Der Photovoltaik-Bereich soll europaweit intensiv gefördert werden, um Wertschöpfungsketten aufzubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und Europas Energieversorgung unabhängiger zu machen.

Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) ruft heimische Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf, von 27. Juni bis 19. August 2022 innovative Projektideen aus dem Photovoltaik (PV) Bereich einzureichen. Gesucht werden Einzel- oder Konsortialprojekte mit möglichst direktem Bezug zur kurz- bzw. mittelfristigen Industrialisierung der nächsten PV-Technologiegeneration, integrierter PV-Lösungen, Systemintegrationslösungen oder kreislauffähiger Photovoltaik. Details sind der heute veröffentlichten unverbindlichen Interessensbekundung zu entnehmen. Alle Informationen finden sie hier.

Die Entwicklung hochinnovativer PV-Technologien soll EU-weit als wichtige Vorhaben von gemeinsamem Europäischem Interesse (Important Projects of Common European Interest, kurz IPCEI) definiert werden. Damit würde die Europäischen Kommission unter strengen Auflagen eine Ausnahme des Beihilfenrechts genehmigen, die Mitgliedstaaten entsprechende weitergehende Förderungen erlauben. Ziel ist, die Produktion von hocheffizienten PV-Modulen und Zellen sowie anderen Innovationen in der gesamten Wertschöpfungskette der PV-Herstellung zu stärken.

„Der forcierte Ausbau der Photovoltaik erhöht die Wertschöpfung in Europa, verringert die Abhängigkeit von Energieimporten, wirkt hohen Strompreisen entgegen und schafft dauerhafte Arbeitsplätze. Wir müssen uns aus der Abhängigkeit von russischem Erdgas befreien und die Chancen für eine Renaissance der PV-Produktion in Europa zu nutzen. Ich bin überzeugt, dass sich österreichische Unternehmen gut in die entstehenden europäischen Wertschöpfungsketten einfügen und zum Erfolg unserer Initiative beitragen werden“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Österreich bei PV-Vorreiternationen

Am 20. Mai 2022 hatte Österreich bereits gemeinsam mit Spanien, Belgien, Luxemburg, Polen und Litauen die Initiative vorgestellt, mit der diese Länder PV-Technologien als IPCEI vorantreiben wollen. Bis über den Sommer sollen noch weitere Mitgliedsstaaten der Initiative beitreten und die Schwerpunkte konkreter definiert werden. Aktuell ist geplant, dass bereits im Herbst 2022 offizielle Verhandlungen und die nächsten Schritte im IPCEI-Prozess starten sollen.

Von der österreichischen PV-Branche wird diese Initiative erfreut aufgenommen. „IPCEI ist eine große Chance für Österreichs PV-Branche. Gemeinsam mit der international gut vernetzten heimischen PV-Forschung wird es gelingen, eine starke österreichische PV-Industrie mit tausenden neuen Arbeitsplätzen aufzubauen, die sich erfolgreich am weiterhin enorm wachsenden Weltmarkt positioniert“, betont Hubert Fechner, Obmann der Technologieplattform Photovoltaik (TPPV).

Wichtige Vorhaben von Gemeinsamem Europäischem Interesse (IPCEI)

IPCEI adressieren grundsätzlich strategisch bedeutende Vorhaben in verschiedenen Bereichen. Die Besonderheit liegt darin, dass es aufgrund seiner auch über individuelle Projekte hinaus positiven Auswirkungen auf den Binnenmarkt und die europäische Gesellschaft einen insgesamt sehr wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft leisten kann. Wissen, Know-how, finanzielle Mittel und Wirtschaftsbeteiligte aus der gesamten Union sollen zusammengeführt werden, um schwerwiegende Marktstörungen oder systemische Ausfälle zu beheben und gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen, die ansonsten nicht gelöst werden könnten. Der öffentliche Sektor und private Sektoren führen als IPCEI gemeinsam groß angelegte Vorhaben durch, die bedeutende Vorteile für die Union und ihre Bürger:innen bringen sollen.

Seit der Veröffentlichung der ersten IPCEI-Mitteilung im Jahr 2014 haben sich IPCEI als zentrales industriepolitisches Instrument qualifiziert, um Europäische Ziele, wie jene des European Green Deals, der Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit oder einer größeren europäischen Unabhängigkeit zu erreichen. Das BMK ist hier von Beginn an ganze vorne dabei, unterstützt bereits jetzt die Beteiligung österreichischer Unternehmen an IPCEI-Vorhaben zu Batterien und zu Mikroelektronik und führt derzeit – in enger Kooperation mit dem BMAW – die österreichischen Verhandlungen mit der Europäischen Kommission, Industrie und den involvierten Mitgliedstaaten im Rahmen von zwei IPCEI zu Wasserstoff und zu einen IPCEI zu Mikroelektronik und Konnektivität.

Weitere Informationen finden sich unter bmk.gv.at/ipcei.

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