die FH Salzburg einen wesentlichen Beitrag zu dem im aktuellen Regierungsprogramm des Landes Salzburg forcierten Ausbau des Wissenscampus Kuchl als Kompetenz- und Transferzentrum im Bereich Bioökonomie, alpines Bauen und Holz.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer: „Die FH Salzburg ist ein wichtiger Partner der WISS2025, der Wissenschafts- und Innovationsstrategie des Landes. Der Standort Kuchl ist aufgrund der hier ansässigen Einrichtungen ein Hotspot der nachhaltigen Materialforschung. Um diese Vorreiterrolle zu festigen und weiterzuentwickeln, werden nun die nächsten Schritte gesetzt. Wir erwarten uns praxisnahe Forschung in enger Kooperation mit der heimischen Wirtschaft am Puls der Zeit. Verbunden mit dem Auftrag, das gewonnene Know-how zu teilen, so wird auch der Wirtschaftsstandort Salzburg damit nachhaltig gestärkt. Das hohe Interesse von vielen Unternehmen unterstreicht dies eindrucksvoll. So konnten schon jetzt Drittmittel von über 200.000 Euro eingeworben werden; etliche renommierte regionale und nationale Unternehmen starten mit der Fertigstellung eigene Forschungs- und Kooperationsprojekte mit der FH Salzburg.“

„Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 2,2 Mio. Euro. Der Prüfstand ist somit die größte Einzelinvestition in die Forschung an der FH Salzburg. Wir bedanken uns sehr beim Land Salzburg für diese Co-Finanzierung“, meint Geschäftsführer Raimund Ribitsch.

Auch die Spitzen der beiden Gesellschafter – Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer halten je 50% an der Fachhochschule Salzburg GmbH – waren beim Spatenstich anwesend. Cornelia Schmidjell, Direktorin der AK Salzburg: „Wohnen und Klimaschutz sind zentrale Themen der Zukunft. Es geht um Wohlbefinden und gutes Leben – die Herausforderungen sind groß. Die Fachhochschule entwickelt sich mit Twin²Sim in Kuchl zu einem Forschungs-Campus der Nachhaltigkeit, um diese Herausforderungen besser zu meistern.“ Ihr Pendant von der Wirtschaftskammer, Direktor Manfred Pammer, ergänzt: „Der FH-Standort Kuchl mit den Schwerpunkten Holz, biogene Werkstoffe und alpines Bauen ist für die Salzburger Wirtschaft unverzichtbar und soll weiter gestärkt und ausgebaut werden. Das Twin²Sim Forschungsgebäude wird dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.“

Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Projektleiter FH-Prof. Michael Grobbauer zur Vision des Forschungsvorhabens: „Mit Twin²Sim können wir neue Erkenntnisse gewinnen, wie Gebäudetechnik, Bauteile, Raum und Mensch zusammenwirken und neue Bauteile entwickeln und erproben. Dabei stehen komplexe Zusammenhänge im Focus, die in herkömmlichen Versuchsanordnungen nicht getestet werden können. Die Einrichtung soll für und mit der Wirtschaft neue Erkenntnisse, Lösungen und Produkte ermöglichen, um den Energiebedarf in Gebäuden zu verringern, und klimaneutrale Gebäude bei hoher Behaglichkeit und Nutzerfreundlichkeit zu verwirklichen. Twin²Sim wird somit einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und effizienten Gebäudebetrieb leisten.“

Der Pongauer Tom Lechner von LP architektur zeichnet für die Gestaltung verantwortlich: „Das war ein sehr spannender Auftrag für uns. Im ersten Schritt ging es uns darum, den richtigen Standort am Gelände zu definieren. Hier wollten wir durch die Situierung – über die Funktion hinaus – einen Mehrwert für den Campus generieren. Die nun vorliegende Variante schafft somit einen neuen Eingangsbereich zur Hochschule, quasi als Hof mit hoher Aufenthaltsqualität. Das Zurückdrängen der Parkplätze und die entsprechende Architektur sollen dazu beitragen, Erholungsflächen und Räume für soziales Interagieren für Studierende und Lehrende zu schaffen. Das zweite große Ziel war, die spezielle Funktion als technisches Gebäude sichtbar und erkennbar zu gestalten. Dies erreichen wir durch einen zeitgemäßen Mix aus Form, Materialien und Gestaltung – ganz wie es sich für einen Campus der Nachhaltigkeit gehört.“

 

*LH Wilfried Haslauer mit AK-Direktorin Cornelia Schmidjell (links) und WK-Direktor Manfred Pammer (rechts)

Mehr zum Projekt Twin²Sim: www.fh-salzburg.ac.at/twin2sim

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