Newsletter

Erdgas als Antriebslösung der urbanen Mobilität

Wir haben mit Michael Sattler, Head of Future Energy der OMV, über alternative Antriebsformen und die Zukunft des Mineralölkonzerns gesprochen. Der Jobtitel brachte uns gleich zur ersten Frage: 

Die OMV ist an sich ein Mineralölkonzern. Was sind die Gründe nun einen eigenen Bereich „Future of Energy“ zu begründen?

Fakt ist: die OMV ist ein internationaler, integrierte Öl- und Gaskonzern. Dabei sind uns neue Technologien, Innovation und nachhaltiges Handeln sehr wichtig. Deshalb beschäftigen wir uns auch intensiv mit Zukunftsenergien.

 

E-Mobility ist in aller Munde. Ist aus Ihrer Sicht die Grundsatzentscheidung mit welcher Antriebsform sich die Autos und LKWs der Zukunft bewegen werden bereits gefallen – also Strom, Wasserstoff, Gas?

Wir sind überzeugt, dass die Mobilität der Zukunft breiter sein wird. Fossile Energieträger werden weiterhin eine Rolle spielen, ebenso wie CNG, die Elektromobilität und Wasserstoff.

Vielfältige Möglichkeiten sehen wir für Wasserstoff auf Langstrecken im Mittel- bzw. Schwerlastverkehr der z.B. mittels Batterie gespeister Energie nicht möglich wäre. Auch sehen wir gute Chancen bei CNG für die Stadt- beziehungsweise Nahversorgung, für Busse und bei LNG für den LKW Schwerverkehr.

 

Warum ist Gas/CNG/LNG als Treibstoff in Österreich noch wenig sichtbar und wie kann man das ändern?

In Österreich existiert bereits ein Tankstellennetz für CNG (komprimiertes Erdgas), für LNG gibt es erst eine Tankstelle. Die OMV verfügt in Österreich alleine über 55 CNG-Tankstellen. Insgesamt sind es rund 160 – also ein flächendeckendes Angebot. Einige Autohersteller bieten nun auch neue Modelle für diese Betriebsart an. Die Industrie ist außerdem gefordert die Kunden über die entsprechenden Vorteile und Vorurteile aufzuklären. Der Betrieb von bspw. CNG Fahrzeugen ist bei sachgerechter Handhabung sicher, bringt Umweltvorteile und auch Kosteneinsparungen. Die nahe Zukunft wird zeigen, wie stark Kundinnen und Kunden diese Möglichkeit nutzen.

 

Sind ihrer Meinung nach die Rahmenbedingungen für alternative Antriebsmodelle gleich – was etwa Forschung oder steuerliche Anreize betrifft?

Der Unterschied bei alternativen Antriebsmodellen liegt großteils bei den Anschaffungskosten bzw. bei den finanziellen Vorteilen beim Betrieb der Fahrzeuge. Deswegen sind technologieoffene und vergleichbare Förderungen wünschenswert, heute aber nicht gegeben, bspw. die NOVA Befreiung, die Möglichkeit des Vorsteuerabzug und die Sachbezugsfreitstellung bei Unternehmensflotten.

 

Wann wird die Ladeinfrastruktur in Österreich so ausgebaut sein, dass Autos mit alternativen Antriebsarten auch für lange Strecken attraktiv sind?

Mit vorausschauender Streckenplanung ist dies in den Bereichen CNG, E-Mobilität und Wasserstoff in Österreich bereits gegeben. Der Aufbau einer dem Diesel und Benzin vergleichbarer Infrastruktur für alle alternativen Antriebssysteme ist kostenintensiv und wird sich stark an den Entwicklung der Fahrzeugzulassungen im jeweiligen Segment orientieren, wobei CNG derzeit sicher am besten ausgebaut ist.

 

In Ihrer Vision: wann werden Autos, LKWs, Flugzeuge, Schiffe ganz auf alternative Antriebsarten umgestellt werden?

Dies wird noch einige Dekaden dauern.

 
 

Michael Sattler

leitet seit mehr als einem Jahr den Future Energy Bereich der OMV und verantwortet die Strategie und das Engagement der OMV in den alternativen Mobilitätsbereichen.

Die OMV

fördert und vermarktet Öl und Gas, innovative Energielösungen und hochwertige petrochemische Produkte – in verantwortlicher Weise. Mit einem Konzernumsatz von EUR 20 Mrd und einem Mitarbeiterstand von rund 20.700 im Jahr 2017 ist die OMV Aktiengesellschaft eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs. Im alternativen Bereich ist die OMV an Smatrics für eMobiliät und bei der H2 Mobility GmbH für Wasserstoffaktivität beteiligt. Sie betreibt fünf eigene Wasserstofftankstellen in Österreich sowie fünf in Deutschland und bietet Ladeinfrastruktur an rund 30 Standorte in fünf Ländern.

 

Foto: © OMV Aktiengesellschaft