Das Projekt HYFOR, gefördert vom Klima- und Energiefonds, testet erfolgreich die klimafreundliche Produktion von Roheisen

Die industrielle Produktion benötigt derzeit rund ein Drittel der Gesamtenergie in Österreich – dementsprechend ist der Industriesektor maßgeblich für Treibhausgasemissionen verantwortlich. Um eine umweltschonende Produktion in der Industrie zu fördern, entwickelte das Unternehmen Primetals Technologies im Forschungsprojekt HYFOR (Hydrogen-based fine-ore reduction) eine neuartige Technologie zur kohlenstofffreien, wasserstoffbasierten Direktreduktion von Eisenfeinerzen. Das Projekt wird vom Klima- und Energiefonds im Rahmen seines Energieforschungsprogrammes – dotiert aus Mitteln des Klimaschutzministeriums – gefördert.

Um das neuartige wasserstoffbasierte Verfahren „Made in Austria“ zu testen, wurde von Primetals Technologies auf dem Betriebsgelände der voestalpine in Donawitz eine Pilotanlage errichtet und bereits erfolgreich in Betrieb genommen. Nachdem die ersten Tests beginnend April 2021 durchgeführt wurden, werden in der Pilotanlage in den nächsten zwei Jahren verschiedene Eisenerzarten getestet, um die optimalen Prozessparameter für die Zukunft der klimafreundlichen Roheisenproduktion zu erforschen.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Innovationen und nachhaltige Technologien sind ein wichtiger Beitrag für eine gute und klimafreundliche Zukunft – auch im Bereich der Industrie. Denn der Wettbewerb der Zukunft wird ein Wettbewerb um die klimafreundlichsten Produkte sein. Um Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, braucht es zugleich einen Wandel in der heimischen Industrie und eine vollständige Dekarbonisierung in allen Bereichen. Vor allem die Stahlindustrie hat dabei eine Schlüsselrolle. Für eine klimafreundliche Stahlproduktion brauchen wir innovative Technologien, wie jene des HYFOR-Projekts. So können wir Österreich international weiterhin als Vorreiter in Sachen klimafreundliche Industrieproduktion positionieren.“

Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds Theresia Vogel: „Die Industrie ist nicht nur Wirtschaftsmotor und Arbeitgeber, sondern auch für einen Großteil der CO2-Emissionen verantwortlich. Daher ist es höchste Zeit auf Innovationen und erneuerbare Energien in der Industrieproduktion zu setzen. Mit unserem Energieforschungsprogramm fördern wir Leuchtturmprojekte wie HYFOR und helfen dabei, neue Technologien zur Marktreife zu bringen.“

Etsuro Hirai, Geschäftsführer von Primetals Technologies Austria: „Unsere Vision ist es, die Stahlindustrie möglichst rasch klimafreundlich zu gestalten. Die wasserstoffbasierte HYFOR Pilotanlage am Betriebsgelände der voestalpine in Donawitz nimmt dabei eine ganz zentrale Rolle ein, denn sie schafft die Datengrundlage für die spätere Errichtung industrieller Anlagen zur weitgehend CO2-freien Eisenerzeugung. Diese radikale Innovation vermeidet gleich mehrfach klimaschädliche Treibhausgase – durch den direkten Einsatz von Feinerzen ohne den sonst erforderlichen energieintensiven Pelletier-schritt, das Aufheizen des Reduktionsgases mittels erneuerbarer Energie und dem Einsatz von grünem Wasserstoff als Reduktionsgas. Die Realisierung der HYFOR Pilotanlage am Gelände der voestalpine in Donawitz, mit welcher uns eine langjährige, erfolgreiche Partnerschaft verbindet, ermöglicht nunmehr die weitere Vertiefung im Bereich klimaneutraler Stahlproduktion. Mit Unterstützung des Klima- und Energiefonds konnten wir einen großen Schritt auf dem Weg dorthin machen.“

Energieforschungsprogramm des Klima- und Energiefonds

Mit seinem Energieforschungsprogramm (www.energieforschung.at) leistet der Klima- und Energiefonds seit 2007 einen zentralen Beitrag zur Entwicklung innovativer Energietechnologien und Systemlösungen aus Österreich. Die Programmstrategie ist gezielt auf Technologien mit hohem Wachstumspotenzial im In- und Ausland ausgerichtet. Das Projekt HYFOR wird mit rund 1,5 Mio. Euro durch den Klima- und Energiefonds gefördert.

HYFOR-Technologie von Primetals Technologies

Die HYFOR– Technologie ist weltweit das erste Direktreduktionsverfahren für Eisenerzkonzentrate, das keine vorhergehende Eisenerzaufbereitung erfordert. Als Reduktionsmittel wird im neuen Verfahren Wasserstoff aus erneuerbaren Energien genutzt. Mit diesem Verfahren kann der CO2-Fußabdruck der Roheisenproduktion gegen null sinken.

Über Primetals Technologies

Primetals Technologies bietet Eisen- und Stahlproduzenten moderne, individuell angepasste Anlagen und Services. Zu den Schwerpunkten des Unternehmens gehören neue ökologische Lösungen für die Stahlproduktion, die Digitalisierung aller produktionsrelevanten Prozesse, die digitale Transformation hin zu einer „Industrie 4.0“, zukunftsorientierte Designs für kombinierte Gieß- und Walzvorgänge sowie fortschrittliche Prozessanalyse und -optimierung.

Weitere Informationen über Primetals Technologies finden Sie auf „primetals.com“.

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