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Tankstellen, die fossile Treibstoffe verkaufen, könnten in Großbritannien und Frankreich ab 2040 der Vergangenheit angehören. Mit einem Verkaufsverbot will die Politik den Innovationsdruck auf die Autohersteller erhöhen.

Benzin und Diesel fallen bei der Politik in Ungnade

Den Verbrennungsmotoren droht das Aus. Ab 2040 sollen in Großbritannien keine Benzin- und Dieselfahr­zeuge mehr verkauft werden. Die Briten folgen damit dem Vorbild von Frankreich.

Der Druck auf die Autoindustrie nimmt zu. Großbritannien setzt verstärkt auf Klimaschutz und sagt Autos, die noch mit Benzin oder Diesel fahren, den Kampf an. Ab dem Jahr 2040 dürfen in Großbritannien nur noch Elektro-Autos, die keinen Verbrennungsmotor haben, sondern von Strom angetrieben werden, verkauft werden. Auch Hybrid-Autos, die teilweise mit Benzin oder Diesel angetrieben werden, werden ab dann verboten. Solche Fahrzeuge sind die Verursacher von Gesundheitsprobleme und schaden dem Klima, hatte der britische Umweltminister den Vorstoß begründet. Auch Frankreich kündigte bereits an, den Verkauf von Verbrennungsmotoren bis zum Jahr 2040 stoppen zu wollen. Diese Pläne haben eine erneute Diskussion über ein mögliches Verbot von Diesel- und Benzin-Motoren auch in Deutschland entfacht.

Umweltschützer reagieren auf diese Nachricht erfreut. Schon oft wurde über eine Forcierung der Energiewende durch Verbote diskutiert. In Österreich fordert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ), dass auch Österreich einen Zeitplan für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor brauche. Die Begründung des Verkehrsclubs: „Für die Luftqualität ist eine beschleunigte Energiewende im Verkehr ebenso positiv wie für die heimische Energiebilanz. Erdöl muss teuer importiert werden, Strom aus erneuerbarer Energie kann Österreich selbständig erzeugen.“ Derzeit will Verkehrsminister Jörg Leichtfried in Österreich aber nicht über mögliche Verbote sprechen. Stattdessen will man auf Anreize für den Umstieg setzen. Im Pariser Klimaschutzabkommen haben sich die Industrieländer vorgenommen, bis 2050 den Umstieg von fossiler Energie hin zu emissionsarmen Antrieben zu schaffen. Die USA sind im Juni 2017 aus dem Vertrag ausgestiegen.

Der britische und französische Weg in der Energiepolitik erhält Zuspruch von ungewöhnlicher Seite. Ben van Beurden, Vorstandschef von Shell, dem führenden europäischen Öl- und Gaskonzern, hält das angekündigte Verbot für „sehr willkommen und notwendig“, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Shell ist zwar einer der größten Ölförderer und betreibt Raffinerien und Tankstellen, der Klimaschutz lasse der Politik aber keine andere Wahl, begründete der Shell-Boss seine Unterstützung des britischen Vorhabens. Sein nächstes Auto solle ein Elektrofahrzeug sein, kündigte van Beurden außerdem an. Eine Botschaft, die ein deutliches Signal an die Autoindustrie sein kann. Auch wenn der Vorschlag, durch ein Verbot die Energiewende rascher zu schaffen, noch viele Fragen offen lässt.

 

Foto: Unsplash / Markus Spiske