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In 10 Tagen von Asien nach Europa: Die neue Seidenstraße

Es ist das größte Infrastrukturprojekt aller Zeiten: die neue Seidenstraße. Das Investitionsvolumen wird die unglaubliche Summe von 1.100 Milliarden US-Dollar betragen, um Waren schneller von Asien nach Europa und umgekehrt transportieren zu können. Diese Woche lud die Österreichische Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (ÖVG) zu einem Forum in die Wirtschaftskammer Wien am Schwarzenbergplatz. Thema der Veranstaltung war das die neue Seidenstraße und in wie weit Österreich Teil dieses Infrastruktur-Megaprojekts sein kann.

Oftmals sind es chinesische Sprichwörter, die Standpunkte auf den Punkt bringen. So wurde auch der Standpunkt der Volksrepublik China im Zusammenhang mit dem Projekt „One Belt, One Road“, vertreten durch den Botschafter der VR China in Österreich LI Xiaosi, auf den Punkt gebracht: „Ein chinesisches Sprichwort besagt: Eine gute Chance darf nicht vergeben werden, denn sie kommt nicht wieder.“ Für China ist es ganz offensichtlich: Die Einbindung Österreichs an die Schienenseidenstraße ist eine gute Chance!

Eine gute Chance darf nicht vergeben werden, denn sie kommt nicht wieder.

China arbeitet seit 5 Jahren an der Realisierung des Projektes und hat unter der Initiative  „OB|OR: One Belt, One Road“ bereits mit mehr als 80 Ländern und Organisationen Abkommen unterzeichnet. LI Xiaosi begrüßte ausdrücklich die Aufnahme des Themas Breitspurbahn in das neue Regierungsprogramm und zeigte sich über den bevorstehenden Staatsbesuch von Bundespräsidenten Van der Bellen und einer Wirtschaftsdelegation erfreut. Er unterstrich die „großen, neuen Chancen für die österreichisch-chinesische Beziehung, die wir gemeinsam nutzen wollen.“ 

Die ÖBB unterstützt die Initiative sehr stark

ÖBB-Vorstandsdirektor Andreas Matthä betonte: „Die ÖBB unterstützt die Initiative sehr stark“. Mit dem Breitspurausbau von der Ukraine nach Wien solle ein Logistikhub für den europäischen Wirtschaftsraum erschaffen werden, denn „wir sind zwar ein kleines Land, aber wir sind mit der Rail Cargo Group die zweitgrößte Güterbahn Europas.“  Der Hauptvorteil gegenüber dem derzeit dominierenden Wasserweg liege in der Verkürzung der Transportzeit von bis zu 35 Tagen per Schiff auf knapp 10 Tage via Schiene. Von dem Projekt der Seidenstraße seien knapp 2/3 der Weltbevölkerung betroffen und bringe Asien näher an Europa heran, Österreich müsse sich sputen und könnte einen sehr guten Beitrag für die positive Realisierung des Projektes liefern.

Stellen wir die Weichen jetzt!

Rail Cargo Group Vorstandsdirektor Thomas Kargl verwies auf die massive Förderung des Wirtschaftsstandortes Österreich. Das positive Verhältnis von Kosten und Dauer bei Schienentransporten bekräftige den Trend ganz klar und zeige deutlich die Notwendigkeit der neuen Seidenstraße. Zwar überwiege der Warenverkehr aus China nach Europa deutlich gegenüber dem von Europa nach China, doch vor allem im Automotive Bereich lägen enorme Kapazitäten, die auch klar mit Chinas Bemühungen im Zusammenhang mit E-Mobilität zu tun haben. Die ÖBB appelliert: „Stellen wir die Weichen jetzt!“

Die neue Seidenstraße ist eine Vision für Generationen, für mindestens ein Jahrhundert

Auch Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck bekräftige die positiven Aspekte des Projekts, welches auch ein „emotionales“ sei: „Die neue Seidenstraße ist eine Vision für Generationen, für mindestens ein Jahrhundert“.

 

 

von links: 

VD Thomas KARGL, Rail Cargo Group

VD Ing. Mag. (FH) Andreas MATTHÄ, ÖBB-Holding AG

LI Xiaosi, Botschafter der VR China in Österreich

Dr. phil. Karl-Johann Hartig, ÖVG

Mehr Informationen
unter 
www.oevg.at/

Foto: ÖVG