Wir haben Christian Holzhauser, CEO von Taxi40100 zum Interview gebeten. Ein Gespräch über die neue Fahrerlaubnis für Uber, die Zukunftschancen der Fahrer und warum die Taxi 40100-App mehr kann, als viele wissen.

Mag. Christian Holzhauser
CEO Taxi 40100
Foto: Johannes Kernmayer

Uber ist wieder zurück – mit einer Reisebürokonzession. Sie haben mit Taxi 40100 jahrelang dafür gekämpft, dass sich Uber an die Gesetze des Landes hält. Sind Sie jetzt zufrieden?

Die österreichischen Gerichte haben in ihrer Einstweiligen Verfügung festgehalten, dass Uber ein Verkehrsdienstleister ist und Uber daher über ein Gewerbe nach dem Gelegenheitsverkehrsgesetz verfügen muss – also über eine Taxi- oder Mietwagenkonzession. Uber hat aber nur eine Reisebürolizenz. Ich gehe davon aus, dass es diesbezüglich noch gerichtliche Auseinandersetzungen geben wird, da Uber die Forderungen der österreichischen Gerichte nicht erfüllt hat.

 

Wie sieht es derzeit auf Wiens Straßen aus? Wie viele Taxis und Mietwagen gibt es?

In Wien sind derzeit 4.779 Taxis und 2.928 Mietwagen unterwegs, die in Wien gemeldet sind. Die Dunkelziffer ist höher, weil wir die Mietwagen, die aus den Bundesländern kommen und in Wien unterwegs sind, in Wien nicht erfassen können. Jedenfalls hat sich in Wien die Anzahl der gemeldeten Mietwagen in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt.

 

Was bedeutet das Gelegenheitsverkehrsgesetz für die Branche? Mit welchen Änderungen müssen Fahrer und Unternehmer rechnen?

Durch das neue Gelegenheitsverkehrsgesetz wird ein bundesweit einheitlicher Rahmen festgelegt. Demnach müssen ab 1. September 2020 alle Lenker einen Taxischein haben, was die Qualitätsstandards bei den Lenkern hebt und dadurch auch dem Wohle der Kunden und Kundinnen dient. Zudem werden unnötige bürokratische Hürden auf dem Weg zur Selbstständigkeit abgebaut. So entfällt etwa der bisher notwendige dreijährige Praxisnachweis für Unternehmer. Andererseits kommt es zur Einführung strengerer Regeln bei Rückständen von Steuern oder Sozialversicherungsabgaben. Was das neue Gesetz nicht regelt, sind die Tarife – dafür sind weiterhin die Landeshauptmänner und Landeshauptfrauen der jeweiligen Bundesländer zuständig. In Wien ist das der Bürgermeister Michael Ludwig.

 

Welche Auswirkungen hat das Gelegenheitsverkehrsgesetz auf die Kunden und Kundinnen? Kann ich bei Hochzeiten oder Events noch einen Mietwagen buchen?

Patienten- oder Schülerbeförderungen, Anrufsammeltaxis, Fahrten über die Landesgrenze oder Pauschalfahrten mit besonders teuren Fahrzeugen bei Hochzeiten oder anderen Ereignissen können mit dem neuen Gesetz weiterhin unverändert ausgeübt werden. Der höherklassige „Mietwagendienst“ für Ereignisse wie eben Hochzeiten, wird bei Überschreitung der neuen Mindestpauschale – die in Wien 27,80 Euro beträgt – weiterhin angeboten und kann von den Kunden und Kundinnen weiterhin genutzt werden.

 

Viele Fahrgäste schätzen die einfache Bestellmöglichkeit eines Wagens per APP. Werden Sie die App von Taxi 40100 dahingehend adaptieren?

Die Taxi 40100-App kam 2010 auf den Markt – da gab es Uber noch gar nicht. Mittlerweile ist die dritte App-Generation verfügbar. Den Wagen bei der Anfahrt auf der Karte beobachten, den Namen des Lenkers und den Wagentyp bei der Bestellung erfahren, per App bezahlen und anschießend Wagen, Fahrer und Fahrt über die APP bewerten – das ist bei Taxi 40100 alles „state of the art“. Bei uns können Kunden auch Stammfahrer festlegen – also Fahrer und Fahrerinnen „markieren“, die besonders zuvorkommend waren. Bei der nächsten bestellten Fahrt wird dann automatisch einer der Stammfahrer geschickt.

 

Was kostet eine Fahrt vom Bahnhof Hütteldorf zum Hauptbahnhof? Wozu einen festen Tarif? Ginge es nicht billiger, wie es z.B. Uber auch gemacht hat?

Eine Fahrt vom Bahnhof Hütteldorf zum Hauptbahnhof kostet etwa 21 Euro. Der Tarif, der übrigens seit 7 Jahren nicht verändert wurde, ist derzeit so, dass Fahrer und Unternehmer von dem Einkommen gerade noch überleben können. Der Tarif – sofern er vom jeweiligen Landeshauptmann festgelegt wird – ist ein Schutz für Konsumentinnen, Fahrer und Unternehmer gleichzeitig: Der Fahrer und Unternehmer kann sich dank Tarif darauf verlassen, dass die Ausgaben von den Einnahmen ge decket werden und er ein Einkommen hat. Und für Konsumentinnen ist der Tarif meiner Meinung nach ein guter Orientierungspunkt.

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