Wirtschaftliche Entwicklungen erzwingen eine deutliche Erhöhung ab Herbst 2022 – Mehrkosten von 45 Euro pro Monat sind zu erwarten

Wien Energie stellt einen Antrag auf Anpassung des amtlichen Preisbescheids der Fernwärme. Die wirtschaftlichen Entwicklungen erzwingen eine deutliche Erhöhung. Der Antrag wird in weiterer Folge von der Stadt Wien und den Behörden geprüft. Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer sind ebenfalls Mitglieder der Preiskommission.

„Wir haben keine andere Wahl. Das sind die bitteren Folgen der weltweiten Energiekrise und beispiellos explodierender Großhandelspreise. Die Teuerung wurde durch die russische Invasion in der Ukraine weiter zugespitzt – es ist leider keine Entspannung der Preis-Lage in Sicht“, so Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung.

Einkaufspreise explodieren – Gaspreis hat sich verfünffacht

Bereits seit Herbst 2021 zeigen sich massive Preissteigerungen an den Energiegroßhandelsmärkten, der Ukraine-Krieg hat diese Entwicklung noch einmal verstärkt. Im Großhandel haben sich die Gaspreise im Vergleich zum Vorjahr vervielfacht – der österreichische Gaspreisindex stieg gegenüber Juni 2021 um mehr als 420 Prozent. Dazu kommt die allgemeine Teuerung, die insbesondere mit deutlich gestiegenen Baukosten ein weiterer Preistreiber für die Fernwärme ist.

Wenn dem Antrag stattgegeben wird, wird sich der Fernwärmepreis zur kommenden Heizsaison mit plus 92 Prozent in etwa verdoppeln. Für einen durchschnittlichen Wiener Haushalt bedeutet das Mehrkosten von etwa 45 Euro monatlich. Wien Energie versorgt mehr als 440.000 Haushalte in Wien mit Fernwärme. Knapp zwei Drittel der Privatkunden unterliegen dem amtlichen Preisbescheid.

Eine Milliarde Euro Investitionen: Raus aus Gas als einzige Alternative

Wien Energie konnte die Preise jahrelang stabil halten, die Fernwärmepreise im Preisbescheid wurden zuletzt 2016 erhöht. Jetzt ist der Schritt allerdings ohne Alternative. Auch die effiziente Erzeugung in den Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie die Nutzung der Wärme aus der Müllverbrennung und industrieller Abwärme können die Preis-Entwicklungen nicht mehr ausreichend abfedern.

„Es gibt nichts zu beschönigen. Die Preiserhöhung ist drastisch, aber es gibt nur einen Weg: Wir müssen raus aus Gas. Das gelingt nur durch massive Investitionen in erneuerbare Wärme. Dafür brauchen wir ausreichend wirtschaftliche Stabilität und müssen finanzielle Verluste vermeiden. Kurzfristig ist das teuer, langfristig aber besser: fürs Geldbörserl und fürs Klima“, betont Strebl. Bis 2040 soll die Fernwärme in Wien klimaneutral und damit auch unabhängig von teuren Gas-Importen sein. Wien Energie investiert allein in den nächsten fünf Jahren eine Milliarde Euro in den Gasausstieg. Mehr als 600 Millionen Euro gehen in Wärmeprojekte wie Großwärmepumpen und Geothermie.

Unterstützung für soziale Härtefälle

Wien Energie lässt die Kund*innen nicht allein und hilft mit einer eigenen Ombudsstelle in besonders schwierigen Fällen. Seit zehn Jahren unterstützt die Wien Energie-Ombudsstelle in Kooperation mit Sozialeinrichtungen wie Caritas, Rotes Kreuz oder Volkshilfe soziale Härtefälle mit individueller Betreuung und maßgeschneiderten Unterstützungsplänen. Wien Energie wird die Ressourcen der Ombudsstelle bis zum Herbst zusätzlich aufstocken. Zudem sind für alle Kund*innen zinsfreie, kulante Ratenzahlungen und Stundungsvereinbarungen jederzeit über das reguläre Kund*innen-Service möglich.

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