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Die Zukunft Wiens beginnt bereits heute

Im Rahmen des Future Talks „The Future of Urban Mobility“ konnte die Austrian Roadmap 2050 mit dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien über die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Wien sprechen und welche Rolle insbesondere die Mobilität dabei einnimmt.

Herr Präsident, funktionierende Infrastruktur ist essentiell für die Wirtschaft. Wo sehen Sie die wichtigsten Zukunftsprojekte für Wien was Mobilität und Infrastruktur angeht?

Die Wiener Bevölkerung wächst rasant. Da muss auch die Verkehrsinfrastruktur mitwachsen. Das gilt für alle Bereich – Schiene, Straße, Luft und Wasser. Wir brauchen den Ausbau der hochrangigen Straßeninfrastruktur mit dem Lobautunnel und den Ausbau der Straßen im Nordosten der Stadt. Gleichzeitig müssen die öffentlichen Verkehrsmittel wie U-Bahn und S-Bahn leistungsfähiger werden. Für die internationale Erreichbarkeit sind die 3. Piste am Flughafen und ein neuer Fernbusterminal notwendig. Und auch der Hafen Wien soll eine wichtigere Rolle spielen. Wenn es uns zudem gelingt, die Breitspurbahn von der Slowakei bis vor die Tore Wiens zu verlängern, dann kann der Standort Wien zur wichtigsten Logistikdrehscheibe Europas werden. Das ist unser Ziel, muss unser Anspruch sein.

Grafik Lobautunnel © Bild: Asfinag

Die Rolle des öffentlichen Verkehrs wird immer wichtiger: ist Wien da auf einem guten Weg?

Wien ist auf einem sehr guten Weg. Wirtschaftskammer Wien und Stadt Wien haben im Sommer eine Zukunftsvereinbarung für den Standort abgeschlossen. Der öffentliche Verkehr hat darin einen gewichtigen Stellenwert. Gemeinsam ziehen wir an einem Strang, dass Wien eine Stadt der kurzen Wege bleibt. Jetzt gerade startet der Ausbau der U-Bahn, die S-Bahn soll bald folgen. Gleichzeitig braucht es eine einfache und schlüssige Parkraumbewirtschaftung. Die Zusammenarbeit mit Niederösterreich und dem Burgenland – ein vernetztes Denken zum Wohle der gesamten Ostregion – ist notwendig. Denn Mobilitätsbedarf endet nicht am Stadtrand.


Liniendesign der U5 © Bild: Wiener Linien

Ohne schnelles Internet gibt es keine Digitalisierung: wie sehen Sie Wien in diesem Bereich für die Zukunft aufgestellt?

Man möchte es nicht glauben, aber auch in Wien haben viele Unternehmen Probleme mit der Internetanbindung und bekommen nicht die Bandbreiten, die sie benötigen. Will man in der Digitalisierung nicht den Anschluss verlieren, braucht es Breitbandinternet. Will man in der Industrie 4.0 mitspielen, braucht es Breitbandinternet. Will man als Start-up erfolgreich sein, braucht es Breitbandinternet. Weiße Flecken gibt es in Wien vor allem in den Randgebieten. Dort sind viele Unternehmen angesiedelt. Untersuchungen aus dem Betriebsgebiet Liesing zeigen, dass dort 45 Prozent der Betriebe über die niedrige Geschwindigkeit ihres Internetanschlusses klagen, 35 Prozent sind mit seiner Stabilität unzufrieden. Aber auch innerstädtisch klagen Unternehmen immer wieder über langsames Internet. Wien darf den Anschluss an die 5G-Technologie nicht verpassen. Dafür brauchen wir leistungsstarke Glasfasernetze. Daran muss mit High-Speed gearbeitet werden.

Breitbandkabel © Bild: A1

Wien ist die am schnellsten wachsende, deutschsprachige Metropole: wie sieht ihre Vision für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Wien 2050 aus?

Die digitale Revolution wird unser Leben und das der nachfolgenden Generationen völlig verändern. Daher sind Zukunftsprognosen über 30 Jahre schwer möglich. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir jetzt den Grundstein für den künftigen Erfolg des Standorts legen. Und diesen Grundstein bilden moderne Infrastruktur, exzellente Ausbildung und die Verwirklichung von Jahrhundertprojekten wie den Anschluss an Breitbahn und Seidenstraße.


Seestadt Aspern © Bild: schreinerkastler

DI Walter Ruck

Präsident der Wirtschaftskammer Wien

Foto: © Christian_Skalnik/WKW