Die Universität Innsbruck bekommt 2022 eine neue Stiftungsprofessur für „Aktive Mobilität“, an der TU Graz entsteht ein Lehrstuhl für „Akustik und Lärmwirkungsforschung“, und die WU Wien baut mit einer Stiftungsprofessur für „Dynamische Systeme“ ihren Schwerpunkt zur Digital Economy weiter aus.

„Stiftungsprofessuren haben sich als bewährtes Instrument etabliert, hervorragende Forscherinnen und Forscher an österreichische Universitäten zu rufen. Sie setzen hier Leuchtturmprojekte um, die sowohl wissenschaftlich als auch wirtschaftlich hoch relevant sind“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler anlässlich der Förderentscheidung der drei neuen Stiftungsprofessuren. Das Klimaschutzministerium (BMK) stellt für die drei neuen Stiftungsprofessuren ab 2022 ein Förderbudget von 4,5 Millionen Euro für fünf Jahre zur Verfügung und unterstützt somit jährlich jede Universität mit 1,5 Millionen Euro. Noch einmal mindestens dieselbe Summe wird von den Universitäten selbst sowie von finanzierenden Wirtschaftskonsortien eingebracht. Die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Lehrstühle ist in den Förderbedingungen festgelegt. „Eine Stiftungsprofessur ist jedenfalls ein wirkungsvoller Imageträger auch für Unternehmen und dient nicht zuletzt einer möglichen frühzeitigen Bindung von hoch qualifizierten Nachwuchskräften,“ gratuliert Gewessler den Universitäten zum Zuschlag. Insgesamt waren sieben Anträge eingereicht worden.

„Stiftungsprofessuren helfen mit, dass Universitäten, Wirtschaft und Industrie näher zusammenrücken. Sie ermöglichen so neue Ideen und Kooperationen, die sonst vielleicht nicht möglich wären. Die Unternehmen und ganz speziell mitfinanzierende Partner profitieren langfristig vom nachhaltigen Aufbau von Humanpotential in für sie strategisch relevanten Themenfeldern,“ betonen die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner.

Klimaschutz als wichtige inhaltliche Klammer

In vier Ausschreibungen wurden seit 2014 durch das Stiftungsprofessur-Programm des BMK bereits neun Lehrstühle in Österreich geschaffen. Die inhaltliche Klammer der 5. Ausschreibung von 2021 waren die Themen Klimaschutz bzw. der Umgang mit dem Klimawandel. Sieben Universitäten haben sich mit ihren Konzepten um die Förderung beworben. Ein fünfköpfiges Expertengremium hat im November 2021 die Konzepte der Universität Innsbruck, der TU Graz und der WU Wien zur Realisierung vorgeschlagen. Auf Basis der ausgewählten Konzepte werden die Universitäten die neuen Professuren international ausschreiben. Übrigens: Sieben der neun bisherigen Stiftungsprofessuren in Österreich wurden international besetzt.

Die drei neuen Stiftungsprofessuren im Überblick

Universität Innsbruck: Aktive Mobilität
Mit der Stiftungsprofessur „Aktive Mobilität“ vertieft die Universität Innsbruck ihre Forschungen zu einer integrativen und nachhaltigen Mobilitätsentwicklung. In der Ausrichtung bündelt die Professur Perspektiven aus den Bereichen Mobilität/Verkehrsplanung, Aktivität/Bewegung, Alltag/Freizeit und Tourismus. Der neue Lehrstuhl „Aktive Mobilität“ ist bereits die dritte Stiftungsprofessur an der Universität Innsbruck. Hier wurde 2014 mit dem Textilchemiker Prof. Tung Pham auch der allererste BMK-Stiftungsprofessor Österreichs berufen.

TU Graz: Akustik und Lärmentwicklungsforschung
Auch für die TU Graz ist der neue Lehrstuhl für Akustik und Lärmentwicklungsforschung die bereits dritte BMK-Stiftungsprofessur. Mit der neuen Professur wird die TU Graz ihre umfangreichen Kompetenzen im Bereich Akustik neu bündeln. Langfristig wird sich der neue Lehrstuhl neben dem wesentlichen Anwendungsfeld Verkehrslärm auch dem Städtelärm widmen, Stichwort „Leise Stadt“.

WU Wien: Dynamische Systeme
Datenmodelle für nachhaltige Anwendungen stehen im Zentrum der Ausschreibung für die dritte Stiftungsprofessur. Die Wirtschaftsuniversität Wien hat die Jury mit ihrem Konzept über datengetriebene Nachhaltigkeit in wirtschaftlich relevanten Kernbereichen (z. B. Transport und Energie) und den Aufbau dafür notwendiger dezentraler Datenökosysteme überzeugt. Mit ihrer ersten BMK-Stiftungsprofessur wird die WU Wien ihren Forschungsschwerpunkt „Digital Economy“ weiter vertiefen.

Informationen zu den bisherigen BMK-Stiftungsprofessorinnen und -Professoren: www.ffg.at/stiftungsprofessur/personen

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